Dax geht die Luft aus
Der Frankfurter Aktienmarkt fällt nach einem optimistischen Start zurück. Der Dax schließt nahezu unverändert mit 24.785 Punkten.
Gold und Silber: Weiterer Kursrutsch "gut möglich"
Hapag-Lloyd wagt Rückkehr ins Rote Meer
Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd kehrt nach mehr als zwei Jahren Unterbrechung wegen der Attacken der Huthi-Miliz in das Rote Meer zurück. Von Mitte Februar an werde im Rahmen der Gemini Cooperation von Hapag-Lloyd und der dänischen Reederei Maersk der IMX-Service - er verbindet Indien und den Nahen Osten mit dem Mittelmeer - wieder die Route durch das Rote Meer und den Suezkanal nehmen. Die Schiffe fahren dabei den Angaben zufolge unter dem Schutz von Marineeinheiten.
Bislang meiden viele Reedereien das Gebiet und umfahren das Rote Meer, weil die Huthi-Miliz die Schifffahrt in der Region bedroht.
Euro etwas billiger
Der Euro-Kurs ist gefallen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1801 (Montag: 1,1840) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8473 (0,8445) Euro.Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86230 (0,86580) britische Pfund, 183,92 (183,59) japanische Yen und 0,9173 (0,9199) Schweizer Franken fest.
Walmart ist eine Billion Dollar wert
Die Marktkapitalisierung von Walmart hat eine Billion US-Dollar überschritten. Damit steigt die größte US-Einzelhandelskette in einen exklusiven Club auf, der von Technologiekonzernen dominiert wird.
Das in Arkansas ansässige Unternehmen krönt damit eine Rallye, in deren Verlauf sich der Aktienkurs in den letzten zwei Jahren mehr als verdoppelt hat.
Walmart-Aktien legen in New York 1,5 Prozent zu.
Disney bekommt einen neuen Boss
Der US-Entertainmentriese Walt Disney hat sich für einen Nachfolger für Konzernchef Bob Iger entschieden. Der Freizeitpark-Spartenchef Josh D'Amaro wird den Staffelstab von Iger mit der Hauptversammlung am 18. März übernehmen, wie das Unternehmen mitteilt. Der Schritt war so erwartet worden.
Mit der Berufung des Managers endet eine dreijährige Suche nach einer geeigneten Nachfolge für Iger. D'Amaro leitet mit den Themenparks den seit 2020 gewinnträchtigsten Geschäftszweig des Konzerns, zu dem auch die Kreuzfahrten gehören. Iger wird noch beratend bis zum Jahresende für Walt Disney aktiv sein.
Ex-Daimler-Chef weist als Zeuge Behauptung der Kläger zurück
Ex-Daimler-Chef Dieter Zetsche hat vor Gericht eine zentrale Behauptung der Klägerseite gegen seinen früheren Arbeitgeber zurückgewiesen. Zetsche wurde bei der Beweisaufnahme zu der Frage vernommen, ob der damalige Vorstand eine strategische Grundsatzentscheidung getroffen habe, Abgasnormen zu umgehen und unzulässige Abschalteinrichtungen in Dieselfahrzeuge einzubauen. Die Behauptung der Klägerseite sei aus seiner Sicht "schlicht falsch", sagte Zetsche als Zeuge vor dem Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart.
Silber "erinnert an die Gamestop-Mania"
Pfizer macht Milliardenverlust
Der US-Pharmakonzern Pfizer hat im vierten Quartal rote Zahlen geschrieben. Unter dem Strich stand ein Verlust von 1,65 Milliarden Dollar nach einem Gewinn von 410 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank im Schlussquartal um gut ein Prozent auf knapp 17,6 Milliarden Dollar.
Als Gründe nannte das Unternehmen deutlich geringere Einnahmen aus dem Covid-Geschäft, auslaufende Patente sowie die Auswirkungen staatlicher Preisregulierungen in den USA.
PayPal enttäuscht - Aktie stürzt ab
Der US-Bezahldienst PayPal hat mit einem schwachen Ausblick und enttäuschenden Quartalszahlen seine Aktie auf Talfahrt geschickt. Die Titel fallen im vorbörslichen Handel um neun Prozent.
