Der Börsen-TagDax schließt auf Tagestief - 360 Punkte verloren
Es war ein verlustreicher Tag am deutschen Aktienmarkt: Vor dem Wochenende haben die Anleger ihr Risiko nach unten gefahren. Ein Thema war natürlich der Krieg in der Ukraine und die unvorhersehbare Nachrichtenlage dazu. Ein Risiko ging auch von der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich aus. Und einhergehend mit der hohen Inflation belastete die Entwicklung an den Zinsmärkten.
Falkenhafte Kommentare aus den Reihen der Notenbanker verschreckten zusehends die Investoren. Deutliche Worte von Fed-Chef Jerome Powell zu den anstehenden Zinserhöhungen haben die Börsenlaune bereits seit dem Vorabend gedämpft. An der Börse wird nicht ausgeschlossen, dass die US-Notenbank bis zu viermal den Leitzins gleich um jeweils 50 Basispunkte anhebt und damit das bisher gute Wirtschaftswachstum belasten könnte. Aber in Deutschland wird nun auch mit mehreren Zinsschritten durch die EZB noch in diesem Jahr gerechnet.
So gab der Dax heute kräftig nach und ging 2,5 Prozent tiefer mit 14.142 Punkten - das bedeutet gleichzeitig Tagestief - ins Wochenende. Der Leitindex verlor damit 360 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte zwei Prozent leichter bei 3848 Stellen.
Am Vormittag gab es aus Europa erste Einkaufsmanager-Indizes (PMI) für den Industrie- und Dienstleistungsbereich für April. Hier überraschte ein besserer Index für den Servicebereich aus Frankreich sogar positiv. Ebenso ist in Deutschland dieser Bereich besser gelaufen, was Händler zum Teil auf die Wiedereröffnung von Hotels und Gaststätten nach Corona zurückführen.
Bei den Einzelwerten sackten SAP im Dax um zwei Prozent ab. Der Softwarekonzern hat zum Jahresbeginn zwar ein andauernd starkes Wachstum im Cloudgeschäft verzeichnet, beim Gewinn und der vielbeachteten operativen Marge aber spürbar geschwächelt. Belastender Faktor war der Rückzug aus Russland als Reaktion auf den Einmarsch in der Ukraine.
Die positive Dax-Ausnahme waren Heidelbergcement mit plus 0,8 Prozent. Die Titel des Baustoffkonzerns wurden angetrieben von einem optimistischen Ausblick des Konkurrenten Holcim, der mit weiter schwungvollen Geschäften rechnet.