Der Börsen-Tag
31. Mai 2022
imageHeute mit Thomas Badtke und Wolfram Neidhard
Zum Archiv
17:37 Uhr

Hohe Inflation und Zinsdebatte drücken DAX runter

Nach drei gewinnträchtigen Tagen gab es heute an der Frankfurter Börse überwiegend fallende Kurse. Das Inflationsgespenst schwebte wieder tiefer über dem Parkett. Nach den deutschen Verbraucherpreisen sind nun auch die Inflationsdaten aus der Eurozone insgesamt höher ausgefallen als erwartet. Damit nimmt die Debatte über eine straffere Geldpolitik der EZB wieder Fahrt auf.

Die Notenbank wird nach Meinung des slowakischen EZB-Ratsmitglieds Peter Kazimir ihren Leitzins im Juli um 25 Basispunkte anheben. "Wir werden diesen Schritt im Juli gehen", so Kazimir. Im September könne der Einlagensatz dann um einen halben Prozentpunkt erhöht werden, also um 50 Basispunkte. An den Märkten waren bisher je 25 Basispunkte im Juli und im September erwartet worden.

Der DAX fiel am Ende um 1,3 Prozent und ging mit 14.389 Punkten aus dem Handel, sein Tagestief lag bei 14.359 Zählern. Der EUROSTOXX50 notierte 1,4 Prozent tiefer bei 3789 Stellen.

Bei den Einzelwerten fielen Deutsche Bank um 2,6 Prozent und DWS um 5,7 Prozent. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die DWS jetzt wegen des Anfangsverdachts eines Kapitalanlagebetrugs. Dabei geht es vermutlich um frühere Vorwürfe, die Fondstochter der Deutschen Bank habe den Anteil "grüner" Investments zu hoch angesetzt, was als "Greenwashing" bezeichnet wird.

Besonders im Blick stand auch die Chemiebranche. Lanxess schnellten im MDAX um 11,2 Prozent hoch. Der Spezialchemie-Konzern und die Beteiligungsgesellschaft Advent gründen ein Gemeinschaftsunternehmen für Hochleistungskunststoffe. Dazu übernehmen sie das DSM-Engineering-Materials-Geschäft für rund 3,7 Milliarden Euro, Lanxess bringt seinen Bereich High Performance Materials ein. Lanxess will sich damit entschulden und Aktien für bis zu 300 Millionen zurückkaufen. DSM nutzt den Mittelzufluss für den Zusammenschluss mit dem Schweizer Duft- und Geschmacksstoffe-Hersteller Firmenich.

Hohe Inflation und Zinsdebatte drücken DAX runter
17:14 Uhr

Euro gerät wieder stärker unter Druck

Der Euro hat wieder an Härte verloren und ist zeitweise unter die Marke von 1,07 US-Dollar gefallen. Im Tief kostete die Gemeinschaftswährung 1,0679 Dollar und damit einen Cent weniger als im Tageshoch. Am späten Nachmittag notierte der Euro bei rund 1,07 Dollar. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,0713 (Montag: 1,0764) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9335 (0,9290) Euro.

Euro / Dollar

Euro gerät wieder stärker unter Druck
17:05 Uhr

British-Airways-Streik in Heathrow droht

In Großbritannien droht im Sommer ein Streik bei British Airways. Wie die Gewerkschaft Unite mitteilte, wird sie die Check-In-Mitarbeiter der Airline am Londoner Flughafen Heathrow vom 7. bis zum 27. Juni über einen Streik abstimmen lassen. Sollten diese sich für einen Streik aussprechen, könnten sie im Juli die Arbeit niederlegen, wenn die Nachfrage nach Flugreisen besonders hoch ist.

Die Mitarbeiter seien verärgert, weil das Unternehmen die Vergütung der Manager wieder auf das Vor-Pandemie-Niveau angehoben, sich aber geweigert habe, die Gehaltssenkung von zehn Prozent während der Pandemie bei den Mitarbeitern wieder rückgängig zu machen, so Unite. Auch die Gewerkschaft GMB befragt ihre Mitglieder wegen Arbeitskampfmaßnahmen.

British-Airways-Streik in Heathrow droht
16:47 Uhr

Kurse an Londoner Börse im Aufwind - Geht das so weiter?

Anleger schauen häufig auf die deutsche oder die amerikanische Börse. Warum sich aber gerade jetzt auch ein Blick auf den britischen Aktienmarkt lohnen kann, darüber spricht Raimund Brichta mit Kemal Bagci von der BNP Paribas.

Kurse an Londoner Börse im Aufwind - Geht das so weiter?
16:25 Uhr

AMC-Aktie zündet dank "Top Gun: Maverick"

Der Erfolg des Actionfilms "Top Gun: Maverick" mit Tom Cruise gibt AMC erneuten Auftrieb. Die Aktien der Kinokette, die auch in Deutschland Lichtspielhäuser betreibt, stiegen an der Wall Street um fast zwölf Prozent und waren damit rund 50 Prozent teurer als noch vor einer Woche. Bei den Rivalen Imax und Cinemark machen Investoren dagegen Kasse. Sie büßen bis zu 1,5 Prozent ein.

AMC-Aktie zündet dank "Top Gun: Maverick"
16:16 Uhr

Wall Street im Minus - Biden spricht mit Fed-Chef Powell

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(Foto: AP)

Schwindende Hoffnungen auf behutsamere Zinserhöhungen der Notenbank Fed verderben Anlegern an der Wall Street die Laune. Nach dem verlängerten Wochenende in den USA fallen die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 zur Eröffnung um etwa ein Prozent. Das Fed-Führungsmitglied Christopher Waller hatte sich dafür ausgesprochen, die Zinsen über den Sommer hinaus um jeweils einen halben Prozentpunkt anzuheben. Vor diesem Hintergrund warteten Börsianer gespannt auf das Treffen zwischen US-Präsident Joe Biden und Fed-Chef Jerome Powell am Abend (MESZ).

