Der Börsen-Tag
24. März 2026
imageHeute mit Thomas Badtke und Wolfram Neidhard
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08:05 Uhr

Dax fällt zurück in Abgabemodus

Nach der gestrigen Erholung dürfte es mit den Kursen an Europas Börsen wieder nach unten gehen. Der Preis für Brent steigt um fast 4 Prozent auf rund 103 Dollar. Anleger stehen laut QC Partners weiterhin vor der schwierigen Aufgabe, zu beurteilen, wie lange der Krieg im Iran noch dauern werde. "Niemand kann aktuell seriös sagen, wie konkret und erfolgversprechend die Gespräche zwischen den USA und dem Iran sind. Der Begriff Entscheidungsfindung unter Unsicherheit war an den Börsen selten so zutreffend wie aktuell", so Stratege Thomas Altmann. Die vergangenen Tage hätten eindrucksvoll gezeigt, dass es teuer sein könne, im fallenden Markt investiert zu sein. "Sie haben aber auch gezeigt wie teuer es sein kann, im wieder steigenden Markt nicht dabei zu sein."

Mit Blick auf die heute zur Veröffentlichung anstehenden Einkaufsmanagerindizes dürften diese nach Einschätzung der Commerzbank wegen des Iran-Kriegs im März gefallen sein. Allerdings könnten Konsumenten aufgrund der gesprungenen Energiepreise ihre Ausgaben an anderer Stelle reduzieren und Unternehmen Investitionen aufschieben.

Dax fällt zurück in Abgabemodus
07:45 Uhr

Europas Autokäufer greifen zu Stromern

In Europa kommt die Elektromobilität in einem insgesamt schwachen Automarkt voran. In den ersten beiden Monaten des Jahres stieg der Absatz reiner E-Autos laut Herstellerverband ACEA um gut ein Fünftel gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf rund 312.000 Fahrzeuge. Modelle mit Plug-in-Hybrid-Antrieben legten in der Europäischen Union noch stärker um 30 Prozent zu auf mehr als 255.000 Wagen. Zugleich waren Autos mit reinen Verbrennungsmotoren auf dem Rückzug - der Absatz von Modellen mit Benzinmotoren schrumpfte um 23 Prozent, der von Diesel-Pkw um 18 Prozent. Der Gesamtmarkt lag mit 1,66 Millionen Einheiten 1,2 Prozent unter Vorjahr.

Die deutschen Autobauer Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz verkauften im Januar und Februar weniger Autos als vor Jahresfrist. Der US-Elektroautobauer Tesla fing sich nach dem Einbruch im Vorjahr, die Verkäufe legten um 17 Prozent auf knapp 21.000 Autos zu. Der chinesische Rivale BYD übertrumpfte Tesla unterdessen und schlug mit 29.000 fast doppelt so viele Fahrzeuge los wie vor Jahresfrist.

Europas Autokäufer greifen zu Stromern
07:28 Uhr

EU und Australien einigen sich auf Freihandelsabkommen

Die Europäische Union und Australien haben nach rund acht Jahren die Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Das teilten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Premierminister Anthony Albanese mit. Beide stellten zudem auch eine neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft vor.

Von der Leyen machte deutlich, dass es für die EU wichtig ist, internationale Handelsbeziehungen auszubauen und zu diversifizieren, um Risiken und Abhängigkeiten zu verringern - zumal in einer Zeit, in der die USA unter Präsident Donald Trump mit ihrer aggressiven Zollpolitik ein zunehmend schwieriger Partner sind. Das Abkommen mit Australien folgt auch den politischen Zielen der EU, die Beziehungen im Indopazifik-Raum auszubauen und die Kooperation mit gleichgesinnten Demokratien zu stärken.

Mit dem Abkommen sollen Zölle und Handelshemmnisse abgebaut werden, um die Wirtschaft aller Partner anzukurbeln. Industriebereiche, die besonders von dem Abkommen profitieren könnten, sind der EU-Kommission zufolge etwa Maschinenbau, Chemikalien, Fahrzeugindustrie und Landwirtschaft.

EU und Australien einigen sich auf Freihandelsabkommen
07:10 Uhr

Deutschland fährt voll auf Verschleiß

Unternehmen, Staat und Privatleute haben nach offiziellen Daten 2025 unter dem Strich so wenig in Bau, Maschinen, Geräte und Infrastruktur investiert wie nie seit der deutschen Wiedervereinigung 1990. Die sogenannte Nettoanlageninvestitionsquote lag gemessen an der Wirtschaftsleistung bei minus 0,23 Prozent, wie aus Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums und des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Abgefragt und ausgewertet hat die Daten der Linken-Abgeordnete Cem Ince.

Gemeint sind Anlageninvestitionen, sei es von privater oder staatlicher Seite, abzüglich der Abschreibungen. Die abgefragten Daten zeigen einen jahrzehntelangen Abwärtstrend der Investitionen im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt.

Die durchschnittliche Nettoanlageninvestitionsquote betrug demnach von 1991 bis 1999 noch 7,31 Prozent, im Zeitraum 2000 bis 2009 im Jahresschnitt noch 2,88 Prozent, zwischen 2010 und 2019 dann 2,29 Prozent. In den Jahren zwischen 2020 und 2025 waren es durchschnittlich 1,02 Prozent, wie aus den Daten hervorgeht.

