Wirtschaft

Normalität ab Sonntag angestrebt Tuifly bleibt auch am Samstag am Boden

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Luftig wird es auch morgen an vielen Tuifly-Terminals zugehen.

(Foto: dpa)

Ein Schlichtungsgespräch bringt im Fall Tuifly die Parteien wieder näher zueinander. Es gibt erste Vereinbarungen, doch eine endgültige Lösung steht noch aus. Fluggäste indes müssen zumindest auch am Samstag Geduld aufbringen.

Der Ferienflieger Tuifly streicht erneut weite Teile seines Angebots. Man bedauere, auch für Samstag "alle weiteren Flüge ab Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgrund der aktuellen Crewengpässe streichen" zu müssen, teilte das Unternehmen mit. Zugleich rechnet Tuifly aber mit einem weitgehend normalen Programm am Sonntag. "Voraussichtlich werden 115 Flüge starten", heißt es.

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Zuvor hatten sich im niedersächsischen Wirtschaftsministerium Unternehmen und Gewerkschaftsvertreter zu einem Schlichtungsgespräch getroffen. Dabei hatte der Reisekonzern eingelenkt und war den Forderungen der Arbeitnehmer mit einer mindestens dreijährigen Standort- und Tarifgarantie entgegengekommen. Zudem wurde eine Entscheidung über die geplante Neuordnung nun von Ende September auf Mitte November verschoben, um mehr Zeit für die Suche nach gangbaren Alternativvorschlägen zu geben. Verdi sprach von einer guten Grundlage. Die Gespräche der nächsten Wochen müßten nun zeigen, ob sie belastbar sei.

Vor einer Woche war bekanntgeworden, dass Tuifly in eine neue Dachholding unter Führung von Etihad integriert werden soll. Arbeitnehmervertreter befürchten Job-Verluste. Seitdem führen kollektive Krankmeldungen der Besatzungen zu Flugausfällen und massiven Verspätungen. Tuifly ist nun darauf angewiesen, dass sie wieder zum Dienst kommen.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies sprach von einem guten Signal und forderte neben einem Blick nach vorne auch eine Aufarbeitung der vergangenen Spannungen. "Ziel ist ein Lösungsvorschlag", sagte er, "bei dem alle zustimmend nicken können".

Sonderschichten bei Air Berlin

Der Krankenstand bei Tuifly macht auch der ohnehin schon angeschlagenen Air Berlin schwer zu schaffen, denn die zum Touristikkonzern Tui gehörende Airline fliegt 14 Maschinen nebst Besatzung für Air Berlin und führt täglich etwa 90 Flüge durch. Air Berlin hat ihre Mitarbeiter deshalb zur freiwilligen Mehrarbeit aufgerufen - ein Appell, der von der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, der Gewerkschaft Verdi und dem Gesamtbetriebsrat unterstützt worden war.

Dem seien mehr als 1000 Mitarbeiter in der Luft und am Boden gefolgt, teilte Air Berlin mit. Durch die Sonderschichten habe Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft am Freitag rund 45 Prozent des Tuifly Flugprogramms durch eigene Crews und Subcharter abfedern können. Etwa 50 dieser Flüge mussten jedoch gestrichen werden. Betroffene Fluggäste könnten zwischen kostenfreien Umbuchungen und Erstattungen wählen.

Unterstützung bekommt Air Berlin zusätzlich von ihren Partner-Airlines. Etihad Airways, der Großaktionär von Air Berlin, stellte seit Freitag einen Airbus A340 zur Verfügung. Von Alitalia hat Air Berlin bereits einen Airbus A321 erhalten, dem ein weiterer folgen soll. Darüber hinaus hat Air Serbia eine Boeing 737 an Air Berlin übergeben und stellt in den nächsten Tagen voraussichtlich noch zwei weitere Flugzeuge bereit.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/DJ