Zu den größten Gewinnern an der Wall Street gehörten die in den USA notierten Aktien von Yamana Gold. Sie stiegen um elf Prozent. Der südafrikanische Goldminen-Betreiber Gold Fields will den kanadischen Rivalen für 6,7 Milliarden US-Dollar übernehmen. Die Titel von Gold Fields steuerten an der Börse Johannesburg mit einem Minus von zeitweise gut 21 Prozent auf den größten Tagesverlust der Firmengeschichte zu.

Wall Street im Minus - Biden spricht mit Fed-Chef Powell
15:56 Uhr

Salzgitter will ersten Hochofen schließen

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Das Stahlwerk der Salzgitter AG. (Foto: Christophe Gateau/dpa)

Der Stahlkonzern Salzgitter will für eine klimaneutrale Produktion einen ersten Hochofen bis spätestens 2026 außer Betrieb nehmen. Das kündigte Vorstandschef Gunnar Groebler auf der Hannover Messe an. Bis 2033 soll der Standort fast komplett CO2-neutral sein.

Bislang ist Salzgitter für rund ein Prozent der deutschen CO2-Emissionen verantwortlich. Allein am Standort Salzgitter fallen rund acht Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr an. Diesen Wert will das Unternehmen bis 2033 annähernd auf Null reduzieren. Allerdings steigt der Strombedarf dadurch gewaltig: Rund 14 Terawatt grünen Stroms jährlich wird Salzgitter laut Firmenchef Groebler benötigen, wenn die Produktion vollständig umgestellt ist.

Salzgitter will ersten Hochofen schließen
15:47 Uhr

Zinsdebatte und Wall Street schicken DAX nach unten

Der DAX hat nach dem roten Handelsbeginn in den USA seinen Verlust vergrößert. Der Leitindex verlor 1,5 Prozent auf 14.364 Punkte. Marktteilnehmer meinen, nach 1200 Punkten Plus im DAX in nur drei Wochen sei ein Rücksetzer oder eine Konsolidierung normal. "Noch ist die Konsolidierung trendbestätigend", also nach oben gerichtet, so ein Marktanalyst. Auf der Unterseite könnte in den Bereich zwischen 14.247 und 14.237 Punkten ein Stopp gesetzt werden. Eine erste Unterstützung liegt laut anderen Marktteilnehmern bei 14.315 Punkten.

Belastet wird die Stimmung auch von den jüngsten hohen Inflationsdaten, mit denen die Spekulation um einen "großen" EZB-Zinsschritt von 50 Basispunkten zunimmt. Bisher rechnet der Markt mit je 25 Basispunkten im Juli und im September.

Zinsdebatte und Wall Street schicken DAX nach unten
15:21 Uhr

SAS-Aktienkurs rauscht runter

Die Furcht vor Liquiditätsproblemen hat den Aktienkurs von SAS in der Spitze um mehr als zehn Prozent abrutschen lassen. Die Fluggesellschaft, die teilweise in schwedischem und dänischem Staatsbesitz ist, teilte mit, neben den beschlossenen Restrukturierungen und Kostensenkungen würden 9,5 Milliarden schwedische Kronen (904 Millionen Euro) benötigt.

SAS-Aktienkurs rauscht runter
14:54 Uhr

Razzien bei Deutscher Bank und Fondstochter DWS

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(Foto: REUTERS)

Im Zusammenhang mit Vorwürfen des Greenwashing bei Finanzprodukten sind die Zentralen der Deutschen Bank sowie ihrer Fondstochter DWS in Frankfurt am Main durchsucht worden. Es gehe um den Verdacht des Kapitalanlagebetrugs, teilte die Frankfurter Staatsanwaltschaft mit. Demnach vollstreckte die Behörde einen Gerichtsbeschluss in einem seit Januar laufenden Ermittlungsverfahren. Die Deutsche Bank erklärte, die DWS kooperiere mit den Behörden.

An den Durchsuchungen beteiligt war auch die Finanzaufsichtsbehörde BAFIN. Laut Staatsanwaltschaft richten sich die Vorwürfe gegen "bislang unbekannte Mitarbeiter und Verantwortliche" des Vermögensverwalters DWS. Dabei geht es um die Vermarktung sogenannter grüner Finanzprodukte - sie sollen als nachhaltiger verkauft worden sein als sie tatsächlich waren. Hintergrund ist demnach ein Hinweis einer früheren DWS-Managerin, die sich im vergangenen Jahr an die zuständigen Behörden in den USA gewandt hatte.

Razzien bei Deutscher Bank und Fondstochter DWS
14:45 Uhr

Der IT-Branche "fehlt es an Risikokapital und Grundbildung"

Die Hannover Messe findet im Schatten weltweiter Krisen statt. Die Industrie befände sich auf einer Reise, die "einer Fahrt durch eine Tunnellandschaft gleicht", so Uwe Peter. Wie es konkret für die IT-Branche aussieht, erklärt der Cisco-Chef im ntv-Interview.

Der IT-Branche "fehlt es an Risikokapital und Grundbildung"
14:20 Uhr

EZB-Ratsmitglied erwartet nach Juli größeren Zinsschritt

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(Foto: picture alliance / Daniel Kalker)

Die Rekordinflation erzwingt laut EZB-Ratsmitglied Peter Kazimir eine Zinserhöhung im Juli, der ein größerer Sprung nach oben im September folgen dürfte. "Wir werden diesen Schritt im Juli gehen. Die Zeit des Wartens und Zögerns ist vorbei", betonte der slowakische Notenbankchef. Der Preisschub bei Energie hat die Inflation im Euro-Raum im Mai auf das Rekordhoch von 8,1 Prozent getrieben.

