Wirtschaft

Aktienkurs stürzt ab US-Justiz hat Glencore im Visier

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Glencore-Zentrale im schweizerischen Baar.

(Foto: picture alliance / dpa)

Dem britisch-schweizerischen Rohstoffhändler Glencore droht in den Vereinigten Staaten Ungemach. Der Konzern soll Dokumente und andere Berichte im Zusammenhang mit der Einhaltung von Antikorruptions- und Geldwäschegesetzen vorlegen.

Der Rohstoffhändler Glencore ist ins Visier der US-Aufseher geraten. Das britisch-schweizerische Unternehmen wurde nach eigenen Angaben vom US-Justizministerium aufgefordert, Dokumente und andere Berichte im Zusammenhang mit der Einhaltung von Antikorruptions- und Geldwäschegesetzen vorzulegen. Der Aktienkurs von Glencore brach daraufhin ein. Das Papier war am Mittag mit einem Minus von in der Spitze 12 Prozent größter Verlierer im Index FTSE 100.

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Die angeforderten Unterlagen beträfen das Geschäft von Glencore in Nigeria, dem Kongo und Venezuela von 2007 bis heute, so das Unternehmen. Glencore will die Aufforderung prüfen und zu gegebener Zeit weitere Informationen zur Verfügung stellen.

Investoren verschreckte die Nachricht. Sie treibt vor allem die Sorge vor einer Strafzahlung in den USA um. Die Anfrage des Ministeriums beziehe sich auf mehrere Länder. Dies lege nahe, dass "es eine relativ gründliche Untersuchung gibt", sagte Tyler Broda, Analyst bei RBC Capital Markets.

In Venezuela ist Glencore in Ölgeschäft aktiv. Im Kongo betreibt das Unternehmen große Kupferminen, in denen auch Kobalt gewonnen wird, eine Schlüsselkomponente in Lithium-Ionen-Batterien, die in Handys und Elektroautos zum Einsatz kommen.

Verhalten im Kongo schon länger im Visier

Vor allem die Aktivitäten von Glencore im Kongo standen schon in den vergangenen Jahren im Fokus, unter anderem wegen der Verbindungen zum israelischen Diamantenmagnaten Dan Gertler. Im Dezember hatte das US-Finanzministerium Gertler wegen angeblicher Korruption im Kongo bestraft. Er sei ein Freund des kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila, hieß es. Gertler sei in den 2000er Jahren Partner von Glencore geworden und habe bei der Beteiligung des Unternehmens am lukrativen Kupfergeschäft geholfen. Gertler bestritt über einen Sprecher jegliches Fehlverhalten.

Das Wall Street Journal hatte im vergangenen Jahr berichtet, dass die Ontario Securities Commission, Kanadas oberster Aktienmarktregulierer, Zahlungen an Gertler durch eine der Kupferminen von Glencore im Kongo untersucht. Glencore informierte ihrerseits im November über die OSC-Untersuchung bei der Mine Katanga und teilte mit, dass dort drei Manager zurückträten.

Glencore ist eines der größten diversifizierten Bergbauunternehmen der Welt und zählt mit 146.000 Mitarbeitern in mehr als 50 Ländern zu den weltweit größten Rohstoffhändlern, darunter Kohle, Öl und Kupfer.

Quelle: ntv.de, wne/DJ

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