Wirtschaft

Die 9000er Marke in SichtweiteWas kommt nach der Dax-Talfahrt?

02.10.2014, 19:21 Uhr
dax
Geht es mit dem Dax weiter abwärts? (Foto: picture-alliance/ dpa)

Von Kauflaune ist am deutschen Aktienmarkt nichts zu sehen. Selbst die von Börsenneulingen proklamierte Aufbruchsstimmung hält nicht lange vor, zu groß sind die konjunkturellen Unwägbarkeiten. Wann kommt die Wende?

Schlapper Börsenstart für Rocket Internet und auch der Parkett-Neuling Zalando schwächelt - die aktuelle Börsenwoche klingt eher verhalten aus. Dass der Dax am Donnerstag auf Talfahrt ging und mit einem Schlussstand bei 9195,68 Punkte auf dem tiefsten Stand seit Mitte August landete, wurde aber vor allem den Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi zugeschrieben. Die Europäische Zentralbank (EZB) stemmt sich zwar mit neuen Maßnahmen gegen Wachstumsschwäche und Niedriginflation im Euroraum. So wird die EZB ab Mitte Oktober mit Forderungen gedeckte Anleihen kaufen und ab dem vierten Quartal zusätzlich Kreditverbriefungen.

Ökonomen aber äußerten sich skeptisch: "Die Europäische Zentralbank kann froh sein, wenn sie einen dreistelligen Milliardenbetrag realisiert", sagte Michael Schubert, EZB-Experte bei der Commerzbank. Die potenzielle Summe von einer Billion nannte Schubert "unrealistisch hoch".

Was macht Alcoa?

In der kommenden Woche dürften die Zahlen des US-Aluminiumkonzerns Alcoa, der traditionell den Start in die US-Berichtssaison einläutet, und weiterhin auch die weltweiten Krisen die Stimmung am Markt beeinflussen.

Die Zahlen des US-Konzerns Alcoa werden vor allem deshalb so genau unter die Lupe genommen, weil dessen Produkte in vielen Gebieten der Wirtschaft eingesetzt werden - damit gelten die neuesten Geschäftszahlen als Gradmesser für die Konjunktur. Belastend könnte bei international tätigen US-Unternehmen der in den letzten Monaten sehr feste US-Dollar wirken.

Wie steht's um die Konjunktur?

Gegenwind für den deutschen Leitindex Dax könnte von Seiten der Konjunktur kommen. Analyst Markus Reinwand von der Landesbank Helaba schreibt: "Die Frühindikatoren für Deutschland und die Eurozone befinden sich seit Monaten im Rückwärtsgang." Eine Wende zum Besseren sei derzeit noch nicht in Sicht. Selbst in den USA scheine die Konjunkturstimmung ihren Höhepunkt erreicht zu haben.

Die deutsche Quartalsberichtssaison startet erst zum Ende Oktober richtig, jedoch geben am Mittwoch bereits der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer und die Südzucker-Tochter Cropenergies einen ersten Eindruck von der Entwicklung. Am Donnerstag folgt dann der Zuckerproduzent Südzucker selbst mit seinen Quartalszahlen.

Die Branche ist nervös, denn ihr steht mit dem Wegfall der Zuckermarktordnung eine riesige Umstellung bevor. Ohne vorgegebene Produktionsquoten fällt die Sicherheit weg, die bislang selbstverständlich war. Analysten hatten sich zuletzt pessimistisch zu den Geschäftsperspektiven des Zuckerproduzenten geäußert.

Quelle: ntv.de, Lutz Alexander, dpa