Laut Kazimir ist es realistisch davon auszugehen, dass das Zinsniveau im Juli um einen viertel Prozentpunkt angehoben wird. Im September könne es dann um einen halben Prozentpunkt erhöht werden. Aktuell liegt der Einlagensatz im Euroraum bei minus 0,5 Prozent.

EZB-Ratsmitglied erwartet nach Juli größeren Zinsschritt
14:04 Uhr

"Blind aufspringende Schnäppchenjäger": Bitcoin notiert fester

Bitcoin ist weiter im Aufwind - die bekannteste Cyber-Devise übersprang zeitweise die psychologisch wichtige 32.000-Dollar-Marke und notierte in der Spitze drei Prozent fester bei 32.178 Dollar. Das war der höchste Stand seit drei Wochen. Am Nachmittag notierte Bitcoin bei 31.797 Dollar.

"Ob es sich aktuell um ein Strohfeuer oder um den Beginn einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung handelt, ist unklar", sagte Timo Emden von Emden Research. "Nicht zuletzt die vermeintlich günstigen Preisniveaus dürften eine Menge Schnäppchenjäger anlocken, die (...) auf den fahrenden Zug blind aufspringen."

"Blind aufspringende Schnäppchenjäger": Bitcoin notiert fester
13:39 Uhr

Polen mit höchster Inflation seit fast einem Vierteljahrhundert

In Polen hat sich der Preisauftrieb im Mai weiter beschleunigt. Nach einer ersten Schätzung stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat um 1,7 Prozent und zum Vorjahresmonat um 13,9 Prozent, wie die zentrale Statistikbehörde in Warschau mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit 24 Jahren.

Besonders gestiegen sind die Preise für Lebensmittel und Benzin. Bis zum Ende des Jahres werde die Inflationsrate zweistellig bleiben, sagte Marcin Klucznik vom Polnischen Wirtschaftsinstitut der Nachrichtenagentur PAP. Der Höhepunkt sei im August zu erwarten.

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(Foto: PantherMedia / Janusz Pie?kowski)

Polen mit höchster Inflation seit fast einem Vierteljahrhundert
13:26 Uhr

Manz beteiligt sich an Batteriehersteller

Manz unterfüttert seine Zusammenarbeit mit dem Batteriehersteller Customcells mit einer Beteiligung. Wie das Reutlinger Unternehmen mitteilte, steigt es mit 40 Prozent bei der Customcells ein. Über finanzielle Details wurde Stillschweigen vereinbart.

Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit sei der Aufbau von Produktionskapazitäten für Lithium-Ionen-Batteriezellen für Kunden aus dem Aviation-Sektor, sagte Manz-Vorstandschef Martin Drasch. Auch bestehende Beziehungen zu Kunden aus der Automobil- und Elektronikindustrie sollen weiter ausgebaut werden.

Manz beteiligt sich an Batteriehersteller
13:03 Uhr

Rote Vorzeichen an der Wall Street

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(Foto: REUTERS)

Mit kräftigen Abgaben dürfte die Wall Street nach dem verlängerten Wochenende am Dienstag in den Handel starten. Zu Wochenbeginn blieben die Börsen wegen des "Memorial Day" geschlossen. Die deutlich gestiegenen Ölpreise, die auf dem höchsten Niveau seit zwei Monaten notieren, rücken die Inflationssorgen wieder in den Vordergrund, so ein Beobachter. Dazu komme die Befürchtung, dass die US-Notenbank mit ihrer straffen Geldpolitik eine Rezession auslösen könnte. Der Future auf den S&P-500 gibt aktuell um 1,1 Prozent nach.

Für einen Impuls könnten die anstehenden US-Konjunkturdaten sorgen. So werden nach der Eröffnung der Einkaufsmanagerindex für Chicago und der Index für das Verbrauchervertrauen, jeweils für Mai, veröffentlicht.

Rote Vorzeichen an der Wall Street
12:38 Uhr

Milliardendeal in der Pharmabranche

Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) schluckt für bis zu 3,3 Milliarden Dollar das US-Biotechunternehmen Affinivax. Mit dem Zukauf will GSK nach eigenen Angaben seine Impfstoff-Pipeline weiter stärken. Die Briten legen dafür zunächst 2,1 Milliarden Dollar auf den Tisch, es winken zudem erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen von bis zu 1,2 Milliarden Dollar.

Mit der Übernahme sichert sich GSK unter anderem den Zugriff auf einen neuartigen Pneumokokken-Impfstoff, der sich in der zweiten Phase der klinischen Entwicklung befindet. Die entscheidende Phase-3-Studie soll voraussichtlich in Kürze starten. Der Abschluss des Deals wird für das dritte Quartal erwartet.

Milliardendeal in der Pharmabranche
12:15 Uhr

Inflation in der Eurozone so hoch wie nie

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(Foto: imago images/CHROMORANGE)

Die Inflation in der Eurozone hat vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs ein neues Rekordhoch erreicht. Die Verbraucherpreise verteuerten sich im Mai um 8,1 Prozent, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat auf der Grundlage einer ersten Schätzung mitteilte. Erneut sorgten die hohen Energiepreise für die starke Inflation. Sie stiegen demnach im Jahresvergleich um 39,2 Prozent.

