Der Börsen-TagDAX im Würgegriff der Konjunktur
Große Sprünge hat der DAX auch zur Wochenmitte nicht gemacht. Am Ende des Handelstages stand ein Minus von 0,2 Prozent bei 15.741 Punkten in den Büchern. Dabei spielten negative Konjunkturdaten aus Deutschland nur am Rand eine Rolle. Das Augenmerk der Anleger lag in den USA. Aber auch die Wall Street konnte nicht überzeugen. Heute blicken die Anleger zunächst nach China.
Die aktuellen Außenhandelszahlen aus China werden veröffentlicht. Experten rechnen bei den Exporten im August mit einem Rückgang von 9,2 Prozent und einem Minus bei den Importen um 9,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Angesichts der akuten Konjunkturschwäche der Volksrepublik kommt den Daten besondere Brisanz zu. Der Exportweltmeister hatte zuletzt bereits einen Schwächeanfall: Die Ausfuhren sanken im Juli mit 14,5 Prozent so stark wie seit Februar 2020 nicht mehr. Damals hielt die Corona-Pandemie die Wirtschaft in ihrem Bann. Chinas lahmende Wirtschaft hat nach dem Ende der strikten Lockdowns die Kurve noch immer nicht gekriegt.
Danach richtet sich der Fokus auf die deutschen Produktionszahlen. Experten erwarten einen Rückgang um 0,5 Prozent zum Vormonat. Die hiesigen Unternehmen hatten ihre Produktion im Juni überraschend stark gedrosselt - Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 1,5 Prozent weniger her. Frühindikatoren wie das IFO-Geschäftsklima signalisieren, dass die drei Quartale in Folge nicht mehr gewachsene Wirtschaft weiter eine Flaute durchmacht.
Das IFO-Institut misst der Wirtschaft regelmäßig den Puls. Heute legt es eine frische Konjunkturprognose vor. Der vierte Rückgang in Folge des wichtigsten Konjunkturbarometers signalisiert, dass Deutschland wieder in die Rezession rutschen könnte. Das Institut hatte bei seiner Prognose im Juni einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,4 Prozent für dieses Jahr angenommen. Mit der aktuellen Vorhersage wird sich zeigen, ob es dabei bleibt oder die Konjunkturaussichten im Lichte der aktuellen Entwicklung womöglich noch düsterer eingeschätzt werden. Weitere Wochentermine finden Sie hier.