Deutschland fährt voll auf Verschleiß
06:53 Uhr

"Situation ist noch unglaublich fragil" 

Die Verlängerung von US-Präsident Donald Trumps Ultimatum an den Iran beruhigt die Märkte nur kurzfristig. Trump hatte seine Frist für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus um fünf Tage verlängert und von produktiven Gesprächen mit Teheran gesprochen. Dennoch bleibt die Lage angespannt, zumal der Iran Verhandlungen mit den USA bestreitet. "Die zugrundeliegende Situation ist immer noch unglaublich fragil", sagt Tony Sycamore, Analyst bei IG. Die Straße von Hormus bleibe geschlossen, über die etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports abgewickelt wird.

Die asiatischen Börsen legen zu: Der Nikkei-Index in Tokio steigt 0,8 Prozent auf 51.892,21 Punkte. Der Hang-Seng-Index in Hongkong gewinnt 1,4 Prozent. Die US-Futures drehen jedoch ins Minus - der Nasdaq-Future gibt 0,6 Prozent nach. Auch die europäischen Futures zeigen sich schwächer.

"Situation ist noch unglaublich fragil" 
06:34 Uhr

"Wahnsinnigen Abzocke": Klingbeil will Preisgrenzen für Sprit

SPD-Chef Lars Klingbeil will sich angesichts stark gestiegener Spritpreise infolge des Iran-Kriegs an Maßnahmen in Luxemburg orientieren. "Wir sollten gerade mal genau gucken, was Luxemburg dort macht, die Preisgrenzen festlegen", sagte Klingbeil ntv. In Luxemburg legt das Wirtschaftsministerium Höchstpreise für Benzin, Diesel und Heizöl fest. Normalerweise werden die Preise etwa zweimal monatlich verändert - allerdings sind bei besonderen Marktschwankungen häufigere Neufestsetzungen üblich.

Mit Blick auf die besonders starken Preissprünge an deutschen Tankstellen im Vergleich zum europäischen Ausland sprach Klingbeil von einer "wahnsinnigen Abzocke". Es werde immer offensichtlicher, dass die Mineralölkonzerne versuchten, jetzt mit dieser Kriegssituation Profit zu machen. "Und deswegen sind wir schon in der Pflicht, da politisch mit umzugehen."

"Wahnsinnigen Abzocke": Klingbeil will Preisgrenzen für Sprit
06:17 Uhr

Das ist los im frühen Devisengeschäft

Am Devisenmarkt erholt sich der Dollar von seinen Vortagesverlusten. Zum Yen legt er 0,1 Prozent auf 158,63 Yen zu, zum Yuan gewinnt er 0,2 Prozent auf 6,8937 Yuan. Der Euro gibt 0,3 Prozent auf 1,1585 Dollar nach, das britische Pfund verliert 0,5 Prozent auf 1,3394 Dollar.

 Die Renditen von US-Staatsanleihen steigen deutlich - die zweijährige Rendite kletter um acht Basispunkte auf 3,91 Prozent. Anleger preisen angesichts der Energiekrise wieder Zinserhöhungen in den Industrieländern ein. In Japan fällt die Kerninflation im Februar erstmals seit fast vier Jahren unter das Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank auf 1,6 Prozent, was weitere Zinserhöhungen erschweren dürfte.

Das ist los im frühen Devisengeschäft
05:59 Uhr

Stimmungswechsel - dank Trump

Nach einer Fortsetzung der Talfahrt der Aktienkurse im frühen Geschäft hat US-Präsident Donald Trump gestern im Handelsverlauf für einen Stimmungswechsel an den Börsen gesorgt. Laut Trump gibt es produktive Gespräche zwischen Washington und Teheran, weshalb angedrohte Angriffe auf iranische Kraftwerke und Energieinfrastruktur um fünf Tage verschoben würden. Zuvor hatte Trump den Iran noch ultimativ aufgefordert, innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus zu öffnen.

Zwar dementierte das iranische Außenministerium nach Angaben staatlicher Medien Gespräche mit den USA, die Akteure an den Börsen ließen sich aber vom kräftigen Rückgang der Ölpreise leiten und kauften Aktien. "Im Moment ist die einzige Frage, die für die Finanzmärkte zählt, wie hoch der Ölpreis ist", fasste Marktstratege Eric Winograd von Alliance Bernstein das Marktgeschehen zusammen. Nach einer zwischenzeitlichen Erholung vom Tagestief um 1.300 Punkte schloss der Dax schließlich 1,2 Prozent im Plus mit 22.654 Punkten.

Heute stellt sich für anleger etwa die Frage: Wie blicken deutsche Unternehmen auf ihr Auslandsgeschäft? Antworten darauf dürfte eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer geben, für die rund 2400 Firmen befragt wurden. DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier will die Details in Berlin vorstellen. Dabei dürfte es um die US-Zölle und die immer stärkere Konkurrenz in China gehen, aber auch neue Absatzmärkte wie Indien und Lateinamerika.

Zudem zeigt der Einkaufsmanagerindex für März, wie es nach dem Ausbruch des Irankrieges um die Konjunktur in Deutschland und dem Euroraum bestellt ist. Experten erwarten, dass sich das Barometer weiter im Wachstumsbereich halten wird, auch wenn die Wirtschaft hierzulande und auch in der Euro-Zone nicht mehr so viel Schwung haben dürfte wie im Februar. Das Barometer des Finanzdienstleisters S&P Global, bei dem Einkaufsmanager von Firmen die Geschäftsbedingungen beurteilen, gilt an den Finanzmärkten als wichtiger Frühindikator für die Wirtschaftsentwicklung.

Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Stimmungswechsel - dank Trump