Lebensmittel, Alkohol und Tabak verteuerten sich laut Eurostat um 7,5 Prozent. Seit November war die Inflation in den 19 Ländern der Eurozone auf immer neue Rekordhöhen gestiegen. Im April und im März lag sie bei 7,4 Prozent. Damit stiegen die Verbraucherpreise in den vergangenen Monaten so stark an wie noch nie seit Beginn der Eurostat-Aufzeichnungen vor mehr als 20 Jahren.

Inflation in der Eurozone so hoch wie nie
12:02 Uhr

Joint-Venture-Ansage lässt Lanxess-Kurs hochschießen

Die Übernahme des Kunststoffgeschäfts des niederländischen Chemieunternehmens DSM durch Lanxess und Advent hat für ein Kursfeuerwerk gesorgt. Die im MDAX notierten Aktien von Lanxess stiegen in der Spitze um 14,1 Prozent auf 44,50 Euro, den höchsten Stand seit drei Monaten. Am Mittag notierte die Aktie 10,5 Prozent höher bei 43,10 Euro.

Die DSM-Sparte soll in ein neues Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden, an dem Advent mindestens 60 Prozent und Lanxess bis zu 40 Prozent halten werden. Die Aktien von DSM schossenen an der Amsterdamer Börse um bis zu 12,6 Prozent nach oben.

Joint-Venture-Ansage lässt Lanxess-Kurs hochschießen
11:46 Uhr

DAX vergrößert Verlust

Nach seiner Gewinnserie hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag etwas schwächer tendiert. "Der jüngste Anstieg im Ölpreis bringt die Inflationsangst durch steigende Energiepreise wieder zurück auf die Agenda", sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Die Ölpreise sind auf den höchsten Stand seit gut zwei Monaten gestiegen.

Der DAX vergrößerte am Mittag sein Minus und verlor 0,9 Prozent auf 14.442 Punkte. Der EUROSTOXX50 gab um 0,7 Prozent auf 3816 Zähler nach.

DAX vergrößert Verlust
11:33 Uhr

Ölembargo reduziert Putins Einnahmen um "kleine Summe"

Bereits im Zuge der Debatte über ein Embargo steigen die Preise für Öl weltweit. Wie wirkt sich nun die EU-Einigung auf die Weltmärkte und Russlands Exporteinnahmen aus? ntv spricht mit dem Chefvolkswirt von HQ Trust, Michael Heise, über die Folgen der neuen Sanktionen.

Ölembargo reduziert Putins Einnahmen um "kleine Summe"
11:15 Uhr

Foxconn rechnet bei Lieferketten mit Erholung

Der Apple-Zulieferer Foxconn erwartet für das zweite Halbjahr eine Entspannung der Lieferketten-Probleme. "Wir sind von der Stabilität unserer Lieferkette für die zweite Jahreshälfte ziemlich überzeugt", sagt Foxconn-Chef Liu Young-way auf der Aktionärsversammlung. Foxconn solle der erste Hersteller von Elektrofahrzeugen (EV) werden, "der nicht knapp an Materiallieferungen ist", sagte Liu mit Blick auf die weltweite Knappheit bei Halbleitern. Der taiwanische Konzern strebt an, bis Ende 2025 rund fünf Prozent des weltweiten Elektrofahrzeugmarktes zu erobern und hofft, seine Kapazität zur Herstellung von EV-Chips zu steigern.

Foxconn rechnet bei Lieferketten mit Erholung
10:50 Uhr

Überraschendes von Italiens Wirtschaft

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Ermutigende Nachricht aus Rom. (Foto: picture alliance / Daniel Kalker)

Das kommt unerwartet: Die italienische Wirtschaft ist nämlich im ersten Quartal gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Januar bis März um 0,1 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistikamt Istat in Rom mitteilte. Es korrigierte damit seine frühere Schätzung, die einen Rückgang von 0,2 Prozent ergeben hatte. Für das Mini-Wachstum sorgten stark steigende Investitionen. Sie machten sinkende Konsumausgaben und den schwächelnden Außenhandel mehr als wett.

Trotz der Aufwärtskorrektur konnte die nach Deutschland und Frankreich drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone nicht an das robuste Wachstum vom Schlussquartal 2021 anknüpfen, das 0,7 Prozent betragen hatte.

Überraschendes von Italiens Wirtschaft
10:07 Uhr

SAS funkt SOS

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die in Schieflage geratene Fluggesellschaft SAS hat vor Liquiditätsproblemen gewarnt, sollte dem Unternehmen kein frisches Kapital zufließen. Die Airline, die teilweise in schwedischem und dänischem Staatsbesitz ist, teilte mit, neben den beschlossenen Restrukturierungen und Kostensenkungen würden 9,5 Milliarden schwedische Kronen (904 Millionen Euro) benötigt.

Die Fluggesellschaft teilte zudem mit, im zweiten Quartal vor Steuern einen Verlust von 1,56 Milliarden Kronen verbucht zu haben nach einem Minus von 2,33 Milliarden im Vorjahr.

SAS funkt SOS
10:05 Uhr

Deutscher Arbeitsmarkt zeigt sich sehr robust

Trotz des Ukraine-Kriegs und Lieferengpässen hat sich der deutsche Arbeitsmarkt im Mai weiter günstig entwickelt. Die Zahl der Arbeitslosen ging von April auf Mai um 50.000 auf 2,26 Millionen zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte. Dies seien 428.000 Erwerbslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank im Monatsvergleich leicht auf 4,9 Prozent.

Auch unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen sank die Erwerbslosigkeit. Die BA errechnete im Monatsvergleich einen Rückgang um 4000. Die Inanspruchnahme von konjunktureller Kurzarbeit und die Zahl der von Kurzarbeit-Anzeigen betroffenen Beschäftigten sei zuletzt zurückgegangen, hieß es.

