Wirtschaft

"Werteorientierter Multichannel-Buchhändler" Weltbild-Belegschaft kann von Kirche lassen

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der Betriebsrat der insolventen Verlagsgruppe Weltbild will das Unternehmen neu ausrichten. Die Arbeitnehmervertretung sieht durchaus einen Platz neben einem Online-Riesen. Offen ist die Belegschaft zudem für einen Eigentümerwechsel.

Der Betriebsrat der insolventen Verlagsgruppe Weltbild will das Unternehmen als einen "werteorientierten Multichannel-Buchhändler" erhalten. Dieses Konzept stellte die Arbeitnehmervertretung gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi am Weltbild-Sitz in Augsburg vor.

Der gleichzeitige Vertrieb über Internet, Katalog und Filialen sei maßgeschneidert für die Vielfalt des deutschen Buchhandels, sagte der vom Betriebsrat engagierte Sachverständige Klaus Warbruck. Angesichts eines übermächtigen Online-Giganten verlangten Verbraucher und Verlagsbranche gleichermaßen nach einem starken Gegenspieler, meinte er mit Blick auf Amazon. "Kombiniert mit einer werteorientierten Sortimentspolitik liegt hier ein Konzept vor, das gerade für einen christlichen Eigentümer interessant sein müsste."

Insolvenzverwalter will Zerschlagung verhindern

Weltbild-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hatte am Vortag angekündigt, dass er das der katholischen Kirche gehörende Unternehmen möglichst komplett in der Konzernstruktur erhalten will. Mehrere Interessenten hätten sich bereits gemeldet, sagte er.

Auf eine Gesamtlösung setzt auch der Betriebsrat, der erneut eine Stiftung als Zukunftskonzept ins Gespräch brachte. Eine solche Gründung war in den Jahren vor der Insolvenz aber ebenso wie ein Verkauf gescheitert, da sich die Bischöfe nicht einigen konnten. Die Kirche wollte sich von Weltbild trennen, seit bekannt wurde, dass auch esoterische und erotische Titel im Angebot waren.

Die Weltbild-Belegschaft und die Gewerkschaft zeigen sich auch offen für einen weltlichen Investor. Zudem kritisierten sie, dass die Kirche nach langen Diskussionen über die Sanierung den Geldhahn für Weltbild zugedreht und damit die Insolvenz verursacht habe. "Diese Menschen verstehen nicht, warum ihnen die katholischen Eigentümer auf der Zielgeraden ein Bein stellen", sagte Verdi-Sekretär Thomas Gürlebeck zur Stimmung in der Belegschaft.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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