Der Börsen-TagBMW-Kursrutsch - und nun?
Mit einem zurückhaltenden Geschäft rechnen Händler an Europas Börsen. Der Markt warte gespannt auf die neuen Inflationsdaten aus den USA. Sie werden als Indikator für die nächsten Zinsschritte der US-Notenbank gesehen. Die TV-Debatte der US-Präsidentschaftskanditaten Kamala Harris und Donald Trump wird ohne Einfluss auf Europas Börsen gesehen. Der DAX wird nach einer späten Erholung vom Vorabend rund um die 18.300er-Marke erwartet. In Europa wird außerdem bereits auf die Zinsentscheidung der EZB geblickt.
Davor müssen aber noch die Schockwellen aus der Autoindustrie verdaut werden. Nach der Gewinnwarnung von BMW waren sämtliche Autotitel europaweit abverkauft worden. Vor allem deutsche Papiere waren von internationalen Investoren mit sehr hohen Umsätzen aus den Portfolios geworfen worden, da sie als Ikonen der deutschen Industriekrise gelten. Eine Erholung wird daher eher bei den europäischen Konkurrenten erwartet.
Auch Investmentbanken könnten weiter unter den zurückhaltenden Kommentaren von JP Morgan und Goldman Sachs zu ihrem Handelsgeschäft leiden. Die Aussicht auf Zinssenkungen ist ohnehin schon nicht positiv für das Geschäft von Banken und Versicherern und macht die Branchenaussichten für Investoren derzeit schwierig. Im Fokus steht am Mittwoch die Commerzbank mit dem Paketkauf durch die Unicredit. Noch ist nicht klar, ob dies nur eine Handelsposition oder langfristige Beteiligung ist. Letzteres könnte Übernahmefantasien wecken.
O hne Klarheit bei den US-Verbraucherpreisen (CPI) erwarten Händler einen neuen Positionsaufbau aber in keiner Branche. "Das CPI könnte der entscheidende Faktor werden, ob sich die Fed nächste Woche für einen Zinsschnitt von 50 oder 25 Basispunkten entscheidet", sagt Tom Essaye von Sevens Report Research: Je schwächer das CPI, desto besser für die Märkte.
Volkswirte erwarten für das August-CPI einen Anstieg zum Vorjahr um 3,2 Prozent in der Kernrate. Sollte es hingegen über Markterwartung liegen, falls der Monatsanstieg über 0,2 Prozent liegen sollte, wären nur 25 Bp von der Fed zu erwarten, heißt es von den Strategen bei Evercore ISI.