Deutscher Arbeitsmarkt zeigt sich sehr robust
09:49 Uhr

Kauffreudige Türken schieben Wirtschaftswachstum an

Die türkische Wirtschaft ist im ersten Quartal 2022 um 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen, obwohl die Inflation im April den höchsten Stand seit 20 Jahren erreichte und der Wert der Währung sank. Das Wachstum wurde durch den privaten Konsum gestützt, der nach Angaben der Statistikbehörde Turkstat im Jahresvergleich um 19,5 Prozent zunahm, was auf die Aufhebung der Covid-19-Beschränkungen zurückzuführen ist.

In der vergangenen Woche beließ die türkische Zentralbank ihren Leitzins bei 14 Prozent, nachdem sie zwischen September und Dezember eine Reihe von Zinssenkungen vorgenommen hatte. Wirtschaftsexperten erwarten keine Änderung des derzeitigen geldpolitischen Kurses der Türkei zur Eindämmung der Inflation und zur Stabilisierung der Lira, da Präsident Recep Tayyip Erdogan an der Strategie der niedrigen Zinsen festhält.

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Großer Basar in Istanbul. (Foto: dpa)
Kauffreudige Türken schieben Wirtschaftswachstum an
09:38 Uhr

US-Börsen: Trendwende oder Rally im Bärenmarkt?

Nach den Kursverlusten seit Jahresbeginn hat sich der Aktienmarkt zuletzt etwas erholt - auch in den USA. Woher kommt der neue Schwung, wie sind die Aussichten einzuschätzen und was können Anleger daraus machen? Darüber spricht Raimund Brichta mit Nicolai Tietze von Morgan Stanley.

US-Börsen: Trendwende oder Rally im Bärenmarkt?
09:19 Uhr

Wirtschaftsexperte nimmt Tankrabatt auseinander

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Michael Hüther (Foto: Michael Kappeler/dpa)

Vor der vorübergehenden Steuersenkung auf Benzin und Diesel am 1. Juni bleibt der staatliche Eingriff umstritten. Der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, sprach von einem falschen Instrument. "Im Sinne der Ordnungspolitik soll die Politik lediglich in den Markt eingreifen, wenn der Preisanstieg auf missbräuchliche Marktmacht zurückzuführen ist", sagte Hüther der "Augsburger Allgemeinen".

Der Institutschef bemängelte die fehlende Zielgenauigkeit der Energiesteuersenkung. "Ein Tankrabatt ist weder verteilungspolitisch effektiv, da er unabhängig von der Bedürftigkeit entlastet, noch ist er unternehmens- beziehungsweise branchenpolitisch treffsicher", sagte Hüther. Die Steuersenkung tritt an diesem Mittwoch in Kraft und ist auf drei Monate begrenzt. Sie beträgt bei Benzin inklusive Mehrwertsteuer 35,2 Cent pro Liter, bei Diesel 16,7 Cent pro Liter.

Auch seitens der Spediteure kam Kritik. "Wir haben von Anfang an gesagt, das geht an unserer Branche vorbei", sagte der Chef des Bundesverbands Güterverkehr und Logistik (BGL), Dirk Engelhardt, der Zeitung. "Die 17 Cent bringen uns gar nichts". Angesichts von Preissteigerungen von einem Drittel binnen eines Jahres im Transportgewerbe verlangte Engelhardt gezielte Zuschüsse für die Fuhrunternehmer, wie sie der Staat während der Corona-Pandemie gewährte.

Wirtschaftsexperte nimmt Tankrabatt auseinander
09:18 Uhr

Sorgen in Japan - Kauffreude in China

Die asiatischen Börsen haben heute keine einheitliche Richtung gefunden. In Japan ging es nach enttäuschenden Konjunkturdaten bergab. Die japanische Industrieproduktion verzeichnete im April wegen des Lockdowns in der chinesischen Wirtschaftsmetropole Shanghai und Lieferkettenproblemen erstmals seit drei Monaten einen Rückgang. Der Nikkei verlor 0,3 Prozent auf 27.279 Zählern. Der breiter gefasste Topix gab 0,5 Prozent nach.

In China fassten die Anleger dagegen neuen Mut. Die chinesische Industrie ist im Mai weniger als befürchtet geschrumpft. Zudem soll der Lockdown in Shanghai nach rund zwei Monaten enden. Die Börse in Shanghai gewann ein Prozent. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen rückte um 1,5 Prozent vor.

Sorgen in Japan - Kauffreude in China
09:10 Uhr

DAX bleibt vor Eurozonen-Inflationsdaten in Deckung

Nach drei Tagen mit Zugewinnen ist der deutsche Aktienmarkt mit Abschlägen in den Handel gestartet. Der DAX verlor 0,5 Prozent auf 14.510 Punkte. MDAX, SDAX und TECDAX sackten zwischen 0,1 und 0,5 Prozent ab.

Weiter im Blick steht der beschleunigte Anstieg der Inflation. Nachdem die Verbraucherpreise (CPI) in Deutschland am Vortag schon mit 7,9 Prozent noch stärker als erwartet in die Höhe geschossen waren, wird heute das CPI aus der Eurozone erwartet mit einem Plus von 7,6 Prozent zum Vorjahr. Allerdings wird an der Börse nicht ausgeschlossen, dass auch hier die Erwartung übertroffen wird.

