Wirtschaft

OECD fordert mehr Investitionen Weltwirtschaft wächst langsamer als erhofft

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In China wird weiter fleißig gebaut, doch im Vergleich zu den vergangenen Jahren lässt die Wirtschaftstätigkeit nach.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die OECD senkt ihre Konjunkturprognose. Vor allem die Schwergewichte USA und China enttäuschen. Deutschland steht zwar relativ gut da, könnte aber mehr tun, um die Konjunktur in Schwung zu bringen.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Wachstumsprognosen angesichts des Rückgangs der Konjunktur in den USA und China deutlich nach unten korrigiert und zu mehr Investitionen aufgerufen. Für das laufende Jahr rechnet die in Paris ansässige Organisation in ihrem jüngsten Wirtschaftsausblick nur noch mit einem weltweiten Wachstum von 3,1 Prozent, und für das kommende Jahr mit 3,8 Prozent. Im März hatte die OECD noch ein Wachstum von 4,0 Prozent für 2015 und 4,3 Prozent für 2016 erwartet.

Es sei davon auszugehen, dass das Wachstum der Weltwirtschaft "allmählich anzieht", heißt es in dem Bericht. Den Durchschnittswerten aus der Zeit vor der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise werde es sich voraussichtlich erst Ende 2016 annähern. Für die Eurozone rechnet die OECD mit einem Wachstum von 1,4 Prozent im laufenden und von 2,1 Prozent im kommenden Jahr. Die Arbeitslosenquote in der Eurozone dürfte demnach weiterhin bei mehr als zehn Prozent liegen.

Deutlich besser sind die Prognosen für Deutschland. Die bereits niedrige Arbeitslosenquote wird den Berechnungen der OECD zufolge weiter zurückgehen - von 4,7 im laufenden Jahr auf 4,5 Prozent im Jahr 2016. Zudem dürfte die deutsche Wirtschaft laut OECD von einer steigenden Inlands- und Auslandsnachfrage, dem niedrigen Zinsniveau und sinkenden Ölpreisen profitieren. Die erwartete Erholung im Euroraum und die Abwertung des Euro dürfte demnach die deutschen Exporte weiter ankurbeln.

Weltklimakonferenz könnte Wirtschaft helfen

Angesichts dieser günstigen Prognose fordert die OECD Deutschland auf, "langfristige wachstumsfördernde Staatsausgaben" zu erhöhen - insbesondere zur Verbesserung der Kinderbetreuung sowie der Ausbildung Jugendlicher. Eine Verminderung der Steuerlast könnte außerdem dazu beitragen, dass mehr Frauen ganztags arbeiten. Dies könne die negativen Auswirkungen der alternden Bevölkerung auf die langfristigen Wachstumsaussichten ausgleichen.

Zur Ankurbelung der Weltwirtschaft seien mehr Investitionen notwendig, mahnen die Experten der OECD. Die Unternehmen investierten zu wenig in Fabriken, Produktionsgüter, Technologien und Dienstleistungen. Aber auch viele Regierungen hätten Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur angesichts knapper Haushaltsmittel verschoben. Anreize für mehr Investitionen in neue Technologien könne die im Dezember in Paris geplant Weltklimakonferenz geben, heißt es in dem Bericht. Dazu müsse die Konferenz aber "klare Signale" aussenden.

Quelle: ntv.de, mbo/rts/dpa

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