Dax bekommt wieder Prügel
Der deutsche Aktienmarkt hat nach zwischenzeitlich kleinen Gewinnen wieder den Rückzug angetreten. An der Frankfurter Börse war von einem nervösen Geschäft die Rede. Der Nachrichtenfluss war auch alles andere als positiv: ein Ende der Kriegshandlungen im Rahmen des amerikanisch-israelischen Waffengangs gegen den Iran zeichnete sich nicht ab. So ging der Dax wieder auf Tauchstation und schloss 1,6 Prozent tiefer bei 23.818 Punkten. Der deutsche Leitindex bekam vor allem im späten Handel kräftig Prügel. Der EuroStoxx50 notierte ebenfalls 1,6 Prozent im Minus bei 5777 Stellen.
Derweil standen die Ölpreise kurz vor neuen Hochs, während die Renditen weiter anzogen, was Stagflationssorgen nährte. Das bringt die Zentralbanken in eine Zwickmühle. In den USA werde die Wahrscheinlichkeit von zwei Zinssenkungen in diesem Jahr jetzt nur noch mit 66 Prozent bepreist, so QC Partners. Vor Kriegsbeginn habe es noch eine 40 Prozent-Chance auf eine dritte Zinssenkung gegeben. In der Eurozone werde nun mit 25 Prozent eine Zinserhöhung in diesem Jahr eingepreist. Vor dem Krieg habe es eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent für eine Zinssenkung gegeben. "Sollten diese neuen Leitzins-Prognosen eintreten, droht den Aktienmärkten auch von dieser Seite erneuter Gegenwind", so QC.
Auf der Unternehmensseite drehte sich das Bilanzkarussell weiter und sorgte für zum Teil deutliche Ausschläge bei Einzelaktien. Mit zu den größten Dax-Verlierern zählten DHL Group mit einem Abschlag von 4,6 Prozent. Der Bonner Konzern steigerte bei sinkenden Umsätzen den operativen Gewinn. Die Prognose für 2026 fällt aus Sicht eines Händlers wie erwartet aus.
Bei Merck enttäuschte der Ausblick für 2026 die Investoren. Die Aktien des Pharma- und Technologiekonzerns fielen nach anfänglichen Gewinnen um 7,0 Prozent. Die Darmstädter stellen sich im laufenden Jahr wegen des Patentverlusts für ein wichtiges Medikament und starker Währungseffekte auf einen Ergebnisrückgang von bis zu zehn Prozent ein. Die Prognose für 2026 sei nicht gut, sagte ein Händler auf dem Frankfurter Parkett.
Märkte im Krieg: Jetzt aussteigen oder doch abwarten?
Wie sollten Anleger mit den aktuellen Börsenturbulenzen umgehen? Da die Zukunft unsicher ist, hilft vielleicht ein Blick in die Vergangenheit. Nancy Lanzendörfer spricht mit Matthias Hüppe von der HSBC darüber, wie sich die Märkte in vergangenen Kriegen entwickelt haben.
"Mit Kriegsende kommen die Flows nach Europa zurück"
Rendite von zehnjähriger Bundesanleihen mit Dreiwochenhoch
Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe steigt auf den höchsten Stand seit mehr als drei Wochen, da sich ein Ausverkauf bei globalen Anleihen aufgrund von Sorgen, dass der Nahost-Konflikt die Inflation anheizen wird, fortsetzt. Der Anstieg der Öl- und Gaspreise hat Inflationssorgen geschürt, die die Zentralbanken von Zinssenkungen abhalten könnten, was die Anleiherenditen in die Höhe treibt. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe ist laut Daten von LSEG auf 2,827 Prozent gestiegen, den höchsten Stand seit dem 10. Februar. Zuletzt liegt die Rendite um 7,5 Basispunkte höher bei 2,819 Prozent.
Baut VW bald Militärfahrzeuge?
