Wirtschaft

Frauenanteil besonders hoch Zahl der atypisch Beschäftigten steigt

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Frauen sind wesentlich häufiger atypisch beschäftigt als Männer.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die sogenannten atypischen Beschäftigungsformen wie Teilzeit- und Leiharbeit stehen in Deutschland seit Jahren in der Kritik. Nun nimmt ihre Zahl seit 2015 wieder deutlich zu. Nun ist sogar wieder der Spitzenwert von 2010 in Reichweite.

Befristete Jobs, Teilzeit, Leiharbeit, Minijobs und andere sogenannte atypische Beschäftigungsformen haben im vergangenen Jahr erneut zugenommen. Insgesamt 7,7 Millionen Personen gingen einer solchen Tätigkeit nach, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das sind rund 63.000 mehr als im Jahr zuvor. Ihr Anteil an allen Erwerbstätigen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren legte leicht auf 20,8 von 20,7 Prozent zu.

Die höchste Zahl atypisch Beschäftigter wurde 2010 mit knapp 7,95 Millionen verzeichnet. Ihr Anteil an den Erwerbstätigen betrug damals rund 22,6 Prozent. Bis 2014 ging die absolute Zahl zurück. 2015 war sie erstmals wieder gestiegen.

Frauen sind mit 30,5 Prozent nach wie vor wesentlich häufiger atypisch beschäftigt als Männer, bei denen der Anteil im vergangenen Jahr bei 12,2 Prozent lag. Als atypisch zählen etwa befristete Beschäftigte (6,9 Prozent), Teilzeitbeschäftigte mit bis zu 20 Wochenstunden (12,9 Prozent), geringfügig Beschäftigte (5,9 Prozent) sowie Zeitarbeiter (2,5 Prozent).

Die einzelnen Erwerbsformen lassen sich nicht zu einer Gesamtzahl aufsummieren, da sich die Gruppen überschneiden. Die Zahl der Erwerbstätigen in einem normalen Arbeitsverhältnis - also einer unbefristeten und voll sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden - lag 2017 bei rund 25,8 Millionen. Das waren 116.000 Personen mehr als 2016. Der Anteil der Erwerbstätigen in einem Normalarbeitsverhältnis legte leicht auf 69,3 von 69,2 Prozent zu.

Quelle: ntv.de, wne/rts