Erholung geht in die nächste Runde
Mit einer fortgesetzten Erholung an Europas Börsen rechnen Händler. Der Dax-Terminkontrakt nähert sich bereits wieder der 25.000er-Marke. Die kräftige Erholung auch der US-Tech-Werte sprang am Morgen auf Asien über und dürfte auch Europas Aktien nach oben treiben. Verluste bei Nvidia wurden von kräftigen Gewinnen bei Apple (+4%) aufgefangen.
Auch am Edelmetall-Markt zeigt sich Entspannung. "In Europa wurde gestern kräftig physisch Gold gekauft, als es kurz eine 3 vorne zeigte", kommentierte ein Händler. Der Goldpreis war in der Euro-Notierung kurzfristig in den 3900er-Bereich zurückgefallen. Am Morgen wird er wieder um 4100 Euro quotiert.
Der Marktfokus dürfte sich allerdings in Richtung Zinsen ändern. Denn nicht nur steht am Donnerstag die neueste EZB-Zinsentscheidung an, in Australien hat die Notenbank sogar die Zinsen erhöht. Damit dürfte den Märkten vor Augen geführt werden, dass eine globale konjunkturelle Erholung eher zu steigenden Zinsen vom aktuellen Niveau aus führen wird. Auch in den USA schoss gestern die Rendite zehnjähriger Anleihen schon auf 4,2830 Prozent nach oben. Die ausufernde Staatsverschuldung wird damit noch teurer und dürfte auch Edelmetalle weiter treiben.
Kritische Mineralien: Trump lässt USA Reserve anlegen
US-Präsident Donald Trump lässt die USA eine Reserve an seltenen Erden und anderen Mineralien von kritischer Bedeutung im Wert von zwölf Milliarden Dollar anlegen. Hintergrund ist, dass die Veredelung der als seltene Erden bekannten Metalle zu großen Teilen von China kontrolliert wird. Sie sind sehr wichtig unter anderem für die Elektronik-Industrie und Elektroautos. Die Reserve solle sicherstellen, dass es keine Engpässe für amerikanische Unternehmen gebe, sagte Trump.
Für die Finanzierung kommen zehn Milliarden Dollar von der amerikanischen Export-Import-Bank und zwei Milliarden Dollar von Privatinvestoren, sagte Trump. Die Idee hinter dem Projekt ist, dass US-Unternehmen in der Lage sein sollen, Mineralien von kritischer Bedeutung zu einem zuvor fest vereinbarten Preis aus der Reserve zu beziehen. Das würde sie vor Engpässen oder Preisschwankungen auf dem Weltmarkt schützen. Sie sollen die Bestände später aber auch wieder auffüllen.
Seltene Erden braucht man unter anderem für die Herstellung von Magneten. Als Rohstoffe von kritischer Bedeutung gelten unter anderem auch Lithium und Kobalt.
"Es war eine Bereinigung der Hebelwirkung im System"
Eine Beruhigung an den Metallmärkten und gute US-Konjunkturdaten geben den asiatischen Börsen Auftrieb. Der japanische Nikkei-Index springt um 3,3 Prozent auf 54.364,26 Punkte und macht damit seine Vortagesverluste wett. Auch die Börsen in Südkorea und Australien legen deutlich zu.
Der Goldpreis erholt sich ebenfalls von seinen jüngsten Kurseinbrüchen. Händler sprechen von einer Bereinigung überhitzter und fremdfinanzierter Positionen. "Es war eine Bereinigung der Hebelwirkung im System, die sich aufgebaut hatte", sagt Christopher Forbes von CMC Markets. Auslöser der heftigen Schwankungen war die Nominierung von Kevin Warsh für den Chefposten der US-Notenbank Fed durch Präsident Donald Trump.
OpenAI sucht nach Nvidia-Alternativen
OpenAI ist Insidern zufolge auf der Suche nach Alternativen zu den KI-Chips des Marktführers Nvidia. Der ChatGPT-Entwickler sei unzufrieden mit der Geschwindigkeit, mit der Nvidias Hardware Antworten auf komplexe Anfragen liefere, sagten acht mit der Angelegenheit vertraute Personen. OpenAI habe sich deshalb seit dem vergangenen Jahr nach anderen Anbietern umgesehen. Dieser Strategiewechsel könnte das Verhältnis der beiden wichtigsten Akteure im KI-Boom belasten.
