Der Börsen-Tag"Chaos" in Russland: Moskau will Ölmengen neu verhandeln
Nach dem Ölpreis-Crash ist Russland zu neuen Verhandlungen mit Saudi-Arabien über Fördermengen bereit. Ein Kompromiss sei nicht ausgeschlossen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow heute.
"Die Türen sind nicht geschlossen", bestätigte Energieminister Alexander Nowak im Interview mit dem russischen Staatsfernsehens Rossija 24. Russland sei bereit, seine Zusammenarbeit mit dem Ölkartell Opec und den in der Opec+ vereinten Förderländern fortzusetzen. Nowak ging allerdings auch davon aus, dass es Monate dauern könnte, bis sich der Ölpreis erholen wird.
Russland ist in hohem Maße von den Einnahmen aus dem Ölgeschäft angewiesen. Der Crash am Ölmarkt sorgt für einige Turbulenzen: Der Rubel hat gegenüber dem US-Dollar und dem Euro massiv an Wert verloren. Die Aktien von Energiefirmen wie Rosneft, Lukoil und Gazprom fielen um zwischen 12 und 15 Prozent. Auch russische Technologieaktien ließen Federn.
Während die Regierung betont, auf den Preisschock vorbereitet gewesen zu sein, kritisieren russische Medien "Chaos" in Russland. Niemand habe die Menschen darauf vorbereitet, schrieb etwa die Zeitung "Kommersant".