Der Börsen-TagBayer-Chef kritisiert Standort Deutschland
Bayer-Chef Bill Anderson hat angesichts des Krieges im Iran und der Blockade der Straße von Hormus vor weltweiten Ernteausfällen und steigenden Lebensmittelpreisen gewarnt. Durch die wichtige Schifffahrtsroute laufe rund ein Drittel des Welthandels mit stickstoffbasiertem Dünger, sagte der Manager t-online. Bleibe die Meerenge blockiert, könne dies bereits im Herbst zu deutlich geringeren Ernten auf der Nordhalbkugel führen. Dies treffe auch den Agrar- und Pharmakonzern, obwohl Bayer selbst keinen Dünger herstelle. Zudem drohten durch den Düngermangel bei Mais Engpässe beim Tierfutter, was Fleisch, Eier und andere Lebensmittel verteuern könne.
Zugleich übte der Konzernchef deutliche Kritik an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland. Das Land stehe vor massiven Herausforderungen und leide unter einem "massiven Standortnachteil". Als Gründe nannte Anderson hohe Lohnnebenkosten, ein lähmendes Maß an Bürokratie sowie hohe Energiekosten. Der Strompreis sei hierzulande mehr als dreimal so hoch wie an der texanischen Golfküste und mehr als doppelt so hoch wie in China. Entlastungen sehe er trotz vieler Diskussionen nicht, stattdessen nähmen Berichtspflichten und Regulierungen weiter zu.