Die Suche nach neuer Hardware wirkt sich den Angaben nach auf die finanzielle Verflechtung der beiden Konzerne aus. Die Verhandlungen über eine im September angekündigte Investition von Nvidia in OpenAI in Höhe von bis zu 100 Milliarden Dollar ziehen sich hin. Ursprünglich sollte der Deal, der dem Chiphersteller eine Beteiligung an dem Startup sichern würde, binnen Wochen abgeschlossen sein. OpenAI hat zudem Verträge mit Nvidia-Konkurrenten wie AMD geschlossen. Nvidia-Chef Jensen Huang wies Berichte über Spannungen als "Unsinn" zurück. OpenAI betonte zudem, das Unternehmen verlasse sich für den Großteil seiner Rechenleistung weiterhin auf Nvidia.
Das ist los im frühen Devisenhandel
Am asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,1 Prozent auf 155,41 Yen und gibt 0,1 Prozent auf 6,9388 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent niedriger bei 0,7779 Franken. Parallel dazu steigt der Euro um 0,2 Prozent auf 1,1810 Dollar und zieht leicht auf 0,9188 Franken an. Der australische Dollar notiert vor der erwarteten Zinserhöhung durch die Notenbank des Landes fester bei 0,6958 US-Dollar.
Musk schmiedet größten Tech-Deal aller Zeiten
Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX übernimmt sein KI-Startup xAI. Damit führt der US-Unternehmer sein Raketen- und Satellitenunternehmen mit dem Entwickler des Chatbots Grok zusammen, wie SpaceX mitteilte. Durch die gemeinsame Nutzung von Rechenleistung, Daten und Ingenieurswissen sollen sowohl die KI-Entwicklung beschleunigt als auch längerfristige Ambitionen wie weltraumgestützte Rechenzentren unterstützt werden.
Reuters hatte bereits am Donnerstag über Fusionsgespräche im Vorfeld eines für später in diesem Jahr geplanten großen Börsengangs berichtet. Der Ausgabepreis der Aktien dürfte bei etwa 527 Dollar liegen, und das kombinierte Unternehmen dürfte eine Bewertung von 1,25 Billionen Dollar erreichen, wie wiederum Bloomberg berichtete.
Und nun ist Geduld gefragt …
Es geht doch: Zum Wochenstart hat der Dax ein 260-Punkte-Plus ausgepackt. Der deutsche Börsenleitindex schloss 1,1 Prozent fester mit einem Stand von 24.798 Zählern. Überraschend positiv ausgefallene Konjunkturdaten aus der US-Industrie hatten den Markt vor allem am Nachmittag gestützt.
Und heute? Hierzulande beginnen nach ergebnislosen regionalen Gesprächen die bundesweiten Tarifverhandlungen für die 585.000 Beschäftigten der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie. Die Gewerkschaft IGBCE fordert eine Stärkung der Kaufkraft sowie tarifliche Regelungen zur Beschäftigungssicherung. Die Arbeitgeberseite wird vom Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) vertreten. Die Gesprächsrunde in Hannover ist auf zwei Tage angesetzt.
Jenseits des Atlantiks stimmt das US-Repräsentantenhaus voraussichtlich über ein Gesetz zur Beendigung des seit dem Wochenende laufenden teilweisen Regierungsstillstands ab. Der Entwurf, der bereits den Senat passiert hat und am Montag in einem Ausschuss des Repräsentantenhauses diskutiert wird, soll die Finanzierung von Ministerien wie dem Pentagon und dem Verkehrsministerium wiederherstellen. Eine Verabschiedung gilt jedoch nicht als sicher, da sowohl Demokraten als auch der rechte Flügel der Republikaner Vorbehalte gegen den mit Präsident Donald Trump ausgehandelten Kompromiss angemeldet haben.
Unternehmensseitig legt nach US-Börsenschluss der US-Chipkonzern AMD Quartalsergebnisse vor. Das Hauptaugenmerk der Börsianer liegt dabei auf dem Absatz der Spezialprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI). Diese sollen AMD in den kommenden Jahren zu einem jährlichen Umsatzplus von 35 Prozent verhelfen. Analystenprognosen zufolge dürften die Erlöse 2025 um 32 Prozent auf 34,06 Milliarden Dollar gestiegen sein.