Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagAdler-Group-Krise spitzt sich zu

29.11.2022, 08:58 Uhr

Bei der angeschlagenen Adler Group ist der Verschuldungsgrad weiter gestiegen. Die Beleihungsquote LTV lag per Ende September 2022 bei 59,9 Prozent, wie der Immobilien-Investor mitteilt. Ende Dezember 2021 waren es noch 50,9 Prozent gewesen. Durch den Verkauf von Wohnungspaketen schrumpfte der operative Ertrag (FFO 1) im dritten Quartal auf rund 18 Millionen Euro von 35 Millionen Euro vor Jahresfrist. Die Adler Group verfügt nach eigenen Angaben noch über rund 26.000 Wohnungen. Für das Gesamtjahr bestätigte Adler die Prognose.

Die Adler Group hatte sich indes jüngst von ihren wichtigsten Gläubigern mehr Zeit und Geld verschafft. Eine Gruppe von Anleihegläubigern, darunter Investoren wie Blackrock und Pimco, sind dem Unternehmen zufolge bereit, die 2024 fälligen Anleihen - gegen eine Erhöhung des Zinssatzes - um ein Jahr zu verlängern und die Zinsen bis zum Ende der Laufzeit aufzuschieben. Zudem stellen sie frisches, aber hochverzinstes Fremdkapital über 937,5 Millionen Euro zur Verfügung. "Mit der Einigung ist die Adler Group stabilisiert und ihre Finanzierung zumindest bis Mitte 2025 gesichert", hatte Verwaltungsratschef Stefan Kirsten gesagt. Die Lage wäre sonst existenzbedrohend geworden. Als "Plan B" habe Adler ein Insolvenzverfahren erwogen.

Quelle: ntv.de