Dax schließt unter 24.000 - Rüstungswerte tiefrot
Überwiegend leichter hat sich heute der deutsche Aktienmarkt präsentiert. Auch ein günstiger Sentix-Konjunkturindex konnte die Stimmung nicht drehen. "Dem Dax droht der Fall ins Sommerloch", sagte ein Händler in Frankfurt. Daran werde wahrscheinlich auch der anstehende große Verfallstermin an der Eurex nichts mehr ändern.
Der Dax fiel um 0,8 Prozent und ging mit 23.988 Punkten aus dem Xetra-Handel. Der EuroStoxx50 notierte kaum verändert bei 5421 Stellen. Der Euro lag am Abend bei 1,1419 US-Dollar.
Berichts- und Dividendensaison seien gelaufen, die Aufwärtsdynamik lasse an allen wichtigen Märkten nach, und weder von der US-Notenbank noch von der EZB werde für die kommenden Sitzungen noch etwas erwartet, hieß es weiter. Wahrscheinlich sei ein andauernder Seitwärtshandel mit relativ geringer Volatilität.
Weiter kräftigen Druck gab es auf die Rüstungsaktien. Renk fielen um 11,7 Prozent, Rheinmetall um 5,8 Prozent und Hensoldt um 6,1 Prozent. "Es ist auffallend, dass der globale Verkauf der Rüstungs-Baskets und -ETFs nicht auf konkrete nachrichtliche Auslöser zurückzuführen ist", meinte ein Börsianer.
Was bedeutet die Zinssenkung für den Zertifikate-Markt?
Die EZB hat die Zinsen im Euroraum weiter gesenkt. Ob die Zinsen jetzt generell sinken und welche Auswirkungen das auch auf den Zertifikate-Markt hat, darüber spricht Nancy Lanzendörfer mit Peter Bösenberg von der Société Générale.
Vermögensverwalter Blackstone will massiv in Europa investieren
Der Vermögensverwalter Blackstone sucht verstärkt nach Anlagemöglichkeiten in Europa. Sein Unternehmen wolle in den kommenden zehn Jahren bis zu 500 Milliarden US-Dollar auf dem Kontinent investieren, sagte Konzernchef Steve Schwarzman gegenüber Bloomberg TV. Europa biete "große Chancen". Blackstone verwaltet aktuell ein Vermögen im Volumen von etwa einer Billion Dollar.
Durch die von US-Präsident Donald Trump ausgelösten politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen wollen die europäischen Staaten unter anderem ihre Verteidigungsausgaben erhöhen und die heimische Konjunktur ankurbeln. Allein der Bund nimmt hierfür insgesamt 500 Milliarden Euro in die Hand. Schwarzman verspricht sich hiervon einen Wachstumsschub, vor allem im Verteidigungs- und im Raumfahrtsektor.
Daimler Truck und Toyota legen japanische Lkw-Töchter zusammen
Die geplante Fusion der japanischen Lkw-Töchter von Daimler Truck und Toyota ist offenbar bald in trockenen Tüchern. Die beiden Konzerne hätten die endgültige Vereinbarung zur Fusion von Mitsubishi Fuso und Hino Motors unterzeichnet, teilte Daimler Truck mit. Damit entstehe ein japanisches Lkw-Schwergewicht mit mehr als 40.000 Mitarbeitern. Daimler-Truck-Chefin Karin Radström sprach von einem sehr wichtigen Schritt. Das neue Unternehmen soll seine Geschäfte im April 2026 aufnehmen.
Die beiden japanischen Lkw-Bauer Fuso und Hino schlüpfen den Angaben zufolge gleichberechtigt unter das Dach einer neuen börsennotierten Holding, an der Daimler Truck und Toyota jeweils 25 Prozent halten werden. Die Holding solle von Karl Deppen, dem aktuellen Chef von Mitsubishi Fuso, geleitet werden. Ziel sei es, das Unternehmen an den Prime Market der Tokioter Börse zu bringen. Dafür wird nach Unternehmensangaben ein Streubesitz von mindestens 35 Prozent angestrebt. Derzeit sei es noch zu früh, Details zu möglichen Synergien zu nennen, sagte Deppen.
