Der Börsen-TagDax bekommt Treibstoff zum Aufstieg
Überraschend starke Konjunkturdaten und ein Rückgang beim Ölpreis haben die Stimmung an der Frankfurter Börse aufgehellt. Der Dax kletterte um 0,6 Prozent und schloss bei 26.266 Punkten. Der EuroStoxx50 notierte 0,2 Prozent höher bei 6460 Stellen. Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr trotz Belastungen durch den Iran-Krieg schneller gewachsen als bislang angenommen. "Gemessen an den stellenweise düsteren Konjunkturaussichten in Anbetracht des Iran-Krieges fällt das deutsche Wachstum erstaunlich solide aus", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank.
Auch die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen ist so gut wie seit einem Jahr nicht mehr und lässt Hoffnung auf einen tragfähigen Aufschwung aufkommen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im August das vierte Mal in Folge - und dazu noch stärker als erwartet.
Für Gesprächsstoff bei den Anlegern sorgte jedoch vor allem Volkswagen. Konzernchef Oliver Blume erklärte auf der Betriebsversammlung im Stammwerk Wolfsburg einmal mehr, dass VW unter großem Druck von US-Zöllen, geopolitischen Risiken und neuen Rivalen Kosten senken und schlanker werden müsse. Das Aus von vier deutschen Werken sei keine beschlossene Sache. Es sollten vielmehr "belastbare Perspektiven" für alle Standorte geschaffen werden. Mehr als 10.000 Mitarbeitende in und vor der Halle quittierten seine Rede Teilnehmern zufolge mit Pfiffen. Auch die Anleger reagierten verschnupft. Die VW-Aktie gab um 0,7 Prozent nach.
Gefragt waren hingegen Siemens Energy mit einem Aufschlag von 2,7 Prozent. Der Energietechnikkonzern bereitet nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg die Abspaltung seines Dampfturbinen- und Wasserstoffgeschäfts vor.