Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag Das wird heute wichtig für den DAX

10.08.2023, 06:30 Uhr
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Ein wirklich klarer Trend zeichnet sich nicht ab, nachdem der DAX in der Vorwoche deutlich Federn lassen musste. Die US-Inflationszahlen könnten bei der Richtungssuche helfen. (Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem Rücksetzer zum Wochenauftakt ging es am Vortag an den Börsen wieder nach oben. Für die 16.000er Marke hat es allerdings nicht gereicht. Viele Anleger witterten jedoch eine gute Einstiegsmöglichkeit: Der DAX kletterte am Ende immerhin um knapp 0,5 Prozent auf 15.852 Punkte.

Heute stehen endlich die an den Finanzplätzen weltweit mit Spannung erwarteten Inflationszahlen aus den USA für Juli auf der Agenda, was bei der Richtungssuche helfen könnte. Experten rechnen mit einer Verstärkung des Preisauftriebs: Die Teuerungsrate könnte demnach auf 3,3 Prozent ansteigen, was für die Notenbank im Kampf gegen die Inflation einen Rückschlag bedeuten würde. Die Notenbank hat offengelassen, ob sie im September bei den Zinsen nachlegt. Ein Anziehen der Inflation würde Befürwortern einer Erhöhung Argumente an die Hand geben.

Die Anleger und Anlegerinnen haben dazu auch wieder jede Menge Zahlen zu verdauen: Mit robusten Geschäftszahlen der US-Tochter T-Mobile im Rücken legt die Deutsche Telekom ihre Zwischenbilanz vor. Zum Jahresauftakt hatte der Bonner Konzern das Gewinnziel für 2023 leicht angehoben. Analysten rechnen für das zweite Quartal im Schnitt mit Erlösen von 27,33 Milliarden Euro, einem operativen Ergebnis von 10,021 Milliarden Euro und einem Free Cash Flow von 3,768 Milliarden Euro.

Die Verluste und Abschreibungen im Windkraft-Geschäft von Siemens Energy dürften die guten operativen Zahlen von Siemens im dritten Quartal überschatten. Der Technologiekonzern muss die Verluste der ehemaligen Energietechnik-Tochter zum Ärger von Finanzchef Ralf Thomas noch anteilig bilanzieren, auch wenn er den Anteil kurz vor dem Quartalsende auf 25 von 32 Prozent reduziert hat. Das verzerrt den Gewinn. Deshalb zweifeln Analysten, ob Siemens die Prognose für den Gewinn je Aktie halten kann, auch wenn das Kerngeschäft weiter brummt.

Dann stellt sich noch die Frage: Wie groß ist der Optimismus von Europas größtem Versicherer Allianz? Die Antwort darauf wird Finanzvorstand Giulio Terzariol geben, wenn er die Zahlen für das zweite Quartal vorstellt. Zuletzt hatte er an der breiten Spanne von 13,2 bis 15,2 (Vorjahr nach dem neuen IFRS-Standard: 13,8) Milliarden Euro festgehalten, als es um die Gewinnprognose für das Gesamtjahr ging.

Das beste Jahr beim Auftragseingang in der Rheinmetall-Geschichte erwartet der Chef des Düsseldorfer Konzerns, Armin Papperger, 2023. Die russische Invasion in der Ukraine hat einen Rüstungsboom ausgelöst. Auch die Bundeswehr hat zahlreiche Aufträge an die Düsseldorfer Waffenschmiede vergeben. Rheinmetall berichtet nun über die Entwicklung im zweiten Quartal.

Thyssen Krupp legt seinen Bericht zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 vor. Dabei dürfte besonders die Stahlsparte des Industriekonzerns im Blick stehen, für die das Management verschiedene Optionen prüft. Eine Verselbstständigung gehört ebenso dazu wie Partnerschaften oder ein Verkauf. Die Stahlbranche steht wegen der Zurückhaltung wichtiger Kunden wie der Automobilindustrie und fallender Stahlpreise unter Druck. Schatten wirft der österreichische Konkurrent Voestalpine voraus, der für das vergangene Quartal einen Gewinneinbruch gemeldet hat.

Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de