Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagAlle Augen auf Powell – wie reagiert Trump?

05.05.2025, 05:59 Uhr

Im Fokus der Dax-Anleger in der neuen Woche steht der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed. Dabei müssen sich Investoren erneut auf Kursschwankungen gefasst machen. In der vergangenen Handelswoche hatte der deutsche Börsenleitindex erneut ein deutliches Plus eingefahren und notiert aktuell über 23.000 Punkten.

Die Börsen hatten zuletzt auf eine Entspannung in dem von US-Präsident Donald Trump entfachten Zollchaos gesetzt, doch Experten zufolge ist die Kuh noch lange nicht vom Eis. "Selbst dann, wenn der US-Präsident die reziproken Zölle vollumfänglich wieder kassieren sollte und nur den nicht zur Disposition stehenden Zollaufschlag von zehn Prozentpunkten beibehalten würde, hätte sich das durchschnittliche US-Zollniveau vervielfacht", fassen die LBBW-Strategen zusammen. "Dies dürfte die Inflation befeuern, wodurch der Fed die Hände gebunden sind, gegen die zu befürchtende Konjunkturschwäche einzuschreiten."

Anleger rechnen damit, dass die Fed den Leitzins am Mittwochabend noch einmal in der Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent belässt. Im Juni wird dann erwartet, dass sie ihre Geldpolitik dann voraussichtlich lockert. Fed-Chef Jerome Powell hatte erklärt, er sehe Anzeichen für eine Verlangsamung der US-Wirtschaft, jedoch keinen dringenden Handlungsbedarf für die US-Notenbank.

Nach dem Konflikt zwischen dem Weißen Haus und der Fed sind Investoren zusätzlich angespannt. Zwar hatte der für rasche Zinssenkungen trommelnde Präsident Donald Trump seine Kommentare zur "vorzeitigen Beendigung" der Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell zurückgenommen, worauf sich der Markt etwas beruhigt hat. Aber das Problem ist aus Sicht von Experten noch nicht gelöst. Vom Obersten Gerichtshof drohten Entscheidungen, die Entlassungen aus ebenfalls unabhängigen Staatsbehörden aufgrund politischer Differenzen ermöglichten, was auch für die Fed Folgen haben könnte. "Schon allein das Risiko, dass politische Konflikte eine Amtsenthebung zur Folge haben können, dürfte die Unabhängigkeit der Zentralbank beeinträchtigen – selbst wenn der Präsident von dieser Möglichkeit nicht Gebrauch macht", sagt Gilles Moëc, Chefökonom der AXA Group.

Die neue Konjunkturdatenwoche eröffnet heute das Barometer der Beratungsfirma Sentix für Mai. Dieses zeigt an, wie sich die Konjunkturerwartungen der Börsianer in Zeiten des internationalen Handelskonflikts entwickeln. Ebenfalls zum Wochenstart stehen zudem die US-Einkaufsmanagerindizes für April im Terminkalender. Im Fokus bei den Unternehmen steht weiterhin die Bilanzsaison. Einen Blick in ihre Bücher gewähren in der neuen Woche 15 Dax-Konzerne. Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de