DAX bleibt vor Eurozonen-Inflationsdaten in Deckung
09:02 Uhr

ADAC: Mineralölkonzerne machen vor Steuersenkung Kasse

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(Foto: Carsten Koall/dpa/Symbolbild)

Einen Tag vor Inkrafttreten der temporären Senkung der Spritsteuern hat der ADAC die Mineralölkonzerne für die aktuellen Spritpreise kritisiert. Am Morgen wurden zum Beispiel in Köln bis zu 2,28 Euro für den Liter Super verlangt. "Weder der Rohölpreis noch der Dollar rechtfertigen Spritpreise in dieser Höhe. Insofern wird hier offensichtlich Kasse gemacht", sagte ADAC-Sprecherin Katrin van Randenborgh bei ntv.

Auf die Frage, ob der sogenannte Tankrabatt bei den Verbrauchern ankomme, sagte sie: "Der politische und auch der öffentliche Druck ist enorm. Er wird schon ankommen. Nur: In welcher Höhe und ob die Steuersenkungen komplett weitergegeben werden - das ist offen." Laut van Randenborgh sollten "Autofahrer heute nicht ihren Tank komplett leerfahren. Weil es nicht ausgemacht ist, dass es morgen Engpässe gibt, dass es Schlangen gibt, dass man nicht wie gewohnt zur Tankstelle fahren und sein Auto volltanken kann."

ADAC: Mineralölkonzerne machen vor Steuersenkung Kasse
08:47 Uhr

Gewinnmitnahmen drücken Euro

Nach seiner jüngsten Rally legt der Euro eine Verschnaufpause ein. Die Gemeinschaftswährung verliert 0,4 Prozent auf 1,0733 Dollar. Am Montag hatten Spekulationen auf eine baldige Zinswende im Euroraum die Gemeinschaftswährung noch auf ein Fünf-Wochen-Hoch von 1,0786 Dollar gehievt. Der Dollar-Index notiert mit 101,60 Punkten knapp im Minus. Anleger setzten nach den jüngsten US-Inflationsdaten zuletzt darauf, dass die Notenbank Fed im Herbst bei den Zinserhöhungen einen Gang zurückschalten könnte.

Euro / Dollar o

Gewinnmitnahmen drücken Euro
08:27 Uhr

Standort Deutschland hat in Europa das Nachsehen

Bei ausländischen Investitionen droht Deutschland einer neuen Studie zufolge den Anschluss an die beiden europäischen Spitzenreiter Frankreich und Großbritannien zu verlieren. Das geht aus einer Untersuchung des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY (Ernst & Young) hervor. Ausländische Investoren kündigten im vergangenen Jahr demnach 841 Projekte in Deutschland an, was im Jahresvergleich ein Rückgang von zehn Prozent bedeutet. Der europäische Primus Frankreich verbuchte hingegen 1222 Vorhaben, das war ein deutliches Plus von 24 Prozent. Das Nicht-EU-Land Großbritannien kam auf 993 Investitionsprojekte, ein Zuwachs um zwei Prozent, wie EY berichtete.

"Im innereuropäischen Standortwettbewerb scheint Deutschland derzeit das Nachsehen zu haben", sagte Henrik Ahlers, Vorsitzender der EY-Geschäftsführung. Der britische EU-Austritt (Brexit) habe Großbritanniens Anziehungskraft auf ausländische Investoren hingegen nur unwesentlich geschmälert. Nachbar Frankreich habe in den vergangenen Jahren wichtige Reformen umgesetzt und sich einen Ruf als attraktiver Investitionsstandort erarbeitet.

"Deutschland ist ohne Zweifel ein sehr starker und wettbewerbsfähiger Standort", sagte Ahlers. Er erinnerte an das neue Werk des E-Autobauers Tesla im brandenburgischen Grünheide und die von Intel angekündigte Chip-Fabrik in Magdeburg. Deutschland werde aber nachgesagt, langwierige Verwaltungs- und Genehmigungsprozesse sowie vergleichsweise hohe Energiekosten zu haben.

Standort Deutschland hat in Europa das Nachsehen
08:13 Uhr

Ist der DAX-Aufwärtsdrang beendet?

Zum Monatsultimo wird der DAX Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Aktuell wird der deutsche Börsenleitindex mit Kursen um 14.530 Punkte taxiert. Das wäre ein Abschlag von 0,3 Prozent. In Asien können die Kurse dagegen leicht zulegen.

Am Montag hatte er dank der Aussicht auf eine Lockerung der Corona-Lockdowns beim wichtigen Handelspartner China und einer möglichen Zinserhöhungspause in den USA im Herbst 0,8 Prozent im Plus bei 14.575,98 Punkten geschlossen. In den Fokus rücken dürfte vor allem der Ölpreis: Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) haben sich in Folge des Angriffskriegs gegen die Ukraine im Rahmen eines sechsten Sanktionspakets auf ein weitgehendes Embargo für Öl-Importe aus Russland geeinigt. Die Ölpreise zogen deutlich an. Das US-Öl WTI verteuerte sich um bis zu 3,4 Prozent auf 118,97 Dollar je Fass - der höchste Stand seit fast drei Monaten.

Gespannt blicken die Investoren zudem auf die anstehenden Konjunkturdaten dies- und jenseits des Atlantiks. Nachdem die Inflation in Deutschland im Mai mit 7,9 Prozent den höchsten Stand seit Anfang der 1970er Jahre erreicht hatte, halten einige Analysten einen Preisanstieg auf europäischer Ebene über den bisherige Erwartungen nicht für ausgeschlossen. Im Schnitt prognostizieren Analysten bei den am Vormittag erwarteten Daten eine Teuerung binnen Jahresfrist von 7,7 Prozent. In den USA stehen zudem das Barometer für die Stimmung der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago sowie der Index für das Verbrauchervertrauen auf dem Terminplan. In beiden Fällen sagen Experten einen Rückgang voraus. Die US-Anleger kehren am Dienstag aus ihrem verlängerten Wochenende zurück.

