Der Börsen-TagDax bleibt unter Druck
Mit wenig veränderten Kursen an den europäischen Aktienmärkten rechnen Marktteilnehmer für den Wochenauftakt. Der Dax wird zum Handelsbeginn leicht im Plus erwartet. Vorbörslich notiert der Frankfurter Leitindex 0,1 Prozent höher bei 11.927 Punkten. Damit gehen allerdings die Erholungsgewinne aus dem späten Future-Handel vom Freitag größtenteils wieder verloren.
"Die Angst vor weiteren Verlusten ist groß und führt zu Anschlussverkäufen", sagt ein Marktteilnehmer. Zu den Zins- und Inflationssorgen geselle sich nun die Furcht vor einem Handelskrieg. US-Präsident Donald Trump hat den Europäern bei Gegenmaßnahmen zu den Stahlzöllen mit Zöllen auf Autos gedroht. Davon wäre vor allem der Dax mit den Autowerten negativ betroffen. "Sollte es zu einem regelrechten Handelskrieg kommen, dürfte sich die Korrektur deutlich ausdehnen", sagt Heino Ruland von Ruland Research.
Robert Halver von Baader-Helvea spricht mit Blick auf Zinsängste und möglichen Handelskrieg von "double trouble". Allerdings sagt er auch, die lange überschwängliche Stimmung am US-Aktienmarkt als Kontraindikator sei nun abgebaut, und fundamental bleibe das positive Aktienumfeld intakt.
Aus technischer Sicht ist mit dem neuen Jahrestief vom Freitag bei 11.878 Punkten die Anforderung an eine klassische ABC-Korrektur erfüllt. Zugleich hat die Unterstützung in diesem Bereich - markiert durch Tiefs im August und März des vergangenen Jahres - bisher gehalten. Damit haben sich aus technischer Sicht die Bedingungen für kurzfristige Erholungen und mittelfristige Ansätze für eine Bodenbildung gebessert. Stände unter 11.800 würden diese Chance allerdings wieder zerstören mit Zielen um 11.500, heißt es bei technischen Analysten.
Daneben steht das Wahlergebnis in Italien im Blick. "Die Börsen sind diese typisch italienischen Verhältnisse mit geringen Aussichten auf eine stabile Regierung eigentlich gewöhnt", sagt Ruland. Trotzdem sei es fraglich, ob der Mailänder Markt das Ergebnis schnell abhaken werde. Im Blick stünden auch die Renditeaufschläge italienischer Bonds zu Bundesanleihen. Zum SPD-Votum sagt Ruland, dieses sei so erwartet worden und kein großer Impulsgeber für die Märkte.