Für das Gesamtjahr 2026 stellte PayPal einen bereinigten Gewinn in Aussicht, der von einem leichten Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich bis zu einem leichten Anstieg reichen könnte. Im Weihnachtsquartal verfehlte der Konzern mit einem bereinigten Gewinn von 1,23 Dollar je Aktie die Erwartungen der Wall Street.
Krypto-Boss kauft Londoner Villa für 22 Millionen
Der Krypto-Unternehmer Stani Kulechov hat eine Villa im Londoner Stadtteil Notting Hill für 22 Millionen Pfund (umgerechnet rund 25 Millionen Euro) gekauft. Dies ist einer der teuersten Immobilienkäufe des vergangenen Jahres auf dem angeschlagenen Luxusimmobilienmarkt der britischen Hauptstadt. Das viktorianische Haus erstreckt sich über fünf Etagen und bietet einen Panoramablick auf das Viertel Notting Hill. Kulechov ist Gründer der dezentralen Finanzplattform Aave.
China verbietet versteckte Auto-Türgriffe
Wegen Sicherheitsbedenken und umständlicher Bedienung verbietet China versteckte Türgriffe an Autos. Betroffen sind vom kommenden Jahr an Türgriffe, die in der Autotür verschwinden können und vor Betätigung automatisch herausfahren oder sich ausklappen.
Bekannt geworden war die Technik bei den Modellen des US-Autobauers Tesla. Die Änderung, die am 1. Januar 2027 in Kraft tritt, gilt für alle ab dann in China verkauften Autos.
Mit der Änderung könnte China als wichtiger Akteur auf dem globalen Automarkt einen Trend in Gang setzen. Die neue Anforderung besagt, dass Autotüren von innen und außen mechanisch geöffnet werden können müssen. Damit sollen Probleme wie die umständliche Bedienung der Türgriffe sowie deren Versagen beim Öffnen nach einem Unfall angegangen werden.
Benko muss 700 Millionen Euro an Abu Dhabi zahlen
Der Staatsfonds Mubadala aus Abu Dhabi hat in einem Schiedsverfahren gegen das Umfeld des insolventen Signa-Gründers Rene Benko einen Erfolg erzielt. Dem Fonds seien etwas mehr als 700 Millionen Euro zugesprochen worden, teilte der Gläubigerschutzverband Creditreform am in Wien mit. Der Schiedsspruch des internationalen Schiedsgerichts (ICC) richte sich gegen Benko persönlich, dessen Stiftungen sowie Teile der Signa-Gruppe.
Das weit verzweigte Signa-Imperium war Ende 2023 unter der Last steigender Zinsen und Baukosten zusammengebrochen. Es handelt sich um eine der größten Immobilienpleiten der europäischen Wirtschaftsgeschichte. Benko selbst, der ebenfalls Insolvenz angemeldet hat, befindet sich seit über einem Jahr in Untersuchungshaft. In zwei Strafprozessen wurde er wegen Gläubigerschädigung schuldig gesprochen.
Lufthansa bringt 25 neue Flugzeuge an den Start
Die Lufthansa nimmt in diesem Jahr 25 neue Flugzeuge in ihre Flotte auf. Mit einem runderneuerten Service will die deutsche Fluggesellschaft auf Langstreckenflügen attraktiver werden. Von "umfangreichen Produktverbesserungen an Bord und am Boden" sprach der Vorstandschef der Kerngesellschaft Lufthansa Airlines, Jens Ritter.
Die Neuerungen sollen nicht nur den betuchten Passagieren in Business- und erster Klasse zugutekommen, sondern auch der Mehrheit auf den weniger teuren Economy-Sitzen: So werden die Fluggäste beim Essen die Auswahl zwischen drei warmen Gerichten haben, anstelle der für branchenüblichen zwei. Und erstmals sollen auch Economy-Passagiere den bisher nur in den oberen Klassen üblichen kleinen Kulturbeutel (Amenity Kit) bekommen.