Ist der DAX-Aufwärtsdrang beendet?
07:59 Uhr

Etwas fester tendierende Asien-Börsen

Überwiegend mit kleinen Gewinnen zeigen sich die Börsen in Ostasien im Handelsverlauf. Impulse von der Wall Street fehlen, weil dort am Montag wegen eines Feiertags nicht gehandelt wurde. Obgleich aus China besser als erwartet ausgefallene Einkaufsmanagerindizes gemeldet wurden, die vor allem auch gegenüber dem Vormonat deutlich besser ausgefallen sind, fehlt es den Börsen nach den kräftigen Vortagsgewinnen zunächst an Dynamik nach oben. Händler führen das auch auf die Neigung einiger Akteure zurück, Gewinne mitzunehmen nach den jüngsten Aufschlägen. Zudem liegen die Indizes aus China weiter im Kontraktion anzeigenden Bereich unter 50, wenn auch knapp. Der offizielle Index für das verarbeitende Gewerbe stieg im Mai von 47,4 auf 49,6, wohingegen die Prognose auf 48,9 lautete.

In Shanghai geht es um 0,8 Prozent nach oben, in Hongkong um 0,4 und in Seoul um 0,3 Prozent. In Tokio bewegt sich der Nikkei-Index seitwärts, er liegt bei 27.357 Punkten, in Sydney (-0,6%) werden Gewinne mitgenommen.

Etwas fester tendierende Asien-Börsen
07:46 Uhr

Credit Suisse wägt Kapital-Optionen ab

Die krisengeplagte Credit Suisse prüft Insidern zufolge Maßnahmen zur Stärkung des Kapitals. Die Überlegungen befänden sich in einem frühen Stadium, wie zwei mit der Situation vertraute Personen sagen. Eine Option sei dabei eine Kapitalerhöhung. Eine solche Transaktion würde voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne gehen. Das Volumen stehe noch nicht fest, dürfte aber die Schwelle von einer Milliarde Franken überschreiten, sagte eine der Personen. Im Vordergrund stehe dabei, bestehende Großaktionäre anzuzapfen. Mit einer Kapitalerhöhung wolle die Bank nicht nur die Bilanz aufpolstern, sondern auch ein positives Signal nach außen senden. Denn wenn bekannte Investoren der Bank frisches Kapital zukommen ließen, könnte das als Vertrauensbeweis gewertet werden.

Credit Suisse machte in den vergangenen zweieinhalb Jahren mit einer Reihe von Fehlschlägen Schlagzeilen. Alleine der Kollaps des Hedgefonds Archegos kostete die Bank 2021 rund fünf Milliarden Franken. Aber auch im Rest des Geschäfts zeigen sich Bremsspuren, im ersten Quartal brachen die Erträge um 42 Prozent ein, und unter dem Strich standen mit einem Verlust von 273 Millionen Franken erneut rote Zahlen. Bis Ende März sank die Kernkapitalquote auf 13,8 Prozent von 14,4 Prozent Ende 2021 und verfehlte damit den für 2024 angepeilten Wert von 14 Prozent. Je höher diese Quote ist, desto kapitalstärker ist eine Bank.

Credit Suisse wägt Kapital-Optionen ab
07:30 Uhr

Verschuldungsgrad der Adler Group steigt weiter

Bei der angeschlagenen Adler Group ist im ersten Quartal der Verschuldungsgrad (LTV) weiter gestiegen. Die Beleihungsquote LTV lag zum Ende des ersten Quartals bei 52 Prozent, Ende Dezember hatte der Immobilieninvestor noch 50,9 Prozent ausgewiesen, wie er mitteilt. Durch den Verkauf von Wohnungspaketen schrumpfte der operative Ertrag (FFO 1) im Quartal auf rund 29 (32) Millionen Euro. Die Adler Group verfügt nach eigenen Angaben noch über rund 27.000 Wohnungen.

Adler hatte Mitte Mai eingeräumt, dass die Tochter Consus Real Estate in eine Schieflage geraten ist. Die Adler Group selbst steht durch das verweigerte Testat der KPMG-Wirtschaftsprüfer für den Jahresabschluss 2021 unter Druck. Für 2022 sucht der Konzern nun auch noch einen neuen Wirtschaftsprüfer, denn die KPMG steht dafür nicht zur Verfügung. Im Quartalsbericht versicherte CEO Thierry Beaudemoulin, dieser entspreche den tatsächlichen Verhältnissen. Ohne Testat eines Wirtschaftsprüfers, hatte Verwaltungsratschef Stefan Kirsten beklagt, sei die Adler Group von den Bank- und Kapitalmärkten abgeschnitten. Ausgelöst wurden die Turbulenzen auch durch Vorwürfe der Gesellschaft Viceroy des Leerverkäufers Fraser Perring, bei Adler gebe es bei der Bewertung von Immobilien Mängel, diese seien teils künstlich überhöht worden.

Verschuldungsgrad der Adler Group steigt weiter
07:14 Uhr

EU-Sanktionen befeuern Brentpreis

Am Terminmarkt geht es für die Öl-Notierungen weiter nach oben, ein Barrel der Sorte Brent verteuert sich um 1,2 Prozent auf 123,12 Dollar. Ein Treiber ist der Beschluss der EU-Staats- und Regierungschefs, die sich auf ein weitreichendes Embargo gegen russische Öl-Importe geeinigt haben. Die Einigung bezieht sich auf Importe per Schiff, Öl-Lieferungen per Pipeline sollen dagegen zunächst weiterhin erlaubt sein.