Gespräche mit China halten US-Anleger in Atem
Die laufenden Handelsgespräche zwischen den USA und China stimmen die Anleger an der Wall Street zurückhaltend. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zur Eröffnung leicht schwächer bei 42.744 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 und der Index der Technologiebörse Nasdaq rückten um jeweils 0,2 Prozent auf 6018 beziehungsweise 19.644 Zähler vor.
Im Fokus bei den Einzelwerten standen unter anderem Moderna mit einem Kursminus von rund 2,5 Prozent. US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat alle Mitglieder eines Gremiums (ACIP) von Impfexperten der US-Seuchenbehörde CDC entlassen und setzt den Ausschuss nun neu zusammen. Gefragt waren hingegen die US-notierten Aktien des chinesischen Musikstreaming-Dienstes Tencent Music, die um 1,5 Prozent zulegten. Der Konzern will mit der Übernahme der Plattform Ximalaya sein Geschäft mit Podcasts und Audiobüchern stärken.
SAP und Telekom lassen Dax lahmen
Der Dax kommt heute einfach nicht aus dem Knick. Am frühen Nachmittag notierte der deutsche Leitindex 0,4 Prozent im Minus bei 24.083 Stellen. "Die alten Zugpferde hängen seitwärts fest, und neue sind nicht in Sicht", sagte ein Marktteilnehmer. SAP sei nach dem Ausbruchsversuch in die Box unter 270 Euro zurückgefallen, die Versicherer sowie Siemens hätten ihre Neubewertungen offensichtlich erst einmal abgeschlossen, und mit dem angekündigten Rücktritt des Chefs von T Mobile US weite nun auch Deutsche Telekom die Konsolidierung aus. "Eine Wiederaufnahme der Rally dürfte dem Dax schwerfallen", so der Börsianer mit Blick auf die Einzeltitel.
Merz gegen Commerzbank-Übernahme - "nicht akzeptabel"
Im Streit um eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank Unicredit hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz hinter das deutsche Geldhaus gestellt. "Ich teile die Ansicht des Bundesministers der Finanzen, dass ein unabgestimmtes und unfreundliches Vorgehen wie das der UniCredit Group nicht akzeptabel ist", erklärte Merz in einem Brief an den Vorsitzenden des Commerzbank-Konzernbetriebsrates, Sascha Uebel.
Die Bundesregierung setze auf eine "starke und eigenständige Commerzbank", und nehme Befürchtungen hinsichtlich der Eigenständigkeit sowie der Zukunft des Wirtschafts- und Finanzstandortes Deutschland "sehr ernst", versicherte Merz.
US-Handelsminister spricht von guten Verhandlungen mit China
Die USA und China haben in London den zweiten Tag ihrer Gespräche begonnen, deren Ziel es ist, die Exportkontrollen zu lockern und die wachsenden Handelsspannungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt abzubauen. US-Handelsminister Howard Lutnick sagte, der Dialog verlaufe "gut". Lutnick erklärte gegenüber Reportern, beide Seiten hätten "gestern den ganzen Tag lang gesprochen und werden auch heute den ganzen Tag lang sprechen".
Kontron-Aktie schießt hoch - Großauftrag aus Tschechien treibt
Die Kontron-Aktie hat ihre Gewinne weiter ausgebaut und 5,1 Prozent höher notiert. Analysten lobten die hohe Taktrate bei den Auftragseingängen. So sei der aktuelle über 26 Millionen von der tschechischen Eisenbahn schon der dritte in Folge. Kontron werde damit immer mehr zum unverzichtbaren Ansprechpartner im Bereich der Bahnkommunikation.
Öl versucht sich an Bodenbildung - Preise gehen hoch
Die Ölpreise proben die Bodenbildung, und davon profitieren auch die Ölaktien. WTI zur Lieferung Ende Juli steigt um 0,4 Prozent auf 64,88 US-Dollar je Barrel, Brent verteuert sich um 0,5 Prozent auf 67,37 Dollar. Ein signifikanter Ausbruch auf der Oberseite würde eine Bodenbildung abschließen, ein Scheitern könnte die jüngsten Tiefs wieder in den Blick rücken. Aus fundamentaler Sicht würden die Ölpreise von der Hoffnung auf erfolgreiche Handelsgespräche zwischen den USA und China gestützt, heißt es am Markt.
