Der Börsen-TagAriane-6-Rakete mit viel Potenzial
Nach jahrelangen Verzögerungen ist die unbemannte Ariane-6-Trägerrakete zu ihrem Jungfernflug aufgebrochen. Die 56 Meter hohe Rakete hob am Dienstagabend (MESZ) vom Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana ab. Damit endete eine etwa einjährige Pause von europäischen Starts, die mit dem Ende der Ariane-5-Flüge eingeleitet worden war. Eigentlich sollte das neue Modell mit geschätzten Entwicklungskosten von vier Milliarden Euro bereits 2020 starten. Die ArianeGroup - ein Gemeinschaftsunternehmen von Airbus und Safran - sah sich jedoch wiederholt mit Verzögerungen konfrontiert.
Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine stehen die Sojus-Raketen den Europäern für Starts nicht zur Verfügung. Die italienische Vega-C-Rakete von Avio soll nach einem Triebwerksproblem 2022 erst im Laufe dieses Jahres wieder fliegen. Europa war im vergangenen Jahr gezwungen, einige Nutzlasten mit der Falcon 9 von SpaceX des Tesla-Chefs Elon Musk in den Weltraum zu befördern. Sollte der Jungfernflug als Erfolg gewertet werden, soll die Ariane 6 in den kommenden Jahren etwa 30 Kundenaufträge erfüllen, unter anderem für Internet-Satelliten von Amazon.