Aber auch die Entwicklung im Persischen Golf wird mit Sorge verfolgt. Die USA und Griechenland haben nun den Iran aufgefordert, die zwei festgesetzten griechische Öl-Tanker unverzüglich freizugeben. Die iranischen Revolutionsgarden hatten die griechischen Tanker bereits am Freitag beschlagnahmt. Der Schritt erfolgte wenige Tage, nachdem Athen angekündigt hatte, auf einem russischen Tanker beschlagnahmtes iranisches Öl an die USA zu liefern.

Die Nachricht vom späten Montagnachmittag, dass der russische Energiekonzern Gazprom nach Angaben des niederländischen Energieversorgers Gasterra seine Gaslieferungen an das Unternehmen stoppe, sorgte nur für einen kleinen Sprung der Gas-Futures am Terminmarkt.

Brent Rohöl I

EU-Sanktionen befeuern Brentpreis
06:59 Uhr

Yen unter Druck

Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,4 Prozent auf 128,08 Yen und legt 0,1 Prozent auf 6,6686 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent höher bei 0,9595 Franken. Parallel dazu fällt der Euro 0,2 Prozent auf 1,0751 Dollar und notiert kaum verändert bei 1,0318 Franken. Das Pfund Sterling verliert 0,3 Prozent auf 1,2617 Dollar.

Euro / Dollar o

Yen unter Druck
06:51 Uhr

Tokioter Börse im Aufwind

Die Anleger in Asien fassen nach besser als erwarteten Wirtschaftsdaten aus China neuen Mut. Der chinesische Einkaufsmanagerindex (PMI) zeigte zwar einen weiteren Monat des Rückgangs im Dienstleistungssektor und im verarbeitenden Gewerbe, aber in geringerem Tempo. "Der Fokus liegt jetzt wirklich auf der US-Wirtschaft und China", sagte Khoon Goh von der ANZ Bank in Singapur. "Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt verlangsamen sich, aus unterschiedlichen Gründen, und das ist nicht gut für den globalen Wachstumskurs".

Der Nikkei gewinnt 0,1 Prozent auf 27.404 Punkte. Der Topix steigt 0,1 Prozent auf 1924 Zähler. Der Shanghai Composite liegt 0,3 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen gewinnt 0,5 Prozent.

Tokioter Börse im Aufwind
06:41 Uhr

Chinas Industrie überrascht

Die chinesische Industrie ist im Mai langsamer als erwartet geschrumpft. Der Caixin/Markit Einkaufsmanagerindex (PMI) stieg auf 49,6 Zähler von 47,4 im April, wie das nationale Statistikbüro NBS mitteilt. Analysten hatten in einer Reuters-Umfrage einen PMI von 48,6 erwartet. Jenseits der 50er-Marke beginnt der Wachstumsbereich. Chinas Wirtschaft kämpfte in den vergangenen Wochen mit dem schlimmsten Corona-Ausbruch seit Beginn der Pandemie. Vor allem der Lockdown in der chinesischen Wirtschaftsmetropole Shanghai drückte den Sektor. Die Gewinnspannen der Industrieunternehmen wurden durch hohe Rohstoffpreise und Lieferkettenprobleme aushöhlt. Analysten gehen davon aus, dass die Wirtschaft der Volksrepublik im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr schrumpfen wird, während sie im ersten Quartal noch um 4,8 Prozent gewachsen war.

Im Einklang mit der Schwäche des Fabriksektors blieb auch der Dienstleistungssektor schwach. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das nicht-verarbeitende Gewerbe verbesserte sich im Mai auf 47,8 von 41,9 im April, wie aus den Daten des NBS hervorging.

Chinas Industrie überrascht
06:26 Uhr

Inflation im Aufwind? Das wird für den DAX heute wichtig

Mit weiteren Aufschlägen ist der DAX in die neue Handelswoche gestartet. Obwohl die Wall Street wegen des Memorial Days geschlossen blieb und die Teuerung sich erneut verschärfte, zog der deutsche Börsenleitindex 0,8 Prozent oder etwas mehr als 110 Punkte auf 14.576 Zähler an. Das Tageshoch von 15.589 Stellen lag zudem in der Nähe des Schlusskurses. Die Inflation in Deutschland war weiter, auf 7,9 Prozent, geklettert. Aktuell wird der DAX mit Kursen um 14.760 Punkte taxiert - er kann damit in etwa das zum Wochenstart erreichte Niveau vorerst halten.

Nach den deutschen Inflationsdaten zum Wochenstart blicken die Anleger heute auf die entsprechenden Daten aus der Europäischen Union: Diese hätten ihren Höhepunkt noch nicht erreicht, warnt ein Commerzbank-Analyst. "Im Gegenteil: Im Mai dürfte die Rate von 7,4 auf 8,0 Prozent gesprungen sein." Aus Frankreich gibt es noch Daten zum privaten Verbrauch und zur Entwicklung des BIP. Verbraucherpreis- und BIP-Daten kommen auch aus Italien. Hierzulande werden Arbeitsmarktzahlen veröffentlicht. In den USA startet die Börsenwoche nach dem "Memorial Day" mit dem Index der Einkaufsmanager Chicago.

Auf der Unternehmensseite dürfte es dagegen ruhiger zugehen: So haben etwa Nordex, Krones und Süss Microtec ihre Aktionäre zu Online-Hauptversammlungen eingeladen. Interessanter dürften da schon die Ergebniszahlen des SAP-Konkurrenten Salesforce sein, die allerdings erst nach US-Börsenschluss veröffentlicht werden. Auch HP legt nachbörslich Zahlen vor.

Inflation im Aufwind? Das wird für den DAX heute wichtig