Wirtschaft

Kostspieliges Wachstum Vapiano expandiert und weitet Verlust aus

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Vapiano-Filiale in Stuttgart.

picture alliance / Sebastian Kah

Vapiano ist aktuell mit 190 Restaurants in über 30 Ländern vertreten. Und die Schnellrestaurantkette wird weiter wachsen. Allerdings schreibt das Unternehmen rote Zahlen. Auch der Börsenkurs notiert deutlich unter dem Ausgabepreis.

Die Schnellrestaurantkette Vapiano hat ihre Expansion im zweiten Quartal fortgesetzt. Der Umsatz aus eigenen sowie mit Partnern betriebenen Restaurants stieg um 42 Prozent auf 78,2 Millionen Euro. Flächenbereinigt erreichte das Wachstum 6,3 Prozent. Die starke Expansion führte zu einem deutlich erhöhten Periodenfehlbetrag von 7,2 Millionen Euro, nach einem Minus von 0,7 Millionen Euro im Vorjahr.

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Neben ungünstigen Wechselkurseffekten führte das Unternehmen zur Begründung die Kosten des Börsengangs und mehr als verdoppelte Finanzierungskosten im Zusammenhang mit der Wachstumsstrategie an. Das bereinigte Ebitda, eine Messgröße, bei der Vapiano alle Sondereffekte herausrechnet, darunter auch die Währungseffekte, den Börsengang und Restaurantvorlaufkosten, stieg im zweiten Quartal um die Hälfte auf 8,9 Millionen Euro.

Vapiano ist aktuell mit 190 Restaurants in über 30 Ländern vertreten, die nach dem sogenannten Fast-Casual-Dining-Konzept italienische Küche anbieten. Während der Service dem von Schnellrestaurants gleicht, werden die Speisen vorwiegend frisch vor den Augen der Kunden zubereitet. Vapiano ist hierzulande Marktführer und will vor allem im internationalen Geschäft deutlich wachsen.

Im laufenden Jahr sollen insgesamt 25 bis 30 neue Restaurant eröffnet werden, vornehmlich in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Großbritannien, Schweden und Frankreich. Finanziert werden soll das unter anderem aus den Einnahmen des Börsengangs: Er brachte 85 Millionen Euro brutto in die Kasse. Der Konzernumsatz soll um ein Viertel bis ein Drittel auf 315 Millionen bis 335 Millionen Euro steigen, das bereinigte Ebitda um 31 bis 38 Prozent auf 38 Millionen bis 40 Millionen Euro.

Die Vapiano-Aktie ist seit Ende Juni in Frankfurt an der Börse. In Europa gibt es kein vergleichbares Unternehmen mit einem Listing. Erstkäufer der Aktie haben mit ihrem Investment bislang keinen Gewinn gemacht. Die Aktie notiert deutlich unter dem Ausgabepreis.

Quelle: n-tv.de