Palantir-Aktie legt kräftig zu
Die Aktien von Palantir Technologies gewinnen im vorbörslichen Handel in New York mehr als 10 Prozent. Der Datenanalyse-Spezialist hatte gestern Abend besser als erwartete Ergebnisse veröffentlicht.
Für Palantir ist die US-Regierung ein wichtiger Wachstumstreiber. Die Umsätze mit der Regierung in Washington stiegen den Angaben zufolge im vierten Quartal um 66 Prozent auf 570 Millionen Dollar.
Das vom Milliardär Peter Thiel gegründete Unternehmen liefert etwa der Einwanderungsbehörde ICE unter anderem ein System zur Ermittlung illegaler Einwanderer.
Thiel ist ein früher Unterstützer von US-Präsident Donald Trump und pflegt enge Kontakte zu führenden Politikern wie dem Vizepräsidenten JD Vance. Einige deutsche Bundesländer setzen ebenfalls auf die Analysesoftware von Palantir.
Gold und Silber fahren Achterbahn
Nach dem massiven Einbruch ziehen die Preise für Gold und Silber wieder an. Eine Feinunze Gold verteuert sich um 6 Prozent auf 4939 Dollar. Silber legt um 10,5 Prozent auf rund 87 Dollar zu.
In den beiden vorangegangenen Handelstagen hatten die Edelmetalle den stärksten Einbruch seit Jahrzehnten verzeichnet. Gestern war der Goldpreis auf ein Monatstief von 4403 Dollar gefallen, nachdem er wenige Tage zuvor ein Rekordhoch von 5594 Dollar erzielt hatte. Auch Silber hatte ein Rekordhoch erreicht.
Nintendo switcht in die Erfolgsspur
Die neue Spielkonsole Switch 2 treibt die Geschäfte des Videospiele-Konzerns Nintendo. Der Umsatz verdoppelte sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 auf 1,9 Billionen Yen (rund 10,4 Milliarden Euro), der operative Gewinn sprang um 21 Prozent auf 300,3 Milliarden Yen, wie das Unternehmen mitteilte. Die neue Version der erfolgreichen Konsole Switch war Mitte 2025 auf den Markt gekommen und wurde bis Ende des Jahres 17,4 millionenfach verkauft. Investoren debattieren jedoch darüber, ob diese Dynamik anhalten kann. Nintendo bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr 2025/26, wonach der operative Gewinn um fast ein Drittel auf 370 Milliarden Yen steigen und 19 Millionen Switch 2 verkauft werden sollen.
Kupfer macht nach Ausverkauf Boden gut
Kupfer erholt sich nach einem mehrtägigen Einbruch. Die Futures an der London Metal Exchange klettern um 4,2 Prozent auf 13.442 US-Dollar je Tonne. Gestützt wird die Erholung durch Anzeichen für Käufe chinesischer Investoren und durch Berichte, wonach die Regierung in Peking eine Ausweitung der strategischen Lagerbestände anstrebt.
"Hersteller, die bei der jüngsten Rallye nicht dabei gewesen seien, seien nun wieder auf den Plan getreten, um Kupfer zu niedrigeren Preisen zu kaufen und ihre Lager vor dem chinesischen Neujahrsfest wieder aufzufüllen", so die Analysten von ANZ.
Kampf der Robotaxis: Waymo sammelt Milliarden ein
Im Wettlauf mit Elon Musks Tesla um den Markt für fahrerlose Robotaxis füllt die Google-Schwesterfirma Waymo ihre Kassen für eine globale Expansion. Waymo sammelte von Investoren 16 Milliarden Dollar – etwa 13,5 Milliarden Euro - in einer Finanzierungsrunde ein. Das Unternehmen wurde dabei insgesamt mit 126 Milliarden Dollar bewertet.
