Wirtschaft

VW schwächelt in den USA weiter Auf US-Automarkt weht der Wind frostig

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Wegen des Winterwetters wurden zeitweise einige Straßen n den USA geschlossen - wie hier die Interstate 29 in South Dakota.

(Foto: Reuters)

Schnee und Kälte haben zu Jahresbeginn die Kunden aus den Showrooms der Autohersteller ferngehalten. Beinahe alle großen Hersteller verbuchen geringere Verkäufe. Doch es gibt auch Ausnahmen.

Volkswagen hat in den USA zum Jahresbeginn einen Fehlstart hingelegt. Im Januar brach der dortige Absatz im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel auf knapp 23.500 Fahrzeuge ein, wie der Konzern mitteilte. Volkswagen fehlt momentan ein frisches Massenmodell im Land. Die Tochter Audi vermeldete dagegen den besten Januar aller Zeiten in den USA, wenngleich es nur ein paar Dutzend Wagen waren, die die VW-Premiummarke mehr absetzte als im Vorjahresmonat. Bei Porsche stand ein Minus von acht Prozent zu Buche.

Erfreulicher lief es dagegen bei BMW und Daimler. Die Münchener konnten zu Jahresbeginn mit knapp 20.800 Pkw gut drei Prozent mehr an die Kunden bringen als zwölf Monate zuvor. Allerdings sackten die Mini-Verkäufe um fast ein Drittel ab. Daimler verbuchte ein Plus von 1,5 Prozent und lieferte mehr als 24.400 Wagen aus.

Wetterbedingte Rückgänge

Insgesamt hielten landesweit Schnee und Eiseskälte die US-Amerikaner vom Autokauf ab. "In Regionen, wo das Wetter gut war, sind die Verkäufe gestiegen", sagte Fords US-Vertriebschef John Felice. Er nannte als positive Ausnahme den Westen. Dagegen hatte es selbst im Süden der Vereinigten Staaten in der vergangenen Woche geschneit, was für Chaos auf den Straßen sorgte und das öffentliche Leben teils lahmlegte. Auch an der bevölkerungsreichen Ostküste mit New York und Washington schlug der Winter voll zu. Am Montag schneite es erneut.

Auch für die Opel-Mutter GM begann das neue Jahr unter schlechten Vorzeichen: General Motors verkaufte mit rund 171.500 Wagen zwölf Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor.

Vergleichsweise in Grenzen hielt sich der Rückschlag bei Toyota und Ford mit einem Minus von jeweils rund sieben Prozent. Ford brachte gut 154.600 Autos an die Kunden, Toyota knapp 146.400.

Immer dichter auf die Fersen rückt den beiden der inzwischen von Fiat komplett übernommene Rivale Chrysler, der seinen Absatz um acht Prozent auf fast 127.200 Fahrzeuge steigern konnte, was vor allem den Pick-up-Trucks von Ram und den Geländewagen von Jeep geschuldet war. "Das schlechte Wetter scheint nur die Händler unserer Wettbewerber getroffen zu haben", sagte US-Verkaufschef Reid Bigland. Er sprach vom besten Januar seit 2008 und damit bevor die Wirtschaftskrise voll zuschlug. Chrysler war erst jüngst mit Fiat verschmolzen. Nissan toppte das sogar mit einem zwölfprozentigen Wachstum.

US-Markt brummt

Während die Europäer erst langsam zu den Autohändlern zurückfinden, hielt der gute Lauf in den USA bis zuletzt an. Im vergangenen Jahr waren die Verkäufe nach Daten des Marktforschers Autodata um acht Prozent auf 15,6 Millionen Stück gestiegen und damit schon fast wieder auf Vorkrisenniveau.

Im Januar lag der Rückgang nach einer vorläufigen Auswertung der Fachzeitschrift "Automotive News", die etwa die Hälfte der Hersteller einbezog, bei sechs Prozent.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa/DJ

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