Wirtschaft

Lyft 2.0? Uber startet mit Ambitionen an der US-Börse

Seit Wochen teasert Uber seinen Gang an die Börse an, nun steht der Ausgabepreis für eine Aktie fest. Doch weil der US-Fahrdienstvermittler "Tonnen an Geld" verbrennt, könnte der geplante Mega-Börsengang im Disaster enden.

Der verlustreiche US-Fahrdienstvermittler Uber strebt bei seinem Börsengang eine Gesamtbewertung von mehr als 82 Milliarden Dollar an. Den Ausgabepreis für die Aktien legte der Technologiekonzern auf je 45 Dollar fest. Die Preisspanne hatte von 44 Dollar bis 50 Dollar gereicht. Uber nimmt mit dem Sprung auf das Handelsparkett rund 8,1 Milliarden Dollar ein. Mit Spannung wird nun erwartet, wie die Aktien sich beim ersten Handelstag an der New York Stock Exchange schlagen. Angesichts der schlechten Stimmung am Markt hatte sich bereits abgezeichnet, dass die Nachfrage nach den Papieren eher verhalten sein dürfte.

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Uber bringt es dennoch auf eine beachtliche Gesamtbewertung von etwa 82 Milliarden Dollar und stemmt damit den größten Börsengang seit dem des chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba im Jahr 2014. Allerdings bleibt das Volumen deutlich unter der zwischenzeitlich angepeilten Marke von 100 Milliarden Dollar. Aufgrund der jüngsten Verluste an den Börsen war in den vergangenen Tagen schon spekuliert worden, dass der Zeitpunkt für Ubers Premiere sich als unglücklich erweisen könnte.

Das vor zehn Jahren gegründete Unternehmen hofft, das Schicksal des kleineren Rivalen Lyft vermeiden zu können. Der ebenfalls auf Fahrdienste fokussierte Konzern hatte seine Aktien Ende März mit 72 Dollar an die Börse gebracht, seither ging es fast nur bergab. Am Mittwoch war der Kurs auf ein Rekordtief von 52 Euro gefallen. Einige Experten halten auch den Uber-Ausgabepreis für zu ambitioniert. "Uber wird das Lyft 2.0", sagte Brian Hamilton, Technologieexperte und Gründer der Datenfirma Sageworks. Uber habe zwar ein interessantes Geschäftsmodell mit wachsenden Umsätzen, aber der Konzern verliere "Tonnen an Geld".

Schwarze Zahlen vielleicht nie erreichbar

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(Foto: picture alliance/dpa)

Uber-Chef Dara Khosrowshahi hatte in den vergangenen Wochen kräftig die Werbetrommel für den Börsengang gerührt. Die Zukunft von Uber liege nicht in den Fahrdiensten, sondern auf einer Technologie-Plattform für Transport- und Logistikdienste. Im vergangenen Jahr fuhr Uber bei einem um 42 Prozent höheren Umsatz von 11,3 Milliarden Dollar dennoch einen Verlust von rund 1,8 Milliarden Dollar ein. Uber selbst hatte kürzlich erklärt, angesichts deutlich steigender Kosten würden womöglich nie schwarze Zahlen erreicht.

In mehreren Städten der USA und in Großbritannien hatten Uber-Fahrer diese Woche gestreikt, um auf die Diskrepanz zwischen ihren Arbeitsbedingungen und den erwarteten Gewinnen der Investoren bei dem Börsengang aufmerksam zu machen. Für Uber fahren weltweit drei Millionen Fahrer. Die Aktienplatzierung wird begleitet von den Investmentbanken Morgan Stanley, Goldman Sachs und Bank of America Merrill Lynch.

Quelle: n-tv.de, lou/rts

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