Die Robotaxis von Waymo machen inzwischen ohne einen Menschen am Steuer mehr als 400.000 bezahlte Fahrten mit Passagieren pro Woche in sechs US-Städten sowie dem Silicon Valley. Die Firma strebt einen schnellen Ausbau in den USA an - und schickte ihre Fahrzeuge bereits auch nach London und Tokio. Insgesamt fuhren Waymo-Autos 127 Millionen Meilen (gut 204 Mio Kilometer) autonom. Tesla hat bisher nur einige fahrerlose Robotaxis in der texanischen Stadt Austin im Einsatz. Sie wurden bis zuletzt noch von Aufpassern im Beifahrersitz begleitet.
Allerdings will Musk dafür nur mit Kameras auszukommen. Konkurrenten und Experten zweifeln an, ob dies ausreichende Sicherheit bietet. Denn Waymo und andere Entwickler setzen zusätzlich auf weitere Sensoren, vor allem Laser-Radare, die die Umgebung der Fahrzeuge abtasten. Geht Musks Rechnung aber auf, hätte Tesla einen enormen Kostenvorteil.
"Einfach nichts tun, schon sind wir erfolgreiche Anleger"
Akzo enttäuscht doppelt
AkzoNobel enttäuscht nach einem Gewinnrückgang im vergangenen Jahr mit einem trüben Ausblick. Für 2026 rechnet Akzo nun mit einem bereinigten operativen Ergebnis (Ebitda) von mindestens 1,47 Milliarden Euro, wie der niederländische Farben- und Lackhersteller mitteilte. Zuvor hatte das Unternehmen einen Anstieg auf rund 1,48 Milliarden Euro in Ausicht gestellt, Analysten hatten im Schnitt mit 1,53 Milliarden noch mehr erwartet. 2025 fiel das bereinigte Ergebnis um zwei Prozent auf 1,44 Milliarden Euro. Der Umsatz sank wegen negativer Währungseffekte und niedrigerer Verkaufsmengen um fünf Prozent auf 10,16 Milliarden Euro.
Edelmetall-Rally nimmt wieder Fahrt auf
Die Ölpreise geben weiter nach. Die nachlassenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran drücken auf die Notierungen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligt sich um 0,4 Prozent auf 66,04 Dollar. Das US-Öl WTI notiert 0,3 Prozent schwächer bei 61,95 Dollar. Der Goldpreis erholt sich dagegen und steigt drei Prozent auf 4800 Dollar je Feinunze. Silber legt um fünf Prozent auf 83,34 Dollar zu.
"Wieder etwas mehr Normalität"
Der Dax knüpft an den positiven Wochenstart an: Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 25.000 Punkten. Zu Wochenbeginn hatte er etwas mehr als 1 Prozent auf 24.798 Zähler zugelegt. Gestützt wird der Dax von positiven Vorgaben der Wall Street und auch wieder zum Teil deutlich anziehenden Kursen an den asiatischen Börsen. "Es kehrt wieder etwas Normalität ein", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Patrick Dewayne.
Deutscher Chip-Zulieferer vor Höhenflug?
Siltronic-Aktien dürften mit der erwarteten Erholung der Tech-Werte fest tendieren. Mit den hauseigenen Jahreszahlen dürfte dies weniger zu tun haben, wie es im Handel heißt. Hier hat der Hersteller von Wafern für die Chip-Industrie die Erwartungen für 2025 erfüllt, will aber noch keine Prognose für das laufende Jahr abgeben. "Hier dürfte Siltronic vom Markt Vorschlusslorbeeren für die KI-Inflation bekommen", so ein Händler. Aufgrund der riesigen KI-Investitionen dürfte sich die Preisexplosion wie bei RAM entlang der gesamten Lieferkette ausbreiten. Damit dürfte das Umsatzminus aus 2025 schnell ausgebügelt werden.
Ex-Daimler-Chef Zetsche als Zeuge vor Gericht erwartet
Vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht soll heute (14.00 Uhr) mit dem früheren Daimler-Chef Dieter Zetsche ein prominenter Zeuge vernommen werden. Hintergrund ist ein Rechtsstreit um mutmaßliche Abgasverstöße von Dieselautos von Mercedes-Benz, der seit Jahren schwelt. Zetsche stand zur Zeit des angeblichen Abgasbetrugs an der Spitze des Stuttgarter Autobauers. Die Dieselaffäre wurde 2015 zunächst durch Vorfälle bei Volkswagen bekannt.
