Wirtschaft

Um 0,25 Prozentpunkte US-Notenbank erhöht Leitzins erneut

Es dürfte die letzte Entscheidung von Chefin Yellen sein: Die US-Notenbank Fed reagiert mit einer Anhebung des Leitzins auf den konjunkturellen Aufschwung in den USA. Es ist bereits die dritte Zinserhöhung in diesem Jahr.

Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins um 0,25 Punkte auf einen Zielkorridor von 1,25 bis 1,50 Prozent erhöht. Die Federal Funds Rate, zu der sich Banken gegenseitig über Nacht kurzfristige Kredite geben, steigt damit zum dritten Mal im Jahr 2017, wie die Bank nach der Sitzung ihres Offenmarktausschusses in Washington mitteilte.

Die US-Notenbank setzt damit ihren Kurs der Normalisierung ihrer Geldpolitik fort. Vorausgegangen war ein Jahrzehnt der extrem niedrigen Zinsen nahe der Nulllinie, mit dem Ziel, die Wirtschaft aus den Folgen der Finanzkrise zu führen. Inzwischen wächst die US-Wirtschaft stabil. Der Arbeitsmarkt wuchs im November um weitere 228 000 Stellen, die Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent ist historisch niedrig. Die Fed rechnet auch für 2018 mit stabilen Konjunkturdaten.

US-Dollar steigt im Vergleich zum Euro

Allerdings äußerte sich Yellen in ihrer letzten turnusmäßigen Pressekonferenz als Fed-Chefin deutlich zurückhaltender als der gleichzeitig in Washington an die Öffentlichkeit getretene US-Präsident Donald Trump. Während Trump ein Wachstum von vier Prozent im nächsten Jahr in Aussicht stellte, gehen die Experten der Federal Reserve von 2,5 in diesem und im nächsten Jahr aus.

Das bedeutet für 2018 eine leichte Anhebung der bisherigen Prognose. Yellen äußerte sich zudem skeptisch über die hohe Schuldenlast in den USA, die durch die geplante Steuerreform Trumps noch steigen wird. "Persönlich bin ich besorgt über die Schuldensituation", sagte Yellen. Die Verschuldung sei nicht extrem hoch, aber eben auch nicht niedrig. Der US-Dollar war bereits in den vergangenen Tagen im Vergleich etwa zum Euro gestiegen. Die Zinsentscheidung war an den Märkten seit längerer Zeit erwartet worden.

Jerome Powell übernimmt

Die Zinsanhebung war mit hoher Wahrscheinlichkeit die letzte Zinsänderung der Federal Reserve unter der Regie von Notenbankchefin Janet Yellen. Zwar steht kurz vor ihrem Abtritt am 31. Januar und 1. Februar nochmals eine zweitägige Sitzung des Offenmarktausschusses an. Dann wird jedoch keine Zinsänderung erwartet.

Anschließend übernimmt Jerome Powell die Geschicke der US-Notenbank. Er war von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagen und vom Senat bestätigt worden. Powell gilt als Vertrauter von US-Finanzminister Steven Mnuchin. An den Märkten wird deshalb darüber spekuliert, ob der Einfluss der US-Regierung auf die grundsätzlich unabhängig agierende Notenbank steigen könnte.

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Quelle: n-tv.de, jki/dpa

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