Neues vom Geldmarkt
Der europäische Geldmarkt zeigt sich nahezu unverändert. "Der Handel ist immer noch sehr ruhig", so eine Marktteilnehmerin. Im Blick steht der Reserve-Ultimo. Mit dem Beginn der neuen Periode am Mittwoch wird dann die jüngste Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) wirksam.
Hier die jüngsten Daten: Tagesgeld: 2,15 - 2,32 (2,15 - 2,32), Wochengeld: 1,90 - 2,07 (1,90 - 2,07), 1-Monats-Geld: 1,92 - 2,10 (1,92 - 2,10), 3-Monats-Geld: 1,97 - 2,24 (1,97 - 2,24), 6-Monats-Geld: 1,98 - 2,26 (1,98 - 2,26), 12-Monats-Geld: 1,98 - 2,27 (1,98 - 2,27)
Geringerer Treibstoffverbrauch: Ryanair ordert Leap-1B-Ersatztriebwerke
Ryanair Holdings hat 30 Ersatztriebwerke des neuen Typs Leap 1B im Wert von 500 Millionen US-Dollar bei CFM International bestellt. Die irische Fluggesellschaft teilte mit, dass die Triebwerke in den nächsten zwei Jahren geliefert werden und ihre Flotte von 210 Boeing-737-Gamechanger-Flugzeugen sowie die B737 MAX-10-Flugzeuge unterstützen sollen, die ebenfalls 2027 ausgeliefert werden sollen.
"Die CFM-Triebwerke der neuesten Generation reduzieren den Treibstoffverbrauch und die CO2-Emissionen pro Sitzplatz um bis zu 20 Prozent, wenn sie in unserer B737 MAX-Flotte installiert sind", sagte CEO Michael O'Leary. Damit werde Ryanair seine Kostenführerschaft im Vergleich zu konkurrierenden Fluggesellschaften in Europa ausbauen.
Wichtige Pharma-Aktie über markanter Marke
Im Pharmabereich liegen Novo Nordisk weiter auf Erholungskurs. Die Aktie gewinnt 2,5 Prozent und notiert mit 502,60 dänischen Kronen erstmals seit Ende März wieder deutlicher über der Marke von 500 Kronen. Händler verweisen auf den Einstieg von Parvus Asset Management, einem sogenannten aktivistischen Investor. Dieser habe ein Paket von drei Prozent an Novo Nordisk erworben.
Rolls-Royce-Aktie stark - Reaktor-Auftrag stützt
Rolls-Royce haben sich vom Gesamtmarkt abgekoppelt und ist nach oben gegangen. Der Kurs stieg um zwei Prozent. Der Triebwerkhersteller hat einen Auftrag der Regierung für so genannte Mikro-Nuklearreaktoren erhalten. Das Unternehmen spricht von einer signifikanten Wertsteigerung des Bereichs und erwartet weitere Aufträge.
IWH: Weniger Firmenpleiten im Mai - aber mehr Jobs betroffen
Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist einer Studie zufolge im Mai gesunken - die Summe der betroffenen Beschäftigten allerdings gestiegen. Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland liege bei 1478, wie das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) mitteilte. Das seien neun Prozent weniger als im Vormonat, aber 17 Prozent mehr als vor einem Jahr und 53 Prozent mehr als in einem durchschnittlichen Mai der Jahre 2016 bis 2019, also vor der Corona-Pandemie.
Im Mai waren der Analyse zufolge in den größten zehn Prozent der insolventen Unternehmen 15.000 Arbeitsplätze betroffen. Damit liege die Zahl der betroffenen Beschäftigten sieben Prozent über dem Vormonat, 27 Prozent über dem Niveau von Mai 2024 und sogar 130 Prozent über dem Mai-Durchschnitt von 2016 bis 2019.
