Der Börsen-TagBundesminister macht VW-Chef klare Ansage
In der zugespitzten Krise des Autobauers VW fordert Bundesarbeitsminister Hubertus Heil den Erhalt der Arbeitsplätze. "Ich habe an das, was jetzt passiert, klare Erwartungen", sagte Heil der VW-Betriebsversammlung. Es müsse gemeinsam gelingen, die VW-Standorte in Deutschland zu sichern, so Heil, womit er laut Teilnehmern starken Beifall erhielt. "Zweitens, es darf keine betriebsbedingten Kündigungen geben", sagte Heil. Angesichts der seit Monaten ohne Annäherung verlaufenden Tarifgespräche sagte der SPD-Politiker: "Diese drei Punkte, die Sicherung von Standorten, die Sicherung von Beschäftigung und die Sicherung der Zukunft des Unternehmens, das muss am Ende raus kommen." Heil hat seinen Wahlkreis direkt neben Wolfsburg, dem Hauptsitz von VW.
Blume bekräftigte die Notwendigkeit zu massiven Kostensenkungen: "Die aktuelle Situation ist ernst." Es gelte, gemeinsam mit dem Betriebsrat in Verhandlungen eine nachhaltige Lösung zu finden. Der Vorschlag der Arbeitnehmervertreter zu Einsparungen sei ein guter Start, "reicht aber leider bei weitem noch nicht aus, die Zukunft von Volkswagen zu verteidigen."
Betriebsratschefin Daniela Cavallo erklärte, die Belegschaft sei nicht verantwortlich für die Probleme von Volkswagen, aber zu Zugeständnissen bereit. "Und daher kommt eine Lösung mit Werksschließungen, Massenentlassungen und Einschnitten ins monatliche Entgelt auch weiterhin nicht infrage."
In den laufenden Tarifverhandlungen fordert VW deshalb eine Lohnkürzung um zehn Prozent und droht mit Kündigungen und der erstmaligen Schließung von Werken in Deutschland. Betriebsrat und IG Metall wollen das verhindern. In dieser Woche gingen bundesweit schon fast 100.000 VW-Beschäftigte in Warnstreiks.