Wirtschaft

Trump zu niedrigem Ölpreis USA wollen Öl-Reserven auffüllen

Die USA haben Saudi-Arabien als größter Ölförderer der Welt abgelöst. Der Grund: Fracking. Aber genau diese Unternehmen geraten bei niedrigen Ölpreisen unter Druck. Das ruft US-Präsident Trump auf den Plan, aber der reagiert anders als erwartet.

Die US-Regierung will den extrem niedrigen Ölpreis nutzen, um ihre strategischen Reserven aufzufüllen. Es sei geplant, bis zu 75 Millionen Fässer Rohöl zu kaufen, sagte US-Präsident Donald Trump. Er werde den Kongress um die nötigen Mittel bitten, damit sich die Regierung den "Niedrigpreis-Rekord" am Ölmarkt zunutze machen könne, sagte er. "Es ist eine tolle Zeit, Öl zu kaufen."

Rohöl WTI
Rohöl WTI 62,94

Dem jüngsten Jahresbericht zufolge kann die strategische US-Ölreserve rund 700 Millionen Barrel Rohöl fassen. Der Preis für ein Barrel Rohöl (159 Liter) der amerikanischen Ölsorte WTI zur Lieferung im Mai war an der Börse in New York am Montag auf unter Null gesunken. Das bedeutet, Käufer werden bei der Abnahme des Öls Geld erhalten. Das Absacken des Preises zog auch den Aktienmarkt ins Minus.

Effekt von Transaktionen am Finanzmarkt

Auslöser der extrem ungewöhnlichen Lage ist, dass vor allem die USA immer noch viel Öl fördern, auf dem Weltmarkt wegen des Wirtschaftsstillstandes aber kaum mehr Abnehmer finden: Aufgrund der Corona-Krise wird deutlich weniger Benzin verbraucht. Weil es nur noch wenig Flüge gibt, ist auch die Kerosin-Nachfrage eingebrochen.

Trump zeigte sich allerdings zuversichtlich, dass der Ölpreis schon bald wieder bei etwa 25 bis 28 US-Dollar (etwa 23 bis 26 Euro) pro Barrel stehen würde. Das Abrutschen in den negativen Bereich sei vor allem ein Effekt von Transaktionen am Finanzmarkt, sagte Trump.

Am Dienstag läuft der Future-Kontrakt auf WTI-Öl für den Monat Mai aus, weswegen offenbar viele Händler, die diese Finanz-Instrumente am Markt nur spekulativ handeln, sie sogar mit Verlusten verkauften. Sonst hätte ihnen die tatsächliche Lieferung des Öls gedroht.

Die USA waren der US-Energieagentur (EIA) zufolge zuletzt sogar vor Saudi-Arabien der größte Ölproduzent. Den Boom verdanken die USA vor allem der relativ teuren Produktionsmethode des Frackings.

Quelle: ntv.de, bad/dpa/rts