Der Börsen-TagDAX-Rekordstimmung ist verflogen
Den Schwung aus der Vorwoche kann der DAX nicht ins Montagsgeschäft retten. Der deutsche Börsenleitindex verabschiedet sich mit einem Abschlag von 1,0 Prozent und einem Stand von 19.456 Punkten aus dem Handel. Durchwachsenen Vorgaben aus Asien folgen am Nachmittag leichte Gewinnmitnahmen an der Wall Street. Dabei hält sich die Begeisterung über neue Lockerungsmaßnahmen durch die chinesischen Behörden in Grenzen. Nach Angaben der People's Bank of China (PBOC) wurden die Leitzinsen für einjährige und fünfjährige Kredite (LPR) um jeweils 25 Basispunkte auf 3,1 Prozent bzw 3,6 Prozent gesenkt. Die Senkung ist aus Marktsicht keine Überraschung, zugleich gab es keine neuen Details zu den bereits angekündigten Stimuli.
Während Ökonomen allgemein erwarten, dass die Geldpolitik in den kommenden Monaten weiter gelockert wird, ist es zweifelhaft, dass die Maßnahmen der PBOC allein die Kreditnachfrage stark ankurbeln werden, da das Vertrauen und die Bereitschaft zur Kreditaufnahme weiterhin schwach sind. Um das Nachfrageproblem zu lösen, müssen wahrscheinlich auch fiskalische Anreize zu Hilfe kommen.
"Die negativen Vorzeichen überwogen", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Nancy Lanzendörfer. "Nach der Rekordstimmung in der Vorwoche war damit aber durchaus zu rechnen", erläutert sie. "Frische Impulse könnten nun von der Berichtssaison kommen. Bereits nachbörslich öffnet das DAX-Schwergewicht SAP die Bücher."
Bei den Einzelwerten sorgen vor allem Analysten für Kursbewegungen: Infineon-Papiere fallen rund 2,5 Prozent nach einer Herunterstufung auf Equalweight durch Morgan Stanley. Angesichts der Gegenwinde auf dem Automobilmarkt sehen die Analysten Herausforderungen für das Infineon-Wachstum im Geschäftsjahr 2025. Daneben hat Jefferies die Einstufung für Munich Re auf Hold gesenkt. Mit dem Erreichen neuer Allzeit-Hochs der Munich-Re-Aktie in der Vorwoche - selbst nach Hurrikan "Milton" - kommen die Analysten von Jefferies zu dem Schluss, dass es wenig Potenzial für steigende Konsensschätzungen gibt. Die Aktien geben fast drei Prozent nach.