Wirtschaft

Unsicherheit um Griechenland US-Banker prophezeien Verfall des Euro

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Die Devisenexperten, dass die Unsicherheit rund um Griechenlands Schulden anhalten dürfte.

(Foto: picture alliance / dpa)

Unkenrufe aus den USA belasten den Kurs des Euro, der sich jüngst erholt hatte. Die US-Bank Goldman Sachs sagt Europas Währung einen Sturz unter die Ein-Dollar-Marke voraus - binnen eines Jahres. Andere Analysten teilen den Pessimismus nicht ganz.

Der Euro ist in der Nacht im asiatisch dominierten Geschäft unter Druck geraten und verliert am Morgen weiter an Wert. Im Tief fällt er bis auf 1,1231 Dollar, fast ein Cent weniger als am Vorabend. Beobachter sehen den Rücksetzer im Zusammenhang mit einer Studie der US-Investmentbank Goldman Sachs. Darin wird der Euro auf Sicht der kommenden zwölf Monate bei 0,95 und Ende 2017 sogar bei 0,80 Dollar gesehen, zumal das Thema Griechenland im Euro noch nicht gespielt worden sei, sondern lediglich "Quantative Easing" der EZB.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,22

Die Devisenexperten begründen ihren Euroskepsis damit, dass auch bei einer kurzfristigen Einigung im Schuldenstreit zwischen den Geldgebern und Griechenland die Unsicherheit anhalten dürfte. Zudem gehen sie davon aus, das Griechenland lange brauchen wird, um auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Um dies zu beschleunigen, bedürfe es einer "gemanagten Abwertung". Daneben laste das Anleihekaufprogramm der EZB weiter auf dem Euro.

Der japanische Finanzdienstleister Nomura sieht es zwar weniger dramatisch, rät aber davon ab, einseitig auf einen steigenden Kurs des Euro zu setzen. Dafür sei es noch zu früh, warnt Nomura-Devisenstratege Yunosuke Ikeda. Denn obgleich es so aussehe, als ob Griechenland sich im Lauf der Woche mit seinen internationalen Geldgebern einigen werde, seien die politischen Risiken hoch. Innerhalb der regierenden Linkspartei könnte sich Widerstand gegen die Ende Juni anstehende Zahlung an den IWF regen. Die Reaktion des Euro zum Dollar lasse sich schwer vorhersagen. Deshalb sollten sich Anleger nicht zu sehr festlegen, so der Analyst.

Quelle: ntv.de, kst/rts/DJ