Der Börsen-TagBörse wird von zwei Seiten in die Mangel genommen
Mit weiteren Kursverlusten werden die Börsen in Europa zum Beginn der neuen Handelswoche erwartet. Die Börse werde von zwei Seiten in die Mangel genommen - bei den Aktienbewertungen und den Gewinnaussichten. Dazu kommt eine Eskalation im Nahost-Konflikt: Nach einem Angriff Israels auf den Libanon schlug der Iran zurück, worauf wiederum Israel den Iran angriff, obwohl US-Präsident Trump versucht hatte, Irsaels Premier Netanjahu davon abzuhalten. Der Dax-Futures notiert rund 1 Prozent beziehungsweise gut 200 Punkte im Minus.
Der "Payroll-Schock" vom Freitag greift derweil direkt die extrem hohen Aktienbewertungen an. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen in den USA im Rahmen des US-Arbeitsmarktberichts für Mai fiel doppelt so hoch wie erwartet aus und macht Zinssenkungshoffnungen zunichte. Zugleich ist die Erwartung einer US-Zinserhöhung per September auf über 38 Prozent gestiegen, verglichen mit 19,5 Prozent eine Woche zuvor. Die 10-jährigen US-Zinsen schnellten von unter 4,50 auf zeitweise über 4,60 Prozent.
Wichtige Konjunkturdaten stehen heute nicht an. Unter Druck werden Fluglinienaktien erwartet, besonders die Titel von Billigfliegern. Der Airline-Verband IATA sprach am Wochenende eine Warnung aus und rechnet wegen der Kerosinkosten mit einer Halbierung der Gewinne.