"Das Geschäft ist kerngesund"
Starke Quartalszahlen des US-Chipkonzerns Nvidia geben den asiatischen Börsen Auftrieb. Der Hersteller von Grafikprozessoren für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) übertraf mit seinem Umsatz und seiner Prognose die Erwartungen der Wall Street. "Das Geschäft ist kerngesund", sagt Chris Weston, Analysechef bei Pepperstone. "Das wird die Leute aufrütteln und sie werden sich fragen: 'Was habe ich verpasst?'"
Die Stimmung wird jedoch durch US-Inflationsdaten gebremst, die auf einen weiterhin hohen Preisdruck hindeuten. Der Nikkei-Index gibt um 0,1 Prozent auf 66.164,19 Punkte nach. Der Shanghai Composite gewinnt hingegen 0,3 Prozent. Der südkoreanische Kospi legt um 1,5 Prozent zu.
Das ist los im frühen Devisenhandel
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 159,33 Yen und legt leicht auf 6,7207 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,8053 Franken vor. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1655 Dollar und zieht leicht auf 0,9385 Franken an.
Chip-Dickschiff zeigt, was geht
Nvidia hat mit seiner Umsatzprognose die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Der weltgrößte Anbieter von Hochleistungsprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI) stellte für das dritte Quartal Erlöse von 108,0 Milliarden Dollar in Aussicht, plus oder minus zwei Prozent. Analysten hatten im Schnitt mit 104,2 Milliarden gerechnet. Dennoch konnte der Ausblick Sorgen der Anleger um die langfristige Dominanz des Konzerns auf dem Markt für KI-Chips nicht zerstreuen. In seiner Prognose ging Nvidia davon aus, dass keine Chips für Rechenzentren in China verkauft werden.
Die Nvidia-Aktie gab im nachbörslichen Handel zunächst um 1,2 Prozent nach. Das Papier hat im bisherigen Jahresverlauf 14,2 Prozent zugelegt, während sich die Kurse der Konkurrenten AMD und Intel mehr als verdoppelt haben.
Im vorangegangenen Quartal hatte Nvidia Umsatz und Gewinn überraschend deutlich gesteigert. Daraufhin kündigte der Konzern weitere Aktienrückkäufe und eine Anhebung der Dividende an. Die Zahlen von Nvidia gelten als Barometer für den gesamten KI-Markt. Zuvor hatten Großkunden wie Microsoft und Meta signalisiert, dass die Technologiebranche in diesem Jahr mehr als 730 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur ausgeben dürfte – ein beispielloser Anstieg gegenüber den 400 Milliarden Dollar im Vorjahr.
Jackson Hole als Stimmungskiller
Der Dax hat zur Wochenmitte an seine leichten Gewinne vom Dienstag anknüpfen können: Der deutsche Börsenleitindex schloss 0,1 Prozent fester mit einem Stand von 26.286 Punkten. Ein Grund dafür waren die erneut gefallenen Ölpreise, die nun um die 86-Dollar-Marke notieren. Auslöser waren Berichte, wonach Iran und Oman über ein Rahmenabkommen zur Öffnung der Straße von Hormus verhandeln. Daneben kursierten Berichte, nach denen sich die USA und der Iran auf einen neuen Waffenstillstand geeinigt haben sollen.
Heute liegt das Augenmerk der Anleger auf der Konjunktur: Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland dürfte im September weiter verhalten bleiben. Experten erwarten, dass sich das von den GFK-Marktforschern und dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) erstellte Konsumklima-Barometer auf dem Vormonatswert von minus 29,6 Zählern einpegeln wird. Als Grund für die Konsumzurückhaltung gilt, dass Verbraucher angesichts geopolitischer Krisen und hoher Inflation ihr Geld eher zusammenhalten und auf die hohe Kante legen.
Zudem beginnt in den USA das von Investoren mit Spannung erwartete Notenbankenforum in Jackson Hole. Im Bundesstaat Wyoming treffen sich Währungshüter aus aller Welt. Dieses Jahr steht das dreitägige Forum unter dem Leitmotto "Finanzinnovation". US-Notenbankchef Kevin Warsh wird am Freitag eine Rede halten. Er will dabei in Zeiten anhaltend hoher Inflation und eines jüngst von Stellenabbau geprägten US-Arbeitsmarkts die großen wirtschaftlichen Themen in den Blick nehmen.
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