Der Börsen-TagConti enttäuscht
Verspätete Zahlungen und höhere Kosten im Industriegeschäft machen dem Autozulieferer Continental zu schaffen. Der Barmittelzufluss sei im abgelaufenen Jahr voraussichtlich mit 200 Millionen Euro deutlich niedriger ausgefallen als zuletzt mit 600 bis 800 Millionen Euro erwartet, teilte das Unternehmen auf Basis vorläufiger und ungeprüfter Zahlen mit.
Dabei spielte vor allem der unerwartet niedrige Gewinn im Unternehmensbereich ContiTech eine Rolle: Die bereinigte Gewinnmarge habe hier 2022 mit 4,7 Prozent unter der Prognose von etwa sechs bis sieben Prozent gelegen. Das sei im Wesentlichen durch gestiegene Produktionskosten, einen unvorteilhaften Produktmix sowie pandemiebedingte Geschäftseinschränkungen in China begründet, hieß es. Dazu kämen geringer als erwartete Zahlungseingänge zum Stichtag.
Beim Umsatz und der Gewinnspanne traf Conti den vorläufigen Zahlen zufolge dagegen die eigenen Erwartungen.
An der Börse dürften die Conti-Aktien mit Abgaben auf die vorläufigen Viertquartalszahlen reagieren. Im Blick steht der schwache Free-Cashflow (FCF). Mit 200 Millionen Euro ist dieser laut der Citigroup klar unter der Unternehmens-Guidance von 600 bis 800 Millionen Euro geblieben sowie der Konsenserwartung von 540 Millionen Euro. Ursächlich hierfür seien ein Anstieg der Receivables sowie eine niedriger als erwartete Profitabilität bei Contitech gewesen. Dies impliziere ein EBIT, das vermutlich 10 bis 15 Prozent unter den Schätzungen liege.