Pharma-Aktie soll Börse verlassen
Die PharmaSGP Holding SE soll vom Kurszettel verschwinden. Wie die Mehrheitsaktionärin Futrue mitteilte, will sie den Aktionären der PharmaSGP im Rahmen eines öffentlichen Delisting-Erwerbsangebots 28,00 Euro je Aktie bieten. Der Hersteller rezeptfreier Arzneimittel verpflichtet sich im Gegenzug, eine Beendigung der Börsennotierung zu beantragen.
Die Futrue GmbH kontrolliert zusammen mit von der MVH Beteiligungs- und Beratungs-GmbH gehaltenen Aktien bereits insgesamt rund 89,93 Prozent des Grundkapitals der PharmaSGP. Im Anschluss an das Delisting-Angebot ist ein Squeeze-out der Minderheitsaktionäre geplant. Rund 4,06 Prozent des Grundkapitals werden von PharmaSGP selbst gehalten und sind nicht Bestandteil des Delisting-Angebots. PharmaSGP erklärte, eine Börsennotierung biete keine wesentlichen Vorteile mehr, sei aufgrund der regulatorischen Belastung jedoch mit erheblichen Verwaltungskosten verbunden.
Dax fällt zeitweise unter 24.000
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat am späten Vormittag seine Verluste vergrößert und ist zeitweise unter die Marke von 24.000 Punkten bis auf 23.965 Stellen gerutscht. Danach berappelte sich der Leitindex wieder etwas und notierte 0,6 Prozent tiefer bei 24.038 Zählern. Der EuroStoxx50 fiel um 0,3 Prozent auf 5404 Stellen. Der Euro erholte sich wieder und lag bei 1,1404 US-Dollar.
Öl-Aktien legen zu - Hoffen auf Konjunkturbelebung
Die Öl-Aktien liegen in Europa am Vormittag vorn. Der Branchen-Index, der Stoxx-600-Energiewerte, führt die Gewinner mit 0,9 Prozent Plus an. Shell steigen 2,0 Prozent, BP und Total bis zu 1,5 Prozent, Eni und Repsol je 1,2 Prozent. Die Branche profitiert vom Ölpreisanstieg, nachdem Brent rund drei Prozent in den letzten fünf Tagen gestiegen ist. Ausgelöst wurde dies von Hoffnungen auf die China-US-Gespräche und entsprechend positive Konjunkturaussichten. Kathleen Brooks von XTB ergänzt, die Opec habe zwar ihre Produktionsziele angehoben, den tatsächlichen Ausstoß bisher aber nicht signifkant erhöht.
Sentix-Index steigt
Börsianer blicken wegen der anziehenden Konjunktur in Deutschland auch wieder optimistischer auf die Wirtschaft in der Eurozone. "Euroland profitiert von einer Erholung in Deutschland", erklärte die Beratungsfirma Sentix zu ihrer monatlichen Umfrage unter rund 1055 Investoren. Der Konjunkturindex für den Euroraum stieg demnach im Juni um 8,3 Punkte auf plus 0,2 Zähler und damit auf den höchsten Stand seit einem Jahr. Die Anleger bewerteten Lage und Aussichten jeweils deutlich besser.
"In den letzten Jahren wirkte die Stagnation der deutschen Wirtschaft immer wieder wie ein Bremsklotz für die europäische Konjunktur", sagte Sentix-Geschäftsführer Patrick Hussy. Nun profitierten die Sentix-Daten in der Eurozone von der Aufholbewegung, die von Deutschland ausgehe. Das Barometer für Deutschland kletterte auf den höchsten Stand seit März 2022, als der Angriff Russlands auf die Ukraine für einen Einbruch sorgte, nämlich auf minus 5,9 (Mai: minus 16,0) Punkte.
UBS-Aktie schmiert ab - Forderung nach Kapitalausstattung "extrem"
Kräftig unter Druck mit bis zu minus 6,6 Prozent stehen die Aktien der UBS. Die Schweizer Großbank hatte sich am Freitagabend gegen die Vorschläge der Bankenaufsicht gestellt, die Kapitalausstattung zu verbessern. Wegen des Feiertages am Montag konnten die Aktien erst heute darauf reagieren. Die UBS sagt, dass sie darin einen "extremen" Anstieg in den Forderungen sieht. Die UBS plane mit einer CET-1-Quote von 12,5 bis 13 Prozent, damit würden jedoch bis zu 19 Prozent erforderlich werden. Dies stimme nicht mit internationalen Anforderungen überein.
