Der Börsen-TagDIHK sieht Exporteure in "extremer Kostenklemme" - 70 Mrd Euro Belastung
Die deutschen Exporteure bleiben dem DIHK zufolge auf Milliardenkosten durch stark gestiegene Import- und Erzeugerpreise sitzen. "Die daraus resultierende Belastung für die deutsche Außenwirtschaft beträgt allein für das erste halbe Jahr 70 Milliarden Euro", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. Nach Berechnungen und Unternehmensbefragungen des Verbands hoben die deutschen Unternehmen die Preise für ihre Exportgüter im ersten Halbjahr zwar um 14,7 Prozent an. Zugleich legten aber sowohl die Erzeuger- als auch die Importpreise etwa doppelt so stark zu. Zugutekomme dies vornehmlich ausländischen Lieferanten von Rohstoffen, Energieträgern und verarbeiteten Vorprodukten wie Halbleitern.
"Die deutsche Außenwirtschaft befindet sich in einer extremen Kostenklemme, aus der sie sich auch in den nächsten Monaten nicht wird befreien können", sagte Treier dazu. Die notwendigen importierten Vorleistungen - die immerhin über 40 Prozent an den deutschen Exportwerten ausmachten - und andere Kostenfaktoren seien preislich weit stärker gestiegen als die Ausfuhren. "Nicht zuletzt, weil der mittlerweile äußerst schwache Euro-Außenwert die Importpreise merklich verteuert hat", sagte der DIHK-Experte. Der Euro ist zuletzt zum Dollar unter die Parität und auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren gefallen, was die auf Weltmärkten häufig in der US-Währung abgerechneten Waren teurer macht.