Wirtschaft

Kein Musik-Deal mit Soundcloud Twitter lässt Kaufpläne fallen

20.05.2014, 13:51 Uhr
Lady-gaga-2
Für Twitter ist die Unterhaltungsbranche enorm wichtig. Eine Reihe von Stars - darunter Lady Gaga - nutzen den Kurznachrichtendienst. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Twitter versucht offenbar weiter vergeblich im Musik-Business anzudocken. Grundsätzliches Interesse soll es an der Musik-Plattform Soundcloud gegeben haben. Der Deal wäre teuer gewesen, aber nicht unattraktiv. Twitter gibt die Idee aber wieder auf.

Twitter hat laut Medienberichten bei der Suche nach Partnerschaften im Musik-Bereich auch eine Übernahme des Berliner Start-ups Soundcloud erwogen. Nach Informationen von "Spiegel Online" entschied sich der Kurznachrichtendienst am Ende aber definitiv dagegen. Soundcloud und Twitter lehnten einen Kommentar zu den Berichten ab.

Zuvor hatten das Tech-Blog "Recode" und die Finanznachrichtenagentur Bloomberg über das Interesse von Twitter berichtet. Der Kurznachrichtendienst hatte vor kurzem seine eigene Musik-App nach rund einem Jahr wieder aufgegeben. Sie sollte Nutzern beim Entdecken neuer Musik helfen und über Neues von Lieblingskünstlern informieren, fand zu wenig Zuspruch. Laut Bloomberg sprach Twitter auch über eine Partnerschaft mit der US-Firma Soundhound, die aktuell laufende Musik erkennen kann.

Soundcloud gehört zu den bekannteren Berliner Start-ups und hat nach Angaben von Herbst rund 250 Millionen Nutzer - das wären in etwa so viele wie bei Twitter selbst. Über die Plattform kann man Songs und andere Audio-Dateien veröffentlichen. Bei der jüngsten Finanzierungsrunde im Januar soll Soundcloud insgesamt mit 700 Millionen Dollar bewertet worden sein.

Anders als konkurrierende Musikdienste wie Spotify und Rdio erlaubt Soundcloud auch Amateurmusikern, ihre eigenen Songs und Remixes populärer Künstler hochzuladen. Zusätzlich zu einer Community von Laien ähnlich wie beim Videodienst Youtube nutzen auch professionelle Musiker die Webseite, um exklusive Inhalte vorzustellen. Die Unternehmen lehnten einen Kommentar zu dem Bericht ab.

Twitter steht unter Druck

Für Twitter ist die Unterhaltungsbranche enorm wichtig. Seit dem Börsengang versucht das Unternehmen, neue Nutzer auf seine Plattform zu locken. Eine Reihe von Stars - darunter Justin Bieber und Lady Gaga - nutzen den Kurznachrichtendienst, um mit Fans zu kommunizieren und neue Projekte anzupreisen. Musiker gehören zu den prominentesten Twitter-Nutzern. Und Soundcloud ist schon jetzt eine auf Twitter eine beliebte Anwendung.

Twitter steht unter erheblichem Erfolgsdruck. Im ersten Quartal hatte das Unternehmen die Anleger enttäuscht, zwar stieg der Umsatz um mehr als das Doppelte, der Nutzerzuwachs fiel aber schwach aus. Zudem stieg der ausgewiesene Verlust deutlich an. Anleger und Analysten sorgen sich offenkundig, dass die Attraktivität von Twitter nachlassen könnte. Das wiederum könnte den Dienst für Werbetreibende unattraktiver machen - dabei sind zufriedene Werbekunden für Twitter die wichtigste Ertragsquelle.

Quelle: ntv.de, ddi/AFP/dpa