Der Börsen-TagDAX-Luft wird dünner - drei Konzerne im Fokus
Es bleibt dabei: Der DAX kann in der laufenden Handelswoche nicht aus seiner Haut - und ist bislang nicht in der Lage, die 16.000er-Marke anzugreifen. Je länger er sich aber unweit davon darunter bewegt, desto schwieriger wird es, aus dem aktuellen Seitwärtstrend nach oben auszubrechen. Zur Wochenmitte gab der deutsche Börsenleitindex 0,4 Prozent auf 15.896 Punkte nach und auch an der Wall Street war im Mittwochsgeschäft nicht viel zu holen. Nun werden beim DAX zunächst Kurse um 15.900 erwartet.
Konjunkturseitig werden heute am Nachmittag US-Erzeugerpreise veröffentlicht. "In den USA hat die Inflation zwar ihren Höhepunkt überschritten. Sie fällt aber nur langsam", schreibt Commerzbank-Analyst Christoph Balz.
Nach den Zinsanhebungen der US-Notenbank Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank (EZB) ist heute die Bank of England (BOE) am Zug: Experten rechnen wegen der hartnäckig hohen Inflation auf der Insel mit einer Anhebung um einen viertel Prozentpunkt auf 4,50 Prozent. Es wäre bereits die zwölfte geldpolitische Straffung in Serie.
Unternehmensseitig ist heute Berichts-Großkampftag angesagt. Aus dem DAX öffnen allein RWE, Bayer, Merck und Deutsche Telekom ihre Bücher: Nach einem Rekordergebnis im vergangenen Jahr hoffen Börsianer auf eine Fortsetzung des Wachstums bei der Telekom. Die US-Tochter T-Mobile, zuletzt der Wachstumstreiber im Konzern, hatte mit seinen Zahlen zum ersten Quartal allerdings enttäuscht. Der Umsatz schrumpfte stärker als erwartet.
Vorstandschef Werner Baumann präsentiert letztmals die Geschäftszahlen bei dem Leverkusener Pharma- und Agrarkonzern Bayer. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Umsatz von 14,58 Milliarden Euro und einem bereinigten operativen Gewinn (EBITDA) von 4,63 Milliarden. Vor allem eine schwächere Entwicklung im Agrargeschäft dürfte den Analystenschätzungen zufolge das Ergebnis drücken. Neuer Vorstandschef wird zum 1. Juni der ehemalige Roche-Pharmachef Bill Anderson, der seit April Mitglied des Vorstandes ist.
Daneben liefern aber auch viele Nebenwerte Ergebnisse, so etwa Aurubis, Siltronic, Thyssenkrupp, SMA Solar, Aareal, Bilfinger, KWS Saat, Leoni, Bechtle, Hannover Rück, Hapag-Lloyd oder auch Pfeiffer Vacuum, Verbio, Verbund und Jenoptik. Ihre Aktionäre zu Hauptversammlungen haben zudem Adidas, SAP und BMW sowie Jungheinrich geladen. Vor allem bei Adidas dürfte es dabei hoch hergehen - nach dem verlustreichen Kanye-West-Debakel.