Der Börsen-Tag2023 war ein "gebrauchtes Exportjahr"
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hat sich angesichts der jüngsten Ausfuhrzahlen ernüchtert über Lage und Aussichten der Exportwirtschaft gezeigt. "2023 war ein gebrauchtes Jahr für die deutsche Exportwirtschaft", sagt DIHK-Außenwirtschaftsexpertin Carolin Herweg. Eine geringe Nachfrage aus dem Ausland aufgrund hoher Inflationsraten und eines hohen Zinsniveaus sowie geopolitische Risiken hätten im Dezember und auch im gesamten abgelaufenen Jahr für ein Minus bei den Warenausfuhren gesorgt. "Nach der Finanzkrise 2009 und der Corona-Krise 2020 ist es das schwächste Ergebnis seit drei Jahrzehnten", erklärt sie.
Auch wenn sich die Weltwirtschaft laut jüngster Prognosen des Internationalen Währungsfonds resilient zeige, ständen die deutschen Unternehmen im internationalen Wettbewerb weiterhin unter Druck. "Hohe Energiepreise und hiesige Bürokratiebelastungen drücken die Stimmung der exportierenden Unternehmen in den kommenden Monaten", erwartet die DIHK-Expertin. Hinzu komme die weiterhin angespannte Sicherheitslage im Roten Meer, die zahlreiche Reedereien seit Mitte Dezember zur Meidung der auch für Deutschland wichtigen Handelsroute veranlasse.