Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag"DAX-Anleger haben Angst vor eigener Courage"

05.10.2022, 17:43 Uhr

Der DAX hat seinen Aufwärtstrend der vergangenen beiden Handelstage zur Wochenmitte nicht fortsetzen können. Der deutsche Börsenleitindex, der zum Start ins neue Quartal zunächst mehr als vier Prozent zugelegt hatte, muss im Mittwochsgeschäft am Ende doch klare Verluste hinnehmen. Er büßt 1,2 Prozent auf 12.517 Punkte ein. Zum einen schwächeln auch die Kurse an der Wall Street. Zum anderen plant das Ölkartell OPEC+ eine erhebliche Kürzung der Fördermengen. Marktteilnehmer sehen darin eine weitere Belastung für die Konjunktur, Rezessionssorgen sind die Folge.

In der Vorwoche war der deutsche Börsenleitindex mit 11.862 Punkten auf den tiefsten Stand seit November 2020 gefallen. Von diesem Niveau aus konnte er sich dann um fast sieben Prozent erholen. "Wie nachhaltig diese Bewegung ist, wird sich noch zeigen müssen", erläuterten die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Viel Negatives sei wohl eingepreist. Zudem seien deutsche Standardwerte inzwischen unterbewertet. Das schließe zwar neuerliche Kursverluste nicht aus, doch die Hoffnungen auf eine Bodenbildung stiegen.

"Der DAX zeigt sich ein wenig gebeutelt", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Susanne Althoff. Sie verweist auf Gewinnmitnahmen, nachdem der DAX an den ersten beiden Handelstagen des neuen Quartals mehr als vier Prozent zugelegt hatte. "Die Anleger haben Angst vor der eigenen Courage – und so bleiben die Börsen schwankungsanfällig."

Die Titel des Chipkonzerns Infineon bauen als einer der DAX-Topwerte ihr Vortagesplus weiter aus: Die Titel ziehen knapp 2,5 Prozent an. Marktbeobachter verweisen auf zuversichtlich stimmende Aussagen des Konzerns aus einer Telefonkonferenz. Schlusslicht im deutschen Leitindex waren die Anteile des Autozulieferers Continental mit einem Minus von fast sechs Prozent.

Die stärksten Verluste im Leitindex weisen Siemens Energy und Zalando auf: Die Papiere geben jeweils um mehr als 5,5 Prozent nach.

Infineon

Quelle: ntv.de