Zahlreiche Anleger werfen dem börsennotierten Unternehmen Mercedes-Benz Group AG vor, sie nicht rechtzeitig über die Abgasthematik informiert zu haben - und verlangen deshalb für entstandene Verluste Schadenersatz von inzwischen 1,25 Milliarden Euro. Das Oberlandesgericht verhandelt seit Herbst 2023 eine Musterklage gegen den Autobauer.
Sartorius gibt sich optimistisch
Sartorius hat im vergangenen Jahr dank einer starken Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien wie Filtern und Einwegbeuteln seinen Gewinn kräftig gesteigert. Das operative Ergebnis (Ebitda) kletterte um gut elf Prozent auf 1,052 Milliarden Euro, wie der Labor- und Pharma-Zulieferer mitteilte. Das Ergebnis traf damit die Analystenerwartungen. Der Umsatz stieg binnen Jahresfrist um 4,7 Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro. Gegenwind kam vom schwachen Dollar - währungsbereinigt betrug das Plus 7,6 Prozent. Die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) lag bei 29,7 Prozent nach 28 Prozent im Vorjahr.
Für das laufende Jahr 2026 rechnet Sartorius mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von fünf bis neun Prozent. Die operative Marge soll auf etwas über 30 Prozent steigen.
Anleger gehen "risk on"
Nach dem gestrigen Rücksetzer infolge der Schwäche bei den Technologiewerten geht es an den asiatischen Aktienmärkten bereits wieder steil nach oben. Damit ist die Delle vom Wochenstart ausgebügelt. Mit Blick auf die Vorgaben der Wall Street gehen die Investoren stärker ins Risiko. Technologiewerte, die am Vortag noch gemieden wurden, wie zum Beispiel SK Hynix, schießen nach oben und ziehen den südkoreanischen Leitindex Kospi mit sich. Schlagzeilen kommen derweil aus Indien und Australien. Indien als bevölkerungsreichstes Land der Welt hat nun auch ein Handelsabkommen mit den USA, nachdem jüngst eins mit Europa vermeldet wurde. Beide Länder hatten sich am Montagabend (MEZ) auf ein Handelsabkommen geeinigt. Die USA werden die reziproken Zölle auf Waren aus Indien auf 18 Prozent von bislang 25 Prozent reduzieren, wie US-Präsident Donald Trump auf Truth Social mitteilte.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) hat die Zinsen um 25 Basispunkte auf nun 3,85 Prozent angehoben und ihre Entscheidung mit hawkishen Kommentaren versehen, die auf eine weitere Zinserhöhung im Mai nach der Veröffentlichung der Daten zu den Verbraucherpreisen für das erste Quartal hindeuten. Die RBA wies auf eine starke private Nachfrage und Kapazitätsengpässe hin, die die Inflation voraussichtlich für "einige Zeit" hoch halten dürften.
Die Börse in Sydney schloss sich dem positiven Trend der Region an, gestützt durch Bergbau- und Technologiewerte. Für den Nikkei geht es in Tokio um gleich 3,3 Prozent nach oben, wobei die Aktien der Chiphersteller und Großbanken nach den soliden Vorgaben der Wall Street kräftig zulegen. Die anfängliche Stärke in Hongkong kühlte sich im Laufe des Vormittags ab - goldnahe Titel konnten einen Teil der Verluste vom Montag wettmachen, während Immobilien- und Konsumwerte Mühe hatten, ihr Momentum zu halten.
Erholung geht in die nächste Runde
Mit einer fortgesetzten Erholung an Europas Börsen rechnen Händler. Der Dax-Terminkontrakt nähert sich bereits wieder der 25.000er-Marke. Die kräftige Erholung auch der US-Tech-Werte sprang am Morgen auf Asien über und dürfte auch Europas Aktien nach oben treiben. Verluste bei Nvidia wurden von kräftigen Gewinnen bei Apple (plus 4 Prozent) aufgefangen.