"Da könnte sich die UBS verkalkulieren", sagt ein Händler: "Man kann sich nicht mehr mit aggressiven US-Banken vergleichen, wenn man von der Schweizer Politik als die einzig verbliebene Großbank des Landes gesehen wird."
Bericht: Barclays pflügt sein Investmentbanking durch
Barclays will mehr als 200 Stellen in seiner Investmentbank streichen und damit die Kosten drücken. Wie Financial News unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person berichtet, bereitet die britische Bank einen Personalabbau von rund drei Prozent vor, der die Bereiche Dealmaking, Handel und Research betreffen dürfte. Von den Kürzungen würden vor allem Führungskräfte betroffen sein, so die Person.
"Wie andere Banken überprüfen auch wir regelmäßig unseren Talentpool als Teil unserer laufenden Geschäftstätigkeit, um kontinuierliche Investitionen in vorrangige Bereiche sicherzustellen", sagte ein Barclays-Sprecher in einer Erklärung.
China dürfte unter Deflationsdruck leiden
China wird für den Rest des Jahres 2025 voraussichtlich deflationärem Druck ausgesetzt sein, schreiben die Analysten von Nomura in einer Research Note. Schwache Inlandsnachfrage, sinkende Auslandsnachfrage und robuste Produktionstätigkeit dürften den Verbraucherpreisindex voraussichtlich weiter belasten, erwarten sie. Die Verbraucherpreise seien im Mai um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken, was andauernden Druck zeige.
Die Analysten erwarten, dass die Teuerung im Juni angetrieben von höheren Lebensmittel- und Energiepreisen in Monatssicht wahrscheinlich leicht auf null Prozent anziehen wird. Die Kerninflation dürfte indes gedämpft bleiben, schreiben sie. Für das zweite Halbjahr rechnen sie mit stagnierenden Verbraucherpreisen, während sie bei den Erzeugerpreisen ein Minus von rund 1,6 Prozent sehen und damit andauernde Deflation.
Weiter kräftiger Kapitalabzug aus Rüstungsaktien
Es gibt weiter einen massiven Druck auf die Rüstungsaktien. Kurz nach Eröffnung rutschten Renk um 7,8 Prozent, Rheinmetall und Hensoldt um bis zu 3,5 Prozent ab. Bei Thales und Leonardo ging es bis zu 1,6 Prozent tiefer. "Es ist auffallend, dass der globale Verkauf der Rüstungs-Baskets und -ETFs nicht auf konkrete nachrichtliche Auslöser zurückzuführen ist", sagte ein Händler. Der große iShares U.S. Aerospace & Defense ETF hatte am Montagabend sogar mit leichtem Plus geschlossen.
Anleger in Asien auf der Hut - USA-China-Gespräche im Fokus
Mit Blick auf die Gespräche zwischen China und den USA zur Beilegung ihrer Handelsstreitigkeiten haben sich Anleger an den asiatischen Aktienmärkten nicht aus der Deckung gewagt. "Die Gespräche zwischen den USA und China stehen diese Woche definitiv im Mittelpunkt der Märkte, doch nach dem ersten Verhandlungstag sehen wir, dass die Märkte relativ flach sind", sagte ein Händler in Singapur. Nach anfänglichem Optimismus herrsche nun eine abwartende Haltung.
Die Börse in Shanghai und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen konnten anfängliche leichte Gewinne nicht halten und gaben jeweils 0,5 Prozent nach. Schwache chinesische Wirtschaftsdaten hatten zunächst Spekulationen auf weitere Konjunkturimpulse geschürt. Auch in Tokio bröckelten die Kursgewinne im Handelsverlauf ab. Der Nikkei-Index verabschiedete sich mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 38.183 Punkte aus dem Handel. Leicht nach oben ging es auch bei japanischen Staatsanleihen. Die Regierung werde daran arbeiten, das Vertrauen in den Markt für japanische Staatsanleihen wiederherzustellen, sagte der japanische Finanzminister Katsunobu Kato.
