Der Börsen-TagDax hält sich im politischen Orkan wacker
Erst die große Hektik, dann ein relativ ruhiger Handel: Nach dem Kursrutsch vom Morgen hat sich der deutsche Aktienmarkt im Verlauf des Tages wieder deutlich stabilisiert. Im russisch-ukrainischen Konflikt gab es eine kleine Ruhepause. Am Abend kam nach der Meldung, dass der russische Föderationsrat der Stationierung von Truppen im Donbass zugestimmt habe, wieder etwas Bewegung auf.
"Der Markt wartet darauf, welche konkreten Sanktionen nun umgesetzt werden", sagte ein Marktteilnehmer. Der Handel mit Russland sei vergleichsweise klein, die Importe beschränkten sich fast ausschließlich auf Energie und andere Rohstoffe. "Insofern sollte die Wirkung nicht überbewertet werden, auch wenn die steigenden Öl- und Gaspreise die Inflationsraten noch einmal nach oben treiben", so der Händler.
Der Dax ging heute mit einem moderaten Abschlag von 0,3 Prozent auf 14.693 Punkte aus dem Handel. Zu Handelsbeginn war der Leitindex bis auf 14.358 Zähler abgestürzt. Am Mittag war der Dax kurzzeitig in den positiven Bereich gedreht. Der EuroStoxx50 notierte mit 3981 Punkten 0,1 Prozent tiefer.
Bei den Einzelwerten lagen Porsche SE mit plus 11,3 Prozent einsam an der Dax-Spitze. Dahinter folgten die VW-Vorzüge mit 7,8 Prozent. Beide Papiere zogen an, weil der Wolfsburger Konzern die Pläne für den Börsengang der Sportwagentochter nun konkretisiert hat.
Daneben waren Aktien mit Rüstungsbezug gefragt. So legten Airbus 1,9 Prozent und Rheinmetall 2,2 Prozent zu. "Die Friedensdividende gehört nun endgültig der Vergangenheit an", so ein Händler. Stattdessen dürften nun die Rüstungsausgaben steigen.
Fresenius brachen am Dax-Ende nach Geschäftszahlen um 8,4 Prozent ein. Diese werden mit Blick auf das vierte Quartal als leicht positiv gewertet, der Ausblick sei etwas vorsichtiger, was die Mittelfrist-Prognose betreffe, hieß es.
FMC zogen dagegen um 2,2 Prozent an. Die Corona-Pandemie habe zwar weiter belastet, aber am wichtigsten sei die Aussage, im laufenden Jahr das Gewinnwachstum steigern zu wollen, verlautete auf dem Frankfurter Parkett. Als Belastungsfaktor dabei wurde die Kosteninflation genannt.