Der Börsen-TagDAX feiert die 16.000 und Thanksgiving
Während in den USA in dieser Woche Thanksgiving gefeiert wird, könnten die DAX-Anleger hierzulande aus Freude über neue Meilensteine die Sektkorken knallen lassen. Beseelt von der Hoffnung auf eine geldpolitische Wende und bald sinkende Zinsen hat der deutsche Leitindex die psychologisch wichtige Marke von 16.000 Punkten ins Visier genommen. Diese hatte er zuletzt Ende Juli überschritten und dabei gleichzeitig sein Rekordhoch markiert.
In der alten Woche gelang dem DAX ein Anstieg von mehr als vier Prozent bei einem Stand von 15.919 Punkten per Freitagsschluss. "Die Abkühlung der Inflation, schlechte Wirtschaftsdaten und der Rückgang der Ölpreise nähren die Hoffnung auf einen deutlichen Wechsel in der Geldpolitik der Zentralbanken", sagt Analyst Pierre Veyret vom Broker ActivTrades.
Die große Hoffnung der Anleger ist, dass die Notenbanken einer zu langen und zu starken Straffung rechtzeitig entgegenwirken, um ein Abwürgen der Konjunktur zu vermeiden. Die Währungshüter wiederum rechnen auch für 2024 weiter mit relativ hohen Inflationsraten und wollen die weitere Entwicklung erst einmal abwarten. "Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Kapitalmärkten und Notenbanken geht damit in die nächste Runde", sagt Bernhard Grünäugl, Leiter Investment Strategy & ESG bei der BayernInvest.
Die Fed hatte nach einer rasanten Zinserhöhungsserie zwei Sitzungen in Folge pausiert. Notenbankchef Jerome Powell schließt zwar eine weitere Erhöhung nicht aus, doch an den Terminmärkten wird angesichts der abflauenden Inflation bereits über Zinssenkungen ab dem Frühjahr spekuliert. Wie der interne Stand der Debatte ist, können Anleger voraussichtlich an den Protokollen der jüngsten Zinssitzung ablesen, die am Dienstag veröffentlicht werden und damit früher als gewöhnlich. Denn am Donnerstag wird die Wall Street feiertagsbedingt zu Thanksgiving geschlossen bleiben, am Freitag findet dann ein verkürzter Handel statt. Die EZB-Protokolle werden am Donnerstag offengelegt.
Heute richten sich die Blicke der Anleger aber erst einmal nach China.
Dort wird die Notenbank bereits über den geldpolitischen Schlüsselsatz, die sogenannte Loan Prime Rate (LPR), entscheiden. Um die wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Pandemie zu stärken, hat China in den vergangenen Monaten mehrere Konjunkturspritzen gesetzt. So senkte die Notenbank den Reservesatz für Geschäftsbanken bereits zweimal, um mehr Liquidität freizusetzen.
Zudem dürfte in der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) heute genau hingesehen werden, wenn die Veröffentlichung der Erzeugerpreise im Oktober ansteht. Zuletzt deuteten die Daten auf einen spürbar abflauenden Inflationsdruck hin. Weitere Wochentermine finden Sie hier.