Dax startet mit kleinem Minus - Euro gibt deutlich nach
Nix mit einem grünen Start: Die deutschen Aktienindizes sind mit Verlusten in den Handel gegangen. Der Dax verlor in den ersten Minuten 0,1 Prozent auf 24.150 Punkte. MDax, TecDax und SDax gaben zwischen 0,1 und 0,7 Prozent nach. Der Euro notierte deutlich tiefer bei 1,1376 US-Dollar.
Telefonica und Masorange erwägen Kauf von Vodafone Spanien
Telefonica und Masorange schielen einem Agenturbericht zufolge auf Vodafone Spanien. Die Unternehmen haben informell über einen potenziellen Deal gesprochen, berichtet Bloomberg. Eine Aufspaltung des Festnetz- und Mobilfunkgeschäfts von Vodafone Spanien sei eine Option, heißt es weiter. Masorange, das aus einem Zusammenschluss von Masmovil und dem spanischen Geschäft von Orange entstanden ist, könnte zudem potenziell Vodafones Günstig-Marge Lowi übernehmen.
Telefonica, Masorange und Zegona Communications, das Vodafone Spanien 2024 übernommen hatte, wollten den Bericht gegenüber Bloomberg nicht kommentieren.
China-Exporte in die USA wachsen wieder deutlicher
Das Wachstum der chinesischen Exporte in die USA dürfte sich im Juni aufgrund von Vorzieheffekten erholen, schreiben Analysten von Nomura in einer Research Note. Der Anstieg könne im Juni deutlicher ausfallen, nachdem es einige Wochen in Anspruch genommen habe, die nach dem Beinahe-Handelsembargo zwischen beiden Ländern gestörte Logistik wiederherzustellen, meinen sie. Die starke Erholung bei Containerbuchungen und Frachtraten deute auf eine bevorstehende Erholung der Exporte in die USA im Juni hin, so ihre Einschätzungen.
Deutliche Rückschläge seien dann aber wieder möglich, wenn die 90-tägige Aussetzung der Zölle Mitte August ende. Nomura erwartet weiterhin, dass das Exportwachstum in diesem Jahr von 5,8 Prozent im Vorjahr auf um null Prozent fast zum Stehen kommen wird. Chinas Exporte dürften das Wachstum voraussichtlich eher belasten als antreiben.
Bericht über Abgang von T-Mobile-Chef belastet Telekom-Aktie
Spekulationen über einen vorzeitigen Abgang des Chefs von T-Mobile, Mike Sievert, belasten die Deutsche Telekom. Die Aktie fällt im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz um knapp ein Prozent und gehört damit zu den schwächsten Dax-Werten. Die wachstumsstarke US-Tochter steht einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge vor einem Führungswechsel. Sievert werde sein Amt voraussichtlich in diesem oder im kommenden Jahr vorzeitig aufgeben, um sich eine Auszeit zu nehmen, schrieb das Blatt unter Berufung auf Insider. "Schlechte Nachrichten für die Telekom, denn Sievert hatte ihr US-Geschäft T-Mobile auf Erfolgskurs gebracht", kommentierte ein Händler.
Dax signalisiert grünen Start
Der Dax wird der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit Gewinnen in den Handel starten. Am Pfingstmontag hatte er ein halbes Prozent schwächer bei 24.174 Punkten geschlossen. Für Nervosität sorgte der Startschuss für die neuen Zollverhandlungen zwischen den USA und China. Heute blicken Anleger auf das Barometer der Beratungsfirma Sentix für Juni. Dieses zeigt an, wie sich die Konjunkturerwartungen der Börsianer in Zeiten des internationalen Handelskonflikts entwickeln. Experten erwarten einen Rückgang auf minus 6,0 Punkte nach minus 8,1 Punkten im Mai.
Ansonsten stehen keine wichtigen Termine im Konjunktur- und Firmenkalender. Damit können Investoren durchatmen, bevor am Mittwoch die US-Inflationszahlen für Mai zeigen, wie stark die Preise in Nordamerika durch den Handelskrieg bislang gestiegen sind. Experten erwarten vorerst nur einen leichten Anstieg der Teuerungsrate.