Auch am Edelmetall-Markt zeigt sich Entspannung. "In Europa wurde gestern kräftig physisch Gold gekauft, als es kurz eine Drei vorne zeigte", kommentierte ein Händler. Der Goldpreis war in der Euro-Notierung kurzfristig in den 3900er-Bereich zurückgefallen. Am Morgen wird er wieder um 4100 Euro quotiert.
Der Marktfokus dürfte sich allerdings in Richtung Zinsen ändern. Denn nicht nur steht am Donnerstag die neueste EZB-Zinsentscheidung an, in Australien hat die Notenbank sogar die Zinsen erhöht. Damit dürfte den Märkten vor Augen geführt werden, dass eine globale konjunkturelle Erholung eher zu steigenden Zinsen vom aktuellen Niveau aus führen wird. Auch in den USA schoss gestern die Rendite zehnjähriger Anleihen schon auf 4,2830 Prozent nach oben. Die ausufernde Staatsverschuldung wird damit noch teurer und dürfte auch Edelmetalle weiter treiben.
Kritische Mineralien: Trump lässt USA Reserve anlegen
US-Präsident Donald Trump lässt die USA eine Reserve an seltenen Erden und anderen Mineralien von kritischer Bedeutung im Wert von zwölf Milliarden Dollar anlegen. Hintergrund ist, dass die Veredelung der als seltene Erden bekannten Metalle zu großen Teilen von China kontrolliert wird. Sie sind sehr wichtig unter anderem für die Elektronik-Industrie und Elektroautos. Die Reserve solle sicherstellen, dass es keine Engpässe für amerikanische Unternehmen gebe, sagte Trump.
Für die Finanzierung kommen zehn Milliarden Dollar von der amerikanischen Export-Import-Bank und zwei Milliarden Dollar von Privatinvestoren, sagte Trump. Die Idee hinter dem Projekt ist, dass US-Unternehmen in der Lage sein sollen, Mineralien von kritischer Bedeutung zu einem zuvor fest vereinbarten Preis aus der Reserve zu beziehen. Das würde sie vor Engpässen oder Preisschwankungen auf dem Weltmarkt schützen. Sie sollen die Bestände später aber auch wieder auffüllen.
Seltene Erden braucht man unter anderem für die Herstellung von Magneten. Als Rohstoffe von kritischer Bedeutung gelten unter anderem auch Lithium und Kobalt.
"Es war eine Bereinigung der Hebelwirkung im System"
Eine Beruhigung an den Metallmärkten und gute US-Konjunkturdaten geben den asiatischen Börsen Auftrieb. Der japanische Nikkei-Index springt um 3,3 Prozent auf 54.364,26 Punkte und macht damit seine Vortagesverluste wett. Auch die Börsen in Südkorea und Australien legen deutlich zu.
Der Goldpreis erholt sich ebenfalls von seinen jüngsten Kurseinbrüchen. Händler sprechen von einer Bereinigung überhitzter und fremdfinanzierter Positionen. "Es war eine Bereinigung der Hebelwirkung im System, die sich aufgebaut hatte", sagt Christopher Forbes von CMC Markets. Auslöser der heftigen Schwankungen war die Nominierung von Kevin Warsh für den Chefposten der US-Notenbank Fed durch Präsident Donald Trump.
OpenAI sucht nach Nvidia-Alternativen
OpenAI ist Insidern zufolge auf der Suche nach Alternativen zu den KI-Chips des Marktführers Nvidia. Der ChatGPT-Entwickler sei unzufrieden mit der Geschwindigkeit, mit der Nvidias Hardware Antworten auf komplexe Anfragen liefere, sagten acht mit der Angelegenheit vertraute Personen. OpenAI habe sich deshalb seit dem vergangenen Jahr nach anderen Anbietern umgesehen. Dieser Strategiewechsel könnte das Verhältnis der beiden wichtigsten Akteure im KI-Boom belasten.
