Der Börsen-TagBilanzskandal: Möbelhändler muss vor Gericht

Aufregung um Steinhoff: Das Landgericht Frankfurt hat den Weg für eine Sammelklage gegen den Möbelkonzern frei gemacht. Damit können Anleger auf Schadenersatz hoffen. Die Aktie des Möbelhändlers fällt derweil auf ein neues Jahrestief von zweitweise nur 8,16 Cent.
Aktionäre beschuldigen die niederländische Steinhoff International Holding, den Kapitalmarkt nicht oder nicht rechtzeitig über Unregelmäßigkeiten in der Bilanz informiert zu haben. Die PwC-Buchprüfer hatten im März von systematischen Bilanzfälschungen bei dem Unternehmen berichtet und fragwürdige Buchungen mit einem Volumen von rund 6,5 Milliarden Euro dokumentiert. Gegen den früheren Firmenchef Markus Jooste wird ermittelt.
Der Bilanzskandal hat Steinhoff schwer erschüttert. Seit Bekanntwerden der Bilanzunregelmäßigkeiten Ende 2017 wurde der Börsenwert des Unternehmens fast vollständig vernichtet. In Deutschland war Steinhoff für die Möbelkette Poco bekannt, die mittlerweile an den Konkurrenten XXXLutz verkauft worden ist.