Wirtschaft

Kooperation mit Bewertungsportal Yahoo bläst erneut zur Google-Attacke

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Yahoo-Chefin Marissa Mayer will auch in Yelp suchen lassen.

(Foto: REUTERS)

Seit Jahren läuft Yahoo dem Erfolg früherer Tage hinterher. Längst geben andere Unternehmen den Ton an - allen voran Google. Bislang kann Konzernchefin Mayer das Ruder nicht herumreißen. Eine Kurskorrektur soll nun die Zusammenarbeit mit Yelp bringen.

Der schwächelnde Internet-Pionier Yahoo will einem Zeitungsbericht zufolge über eine Partnerschaft mit dem Bewertungsportal Yelp Boden auf den Rivalen Google gutmachen. Yelp-Anzeigen und Besprechungen von lokalen Geschäften sollten künftig bei den Suchergebnissen von Yahoo erscheinen, schreibt das "Wall Street Journal". Dies habe Konzern-Chefin Marissa Mayer bei einer Mitarbeiterversammlung angekündigt.

Bereits in den kommenden Tagen soll die Kooperation anlaufen, berichtete das Blatt unter Berufung auf einen Teilnehmer des Treffens. Über Einzelheiten wie etwa finanzielle Details der Zusammenarbeit sei vorerst nichts bekanntgeworden. Yahoo und Yelp waren zunächst nicht für einen Stellungnahme zu erreichen.

Yahoo sucht frühere Erfolgsspur

Die frühere Google-Managerin Mayer versucht seit rund eineinhalb Jahren, Yahoo mit Übernahmen und neuen Technologien zurück in die Erfolgsspur zu führen. Dabei will sie Yahoo als Medienkonzern etablieren und den Fokus wieder stärker auf das Geschäft mit Display-Werbung legen, in dem der Konzern seine frühere Vormachtstellung an die Rivalen Facebook und Google verloren hat. Doch bislang konnte sie den Negativtrend nicht stoppen, der Umsatz fiel zuletzt das vierte Quartal in Folge.

Yelp, das auch in Apples Stadtpläne und dessen Sprachprogramm Siri integriert ist, konzentriert sich seit einiger Zeit auf die Vermarktung seiner App. Dabei kombiniert das US-Unternehmen lokale Empfehlungen mit anderen Informationen wie Restaurant-Öffnungszeiten in Verbindung mit dem Standort des Handy- oder Tablet-Nutzers. Neben Google bietet auch Facebook ähnliche Anwendungen an. Im vierten Quartal 2013 konnte Yelp seinen Umsatz überraschend kräftig um mehr als 70 Prozent auf 71 Millionen Dollar steigern, auch dank der Übernahme des deutschen Pendants Qype.

Microsoft lässt einchecken

Vor einigten Tagen war bekanntgeworden, dass sich der US-Softwarekonzern Microsoft mit dem Online-Netzwerk Foursquare verbindet. Das Unternehmen hat in seiner seiner Datenbank Informationen über rund 60 Millionen Restaurants und Geschäfte weltweit. Diese will der Software-Riese in seinen Produkten wie der Suchmaschine Bing verwenden.Der Windows-Konzern investiere 15 Millionen Dollar (11,1 Millionen Euro), sagte Foursquare-Manager Holger Luedorf.

Bei Foursquare lässt sich nach Restaurants und Geschäften suchen und Freunden der aktuelle Aufenthaltsort mitteilen. Zudem werden bei Empfehlungen neuer Lokale die bisherigen Vorlieben sowie die Präferenzen der Freunde berücksichtigt. Der Dienst hat nach eigenen Angaben rund 45 Millionen registrierte Kunden.

Foursquare ist ein Pionier unter den sogenannten "Check-In"-Diensten, bei denen man sich über eine App in verschiedenen Lokalen anmelden kann. Mit der Zeit entwickelte sich das Start-up immer stärker zu einer lokalen Suchmaschine.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