Die Suche nach neuer Hardware wirkt sich den Angaben nach auf die finanzielle Verflechtung der beiden Konzerne aus. Die Verhandlungen über eine im September angekündigte Investition von Nvidia in OpenAI in Höhe von bis zu 100 Milliarden Dollar ziehen sich hin. Ursprünglich sollte der Deal, der dem Chiphersteller eine Beteiligung an dem Startup sichern würde, binnen Wochen abgeschlossen sein. OpenAI hat zudem Verträge mit Nvidia-Konkurrenten wie AMD geschlossen. Nvidia-Chef Jensen Huang wies Berichte über Spannungen als "Unsinn" zurück. OpenAI betonte zudem, das Unternehmen verlasse sich für den Großteil seiner Rechenleistung weiterhin auf Nvidia.
Das ist los im frühen Devisenhandel
Am asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,1 Prozent auf 155,41 Yen und gibt 0,1 Prozent auf 6,9388 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent niedriger bei 0,7779 Franken. Parallel dazu steigt der Euro um 0,2 Prozent auf 1,1810 Dollar und zieht leicht auf 0,9188 Franken an. Der australische Dollar notiert vor der erwarteten Zinserhöhung durch die Notenbank des Landes fester bei 0,6958 US-Dollar.
Musk schmiedet größten Tech-Deal aller Zeiten
Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX übernimmt sein KI-Startup xAI. Damit führt der US-Unternehmer sein Raketen- und Satellitenunternehmen mit dem Entwickler des Chatbots Grok zusammen, wie SpaceX mitteilte. Durch die gemeinsame Nutzung von Rechenleistung, Daten und Ingenieurswissen sollen sowohl die KI-Entwicklung beschleunigt als auch längerfristige Ambitionen wie weltraumgestützte Rechenzentren unterstützt werden.
Reuters hatte bereits am Donnerstag über Fusionsgespräche im Vorfeld eines für später in diesem Jahr geplanten großen Börsengangs berichtet. Der Ausgabepreis der Aktien dürfte bei etwa 527 Dollar liegen, und das kombinierte Unternehmen dürfte eine Bewertung von 1,25 Billionen Dollar erreichen, wie wiederum Bloomberg berichtete.
Und nun ist Geduld gefragt …
Es geht doch: Zum Wochenstart hat der Dax ein 260-Punkte-Plus ausgepackt. Der deutsche Börsenleitindex schloss 1,1 Prozent fester mit einem Stand von 24.798 Zählern. Überraschend positiv ausgefallene Konjunkturdaten aus der US-Industrie hatten den Markt vor allem am Nachmittag gestützt.
Und heute? Hierzulande beginnen nach ergebnislosen regionalen Gesprächen die bundesweiten Tarifverhandlungen für die 585.000 Beschäftigten der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie. Die Gewerkschaft IGBCE fordert eine Stärkung der Kaufkraft sowie tarifliche Regelungen zur Beschäftigungssicherung. Die Arbeitgeberseite wird vom Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) vertreten. Die Gesprächsrunde in Hannover ist auf zwei Tage angesetzt.
Jenseits des Atlantiks stimmt das US-Repräsentantenhaus voraussichtlich über ein Gesetz zur Beendigung des seit dem Wochenende laufenden teilweisen Regierungsstillstands ab. Der Entwurf, der bereits den Senat passiert hat und am Montag in einem Ausschuss des Repräsentantenhauses diskutiert wird, soll die Finanzierung von Ministerien wie dem Pentagon und dem Verkehrsministerium wiederherstellen. Eine Verabschiedung gilt jedoch nicht als sicher, da sowohl Demokraten als auch der rechte Flügel der Republikaner Vorbehalte gegen den mit Präsident Donald Trump ausgehandelten Kompromiss angemeldet haben.
Unternehmensseitig legt nach US-Börsenschluss der US-Chipkonzern AMD Quartalsergebnisse vor. Das Hauptaugenmerk der Börsianer liegt dabei auf dem Absatz der Spezialprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI). Diese sollen AMD in den kommenden Jahren zu einem jährlichen Umsatzplus von 35 Prozent verhelfen. Analystenprognosen zufolge dürften die Erlöse 2025 um 32 Prozent auf 34,06 Milliarden Dollar gestiegen sein.