Wirtschaft

Dreht Moskau den Gashahn zu? Naftogaz-Chef: "Glaube, dass Putin blufft"

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Die Stimmung zwischen Russland und dem Westen ist schlecht, Kremlchef Putin lässt die Muskeln spielen. Naftogaz hält das für einen Bluff.

(Foto: picture alliance / Stringer/Sputnik/dpa)

Sollte der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine eskalieren, muss die EU eine Aussetzung der Gaslieferungen durch Moskau fürchten. Dass Kremlchef Putin wirklich zu dieser Waffe greift, hält der Chef des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz, Vitrenko, jedoch für unwahrscheinlich.

Der Vorstandschef des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz, Jurij Vitrenko, geht nicht von einem Stopp der russischen Gaslieferungen nach Europa aus. "Ich persönlich glaube, dass Putin blufft", sagte Vitrenko der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Seiner Meinung nach würde Putin eine Unterbrechung der Gasversorgung Europas nicht zulassen. Der Grund: Die Europäer könnten ohne russisches Gas überleben, auch wenn es für die Verbraucher schwierig wäre, aber "Europa würde danach nie mehr zu Russland als Gaslieferanten zurückkehren".

Zugleich bekräftige Vitrenko den Widerstand der Ukraine gegen eine Inbetriebnahme der Erdgaspipeline Nord Stream 2. "Wenn tatsächlich Gas durch die Ukraine fließt, ist es für Putin schwieriger, diesen Krieg anzufangen, weil dann tatsächlich Gaslieferungen von dem Konflikt betroffen wären", erklärte er.

"Deshalb ist das für uns eine Frage der nationalen Sicherheit." Anderenfalls würde es vom Westen im Fall eines militärischen Konflikts "wohl nicht mehr geben als einen Ausdruck tiefen Bedauerns."

(Dieser Artikel wurde am Sonntag, 16. Januar 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, ddi/DJ

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