Wirtschaft

Tech-Werte fangen an der Wall Street sinkende Rohstoff-Preise auf

02.02.2026, 22:35 Uhr
00:00 / 04:51
SanDisk-American-multinational-computer-technology-corporation-for-flash-memory-products-exhibitioner-talks-to-a-visitor-of-CP-2024-in-Pacifico-Yokohama-CP-2024-is-Japan-s-largest-camera-and-photo-imaging-show-held-in-Yokohama-Kanagawa-between-February-22-and-February-25
Speicherchip-Aktien gehörten zu den gefragtesten Papieren des Tages. (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Trotz fallender Preise bei Öl und Edelmetallen melden die US-Börsen einen starken Wochenstart. Dank einer kräftigen Erholung im Technologiesektor klettert der Dow Jones um über ein Prozent. Die Speicherchip-Hersteller sind bei Anlegern gefragt.

Die US-Börsen haben zum Wochenstart den Preisrutsch bei Edelmetallen und Öl weggesteckt und deutlich ins Plus gedreht. Eine kräftige Erholung bei Technologiewerten glich die anfängliche Verunsicherung durch den Ausverkauf bei Edelmetallen mehr als aus. Der Dow-Jones-Index stieg am Montag um gut ein Prozent auf bis zu 49.418 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 sowie der Technologie-Index Nasdaq gewannen jeweils knapp ein Prozent auf 6992 beziehungsweise 23.676 Zähler.

Der S&P 500 drehte nach einem Rückgang ins Plus und beendete damit eine dreitägige Verlustserie. Der Ausverkauf von Gold und Silber zwang Anleger zunächst dazu, gehebelte Wetten aufzulösen. Gold verbilligte sich zeitweise um mehr als neun Prozent auf bis zu 4.405 Dollar je Feinunze und lag damit mehr als 1100 Dollar unter dem Allzeithoch aus der Vorwoche. Der Preis für Silber sank in der Spitze um mehr als 15 Prozent auf 71,41 Dollar je Feinunze und lag damit rund 40 Prozent unter dem Rekordhoch vom Donnerstag. Im Handelsverlauf grenzten Marktteilnehmer die Verluste bei Edelmetallen ein.

Der Fokus der Anleger verlagerte sich zunehmend hin zu positiven Konjunkturdaten und bevorstehenden Unternehmenszahlen. Die Aktivität in der US-Industrie wuchs im Januar erstmals seit einem Jahr wieder, wie aus PMI-Daten hervorging. "Wir gehen in eine neue Woche mit zahlreichen Impulsen und sehen eine gewisse Stabilisierung an den Märkten", sagte Art Hogan von der Vermögensverwaltung B. Riley Wealth. "Kurzfristig sind viele der jüngsten Sorgen bereits in den Kursen berücksichtigt." Der Volatilitätsindex VIX, das sogenannte Angstbarometer der Wall Street, fiel deutlich zurück.

Anleger greifen bei Speicherchip-Herstellern zu

An der Spitze der Gewinner standen Aktien von Speicherchip-Herstellern. Die Papiere von Sandisk schossen um 16 Prozent in die Höhe, Western Digital und Seagate legten um acht beziehungsweise rund sechs Prozent zu. Auch Tech-Schwergewichte stützten den Markt: Apple und Amazon gewannen jeweils mehr als zwei Prozent.

Gegen den positiven Trend fielen die Aktien von Disney um sieben Prozent, obwohl der Unterhaltungskonzern die Gewinnerwartungen übertroffen hatte. Allerdings warnte der Konzern vor fallenden Zahlen internationaler Besucher in seinen Freizeitparks sowie einem Gewinneinbruch im TV- und Filmgeschäft. "Aufgrund seiner Größe ist das Freizeitparkgeschäft letztlich wichtiger und bewegt daher den Markt stärker", sagte Ben Barringer, Chefanalyst bei Quilter Cheviot. Auch Microsoft-Papiere gaben mehr als ein Prozent nach und setzten damit ihren jüngsten Abwärtstrend fort.

Ölpreisrutsch belastet Energiekonzerne

Eine Deeskalation der Spannungen zwischen den USA und dem OPEC-Mitglied Iran ließ unterdessen am Rohölmarkt die Preise um rund fünf Prozent fallen. US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, der Iran führe "ernsthafte Gespräche" mit Washington und sorgte damit dafür, dass sich die Ölpreise von ihren Mehrmonatshochs entfernten. Auch der stärkere Dollar und mildere Wettervorhersagten begünstigten den Preisrutsch.

Der US-Energiesektor gab daraufhin ebenfalls gut ein Prozent nach. Die Titel der Ölmultis Chevron und Exxon Mobil verloren zeitweise jeweils mehr als zwei Prozent. Dagegen profitierten Fluggesellschaften von den niedrigeren Ölpreisen. Die Aktien von United Airlines und JetBlue stiegen jeweils mehr als fünf Prozent. Im Fokus stand zudem der teilweise Regierungsstillstand in den USA. Aufgrund dessen wird der mit Spannung erwartete Arbeitsmarktbericht für Januar nach Angaben des Arbeitsministeriums nicht wie geplant am Freitag veröffentlicht.

Quelle: ntv.de, bho/rts

United AirlinesRohstoff ÖlWall StreetDow JonesExxonMobilAppleÖlpreisDisneyChipherstellerAmazonGoldRohstoffpreise