Der Börsen-TagDAX macht auf der Zielgeraden noch schlapp
Mit Abschlägen hat sich der deutsche Aktienmarkt aus dieser Woche verabschiedet. Von dem mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktbericht haben die Märkte nicht die "bequemen" Signale bekommen, die sie sich gewünscht hatten. Entsprechend wurde auf dem Frankfurter Parkett noch um die beste Erklärung gerungen. Tendenziell überwog eine positive Bewertung, an den Anleihemärkten war davon aber schon viel eingepreist. Entsprechend kam es zu Gewinnmitnahmen.
Stützend auf das Handelsgeschehen wirkte, dass China diverse Konjunkturmaßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft und zur Wiederbelebung des angeschlagenen Immobiliensektors angekündigt hat. Dazu hat sich mit dem Caixin-PMI auch der wichtigste Einkaufsmanager-Index der dortigen Industrie mit 51,0 wieder in expansives Territorium vorgearbeitet.
Der DAX gab um 0,7 Prozent nach und schloss bei 15.840 Punkten. Damit verzeichnete der deutsche Leitindex ein kleines Wochenplus. Der EUROSTOXX50 notierte 0,2 Prozent leichter bei 4289 Stellen.
Im MDAX brachen Aurubis um 6,1 Prozent ein, nachdem der Verlust zuvor sogar zweistellig war. Der Verlust durch Metalldiebstahl sei so hoch, dass die Prognose ausgesetzt werden musste, so das Unternehmen. Das Management scheine die Tragweite der Entwicklung erst langsam zu begreifen, hieß es im Handel.
Die im SDAX notierten Aktien des Aurubis-Großaktionärs Salzgitter erholten sich nach kräftigen Verlusten und stiegen noch um 1,0 Prozent. Wegen Aurubis musste auch der Stahlhersteller seine Prognose für das Geschäftsjahr 2023 aussetzen.
Düster sah es weiter bei den Autoherstellern aus: Der Sektor-Index in Europa verzeichnete ein deutliches Minus. Hier belastete der kräftige Abschlag von 4,2 Prozent bei Volkswagen. Die UBS hat die Aktie auf "Sell" heruntergestuft und sieht VW als den Hauptverlierer der Expansion von Chinas Autoherstellern. Die Wolfsburger hätten den Vorteil des Pioniers am E-Automarkt aus der Hand gegeben und seien auf dem Weg von der ehemaligen Nummer eins in China zu einem Nischenanbieter, hieß es.