Der Börsen-Tag1&1 roamt künftig bei Konkurrent Vodafone
Der Mobilfunk-Anbieter Vodafone sucht überraschend den Schulterschluss mit seinem Rivalen 1&1.
Beide Firmen teilten mit, sich auf eine National-Roaming-Partnerschaft geeinigt zu haben. Das heißt, dass 1&1-Kunden spätestens ab Oktober 2024 dort, wo ihr eigentlicher Vertragspartner keine eigenen Masten hat, mit dem Vodafone-Netz verbunden werden. Dafür bekommt Vodafone Mieteinnahmen. Bisher hat 1&1 so einen Vertrag mit dem Wettbewerber Telefónica Deutschland (O2), dieser gilt aber nur für 4G. Bei Vodafone ist hingegen auch 5G und damit der neueste Mobilfunkstandard inbegriffen.
1&1 baut derzeit sein eigenes Handynetz, kommt hierbei aber nur schleppend voran. Bei der Frage, warum es so langsam vorangeht, liegen 1&1 und Vodafone im Clinch: Der Neueinsteiger wirft Vodafone vor, Einfluss auf den Infrastrukturbetreiber Vantage Towers ausgeübt und den Bau von Hunderten Handymasten und Dachstandorten für 1&1 abgebremst zu haben. Vodafone hält zusammen mit Investoren die Mehrheit an Vantage Towers. Die britische Firma bestreitet die Vorwürfe. Zu dem Sachverhalt leitete das Bundeskartellamt im Juni ein Missbrauchsverfahren ein.