Der Börsen-TagAngst vor "noch nie dagewesener Spirale aus Zöllen"
Zum Wochenstart hat der Dax direkt die 25.000er-Marke hergeschenkt. Der Grund liegt in den USA, denn Präsident Donald Trump droht mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland, im Grönland-Streit mit Zöllen. Der deutsche Börsenleitindex, der am Freitag noch mit fast 25.300 Zählern ins Wochenende gegangen war, gab 1,3 Prozent auf 24.959 Stellen nach. "Anders als in früheren Verhandlungen wird die EU wohl diesmal nicht klein beigeben", sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. "Es besteht das Potenzial für eine noch nie dagewesene Spirale aus Zöllen, Gegenzöllen und weiteren Maßnahmen."
Heute nimmt das Weltwirtschaftsforum im Schweizer Alpenort Davos mit prominenten Rednern Fahrt auf. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, US-Finanzminister Scott Bessent und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gehören ebenso zu den Rednern wie Chinas Vize-Ministerpräsident He Lifeng, Kanadas Ministerpräsident Mark Carney oder die britische Finanzministerin Rachel Reeves. Aus Deutschland treten unter anderem Bundesbank-Präsident Joachim Nagel oder Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp auf. Im Fokus diplomatischer Bemühungen am Rande dürften neben den jüngsten Zoll-Drohungen aus den USA der Krieg in der Ukraine und der Grönland-Streit stehen.
Hierzulande veröffentlicht das ZEW die Umfrage zur Konjunktureinschätzung der Investoren im Januar. Experten erwarten einen Anstieg des ZEW-Barometers auf 50 Zähler von 45,8 Punkten. Im Vormonat hatten die Börsenprofis die Aussichten der deutschen Wirtschaft überraschend positiv beurteilt. Nach drei Jahren wirtschaftlicher Stagnation spiegelte das Stimmungsbild laut dem ZEW gute Chancen für eine Konjunkturbelebung wider. Dies geht einher mit der Erwartung vieler Experten, dass die Wirtschaft dieses Jahr wieder Tritt fassen wird.
Unternehmensseitig läutet der Streamingdienst Netflix wie üblich die Bilanzsaison der großen US-Technologiewerte ein. Die Quartalsergebnisse von Netflix spielen diesmal jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Börsianer richten ihre Aufmerksamkeit auf Neuigkeiten zum Bieterwettkampf mit Paramount Skydance um Warner Bros Discovery. Analysten gehen davon aus, dass Netflix dank der finalen Staffel der Serie "Stranger Things" und des neuen Films der Krimireihe "Knives Out" mit einem Plus von knapp 17 Prozent das größte Wachstum in einem vierten Quartal seit 2020 verbucht hat.