Wirtschaft

Drei Genossenschaftsbanken pleite Behörde verklagt JP Morgan

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JP Morgan wird wegen der umstrittenen Finanzgeschäfte für die lobale Finanzkrise von 2009 mitverantwortlich gemacht.

(Foto: REUTERS)

Komplexe Hypothekengeschäfte führen die Finanzwelt einst an den Rand des Zusammenbruchs. Heute holt die juristische Aufarbeitung manche Bank wieder ein. Weil drei Genossenschaftsbanken nach riskanten Geschäften mit einer heutigen Tochter von JP Morgan in den Bankrott schlittern, zieht die Aufsichtsbehörde vor Gericht. Für den Bankenriesen ist es bereits die dritte Klage.

Erneut muss sich die größte US-Bank JP Morgan wegen riskanter Geschäfte mit Hypothekenpapieren juristisch verantworten. Und erneut sind es Geschäfte von Finanzhäusern, die JP Morgan in der Folge der Finanzkrise aufgekauft hatte. Nun holen den Finanzriesen die Geschäfte von Washington Mutual ein.

Laut der US-Regulierungsbehörde National Credit Union Administration (NCUA) führten falsche Angaben von Washington Mutual bei Immobilienpapieren letztlich zum Bankrott dreier Genossenschaftsbanken, die in diese Papiere investiert hatten. Mit dem Verkauf der Derivate im Wert von 2,2 Mrd. US-Dollar wurden nach Ansicht der Behörde die Börsengesetze gebrochen.

Folgenschwere Investitionen

Durch die Finanzkrise geriet Washington Mutual einst selbst in Bedrängnis und wurde im September 2008 von JP Morgan übernommen. Nun muss die Mutterbank für die Folgen der Geschäfte ihrer Tochter geradestehen. Nach Ansicht der NCUA haben Washington Mutual und ihr Mutterkonzern JP Morgan Chase die drei Genossenschaftsbanken U.S. Central, Western Corporate und Southwest Corporate getäuscht, indem sie ihnen die hochriskanten und komplexen Papiere verkauft hätten. Laut Klageschrift hatte Washington Mutual den Charakter der Derivate in vielfacher Hinsicht falsch dargestellt und wichtige Informationen verschwiegen. In der Folge mussten die drei Banken wegen der Verluste durch die Papiere abgewickelt werden.

"Die Eindämmung und Reparatur der von Unternehmen wie Washington Mutual verursachten Schäden waren sehr teuer, und diese Arbeit ist noch nicht abgeschlossen", kritisierte NCUA-Chefin Debbie Matz. Alle von der NCUA beaufsichtigten Genossenschaftsbanken hätten diese Bürde mittragen müssen.

Dritte Klage gegen JP Morgan

Es ist bereits die dritte Klage der NCUA gegen JP Morgan wegen der umstrittenen Hypothekengeschäfte, die für die globale Finanzkrise mitverantwortlich gemacht werden. Im Dezember verklagte die Aufsichtsbehörde das Geldhaus wegen Hypothekengeschäften über 3,6 Mrd. Dollar der Investmentbank Bear Stearns, die JP Morgan im März 2008 auf Geheiß der Regierung hastig übernommen hatte. Bereits im Juni 2011 wurde JP Morgan wegen eigener Hypothekengeschäfte im Volumen von 1,4 Mrd. Dollar von der NCUA verklagt. Beide Verfahren laufen noch.

Ähnliche Verfahren im Zusammenhang mit der Bündelung von Hypothekenkredite zu Wertpapieren während des US-Wohnbaubooms hat die NCUA auch gegen andere Institute wie Goldman Sachs, Barclays, die Royal Bank of Scotland, Credit Suisse und UBS eingeleitet. Entsprechende Forderungen der Behörde gegenüber der Deutschen Bank, der Citigroup und der HSBC wurden auf dem Verhandlungsweg geregelt. Nach dem Platzen der Blase am US-Immobilienmarkt wurden die meisten mit Hypotheken besicherten Wertpapiere weitgehend wertlos und brockten ihren Besitzern hohe Verluste ein.

Quelle: ntv.de, nne/AFP/rts