Der Börsen-TagDAX lahmt vor sich hin - Markt wartet auf US-Inflationsdaten
Ein insgesamt zäher Handelstag liegt hinter der Frankfurter Börse. Nach den Aufschlägen vom Montag gaben die Notierungen wieder nach. Auf die Stimmung drückten Daten zur Industrieproduktion aus Deutschland. Sie sind zwar nur für den zurückliegenden November, zementieren aber erneut die Rolle Deutschlands als Wachstums-Schlusslicht der Industrienationen.
Die Nachrichtenlage für Börsianer war sonst äußerst überschaubar, der Markt wartet mit Spannung auf die US-Verbraucherpreise am Donnerstag. Analysten erwarten einen leichten Anstieg, für die Kernrate jedoch einen erneuten kleinen Rückgang. Sollten die Daten die Erwartungen übertreffen, könnte dies zu einem erneuten Auspreisen von Zinssenkungen der US-Notenbank führen und somit zu weiteren Kursverlusten an den Anleihe- und Aktienmärkten.
Der DAX verlor 0,2 Prozent auf 16.688 Punkte. Der EUROSTOXX50 notierte 0,4 Prozent tiefer bei 4469 Stellen.
Im DAX stand heute Infineon im Fokus, die Aktien verbilligten sich um 1,8 Prozent. Auf die Stimmung drückte hier zudem der Rechtsstreit mit dem Insolvenzverwalter der ehemaligen Tochter Qimonda. Er hat am Vorabend ein neues Gutachten vorgestellt, das Infineon vorwirft, ein nicht werthaltiges Speichergeschäft in Qimonda eingebracht zu haben. Mögliche Belastungen daraus und ein Zeitpunkt für die Klärung des seit 2010 laufenden Rechtsstreits seien aber völlig offen, hieß es im Handel.
Hapag-Lloyd gewann 0,9 Prozent. Die Reederei wird auch weiterhin die Passage durch das Rote Meer angesichts der Gefahr möglicher Angriffe durch Huthi-Rebellen meiden und ihre Schiffe den Umweg rund um die Südspitze Afrikas fahren lassen. Die Anleger erwarten in der Folge steigende Frachtraten.