Der Börsen-TagDamoklesschwert Rezession - das wird für den DAX heute wichtig
Die drohende Rezession hängt Experten zufolge weiter als Damokles-Schwert über den Börsen. "Das grundlegende Problem bleibt, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine das globale Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage an den Gasmärkten gestört hat", sagt Chris Iggo, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Axa Investment Managers. "Solange dies nicht behoben ist, stehen die Aussichten für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in der Welt sehr schlecht."
Dazu kämen die unabsehbaren Folgen durch eine drastische Straffung der Geldpolitik durch Fed, EZB & Co, warnt Martin Lück, Chef-Anlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock. "Noch ist nicht absehbar, welche Effekte steigende Zinsen und schrumpfende Zentralbankbilanzen etwa für Geschäftsmodelle haben, die auf Verschuldung aufgebaut sind." Diese würden erst im kommenden Jahr sichtbar.
Daher könnten weder die Entspannung bei den Lieferketten-Problemen noch die teilweise besser als erwartet ausgefallenen Geschäftszahlen der Unternehmen den Kursen nachhaltigen Auftrieb geben, gibt Analyst Frank Wohlgemuth von der National-Bank in Essen zu bedenken. "Eine Prognose ist jedenfalls sicher: Der Herbst wird spannend an den Weltbörsen, sicherlich spannender und schwankungsreicher als von vielen Anlegern erhofft."
In der vergangenen Handelswoche konnte der DAX insgesamt zulegen, kletterte zudem zurück über die 13.000-Punkte-Marke. Am Freitag gewann er deutliche mehr als 180 Punkte oder 1,4 Prozent, verabschiedete sich mit einem Stand von 13.088 Zählern ins Wochenende. Auch an der Wall Street kletterten die Kurse. Zum Handelsstart dürfte sich der DAX zudem weiter nach oben bewegen, denn er wird aktuell mit Kursen um 13.195 Stellen taxiert.
Zum Start in die neue Handelswoche richtet sich das Hauptaugenmerk Richtung Großbritannien, wo in dieser Woche die Zinsentscheidung der Bank of England ansteht und es vorab einige Konjunkturdaten regnet. Heute werden etwa Zahlen zum Wirtschaftswachstum, zur Handelsbilanz und zur Industrieproduktion veröffentlicht. Daneben liefert der Primark-Eigner AB Foods ein Trading Update.
Hierzulande dürfte vor allem die Konjunkturprognose des Ifo-Instituts für Spannung sorgen. Sie wird um 10.00 Uhr MESZ veröffentlicht. Aus Frankreich kommen zudem die OECD-Frühindikatoren. Feiertagsbedingt bleiben die Börsen in Hongkong, China und Südkorea geschlossen.