Volkswagen lotet den Bau von Militärfahrzeugen in seinem Werk in Osnabrück aus. Eine Unternehmenssprecherin erklärte, der Autobauer prüfe weiterhin verschiedene Zukunftsoptionen für den Standort. In den vergangenen Monaten habe das Volkswagen-Werk Osnabrück verschiedene Fahrzeugkonzepte entwickelt und auf der Rüstungsmesse Enforce präsentiert, um mögliche Marktchancen und Perspektiven auszuloten. "Ob und in welchem Umfang sich daraus konkrete Projekte ergeben, ist derzeit offen", hieß es.
Der NDR und die "Neue Osnabrücker Zeitung" hatten zuvor berichtet, dass VW zwei Fahrzeuge auf Basis der Modelle Crafter und Amarok entwickelt habe. Dabei habe es sich um Versuchsobjekte gehandelt, die am Standort in Eigenregie entstanden seien. VW produziert in dem Werk noch bis Mitte 2027 den VW T-Roc Cabrio. Danach ist die Zukunft des Werks mit rund 2300 Beschäftigten offen.
Deutsche Goldreserve gewinnt dank Preisrally rasant an Wert
Milliardenplus dank Goldpreisrallye: Die deutschen Goldreserven haben im vergangenen Jahr stark an Wert gewonnen. Die Bundesbank beziffert den Wert aller Goldbestände in ihrem Geschäftsbericht per Ende 2025 auf 395,2 Milliarden Euro - rund 125 Milliarden Euro mehr als ein Jahr zuvor.
Die deutschen Goldreserven profitierten von einem starken Anstieg des Goldpreises auf dem Weltmarkt. An der Börse in London wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) noch Anfang 2025 bei etwa 2600 Dollar gehandelt. Zum Jahresende war die Notierung bis auf etwa 4300 Dollar gestiegen, zuletzt lag der Preis bei knapp 5200 Dollar.
US-Börsen starten mit Verlusten - Ölpreise ziehen wieder an
Nach der Erholungsbewegung am Mittwoch geht es zum Start an der Wall Street mit den Kursen nach unten, zunächst aber eher moderat. Die Stimmung ist weiter fragil angesichts der Unwägbarkeiten hinsichtlich des Iran-Krieges. Zuletzt stützende Hoffnungen, dass die militärische Eskalation möglicherweise doch von kürzerer Dauer sein könnte, zumal am Vortag aus Geheimdienstkreisen angebliche Gesprächsbereitschaft des Iran kolportiert wurde, ebben aktuell wieder ab. Der Dow-Jones-Index kommt um 0,8 Prozent zurück auf 48.356 Punkte. Der breite S&P-500 büßt 0,4 Prozent ein, die Nasdaq-Indizes geben in ähnlicher Größenordnung nach.
Die Ölpreise ziehen wieder an, Brent um gut drei Prozent auf mehr als 84 Dollar. Der Preis nähert sich damit dem jüngsten Hoch um 85 Dollar. Auch der wieder steigende Dollar spiegelt die angespanntere Stimmung, zumal er als sicherer Hafen gilt. Der Euro gibt auf 1,1603 Dollar nach. Am Anleihemarkt steigen die Renditen weiter, im Zehnjahresbereich geht es um sechs Ticks nach oben auf 4,14 Prozent. Höhere Ölpreise dürften letztlich auch auf die Inflation durchschlagen, so die Überlegung dahinter. An den Benzinzapfsäulen spüren die Verbraucher dies bereits.
Bitcoin legt zu
Der Bitcoin ist laut Daten von CoinMarketCap in den letzten 24 Stunden um 1,6 Prozent gestiegen. Die Kryptowährung hat in den vergangenen Stunden leicht nachgegeben, nachdem sie die Marke von 73.000 US-Dollar durchbrochen hatte, ist aber in den vergangenen sieben Tagen um rund sieben Prozent gestiegen. Bitcoin-ETFs hätten in den letzten drei Tagen Rekordzuflüsse verzeichnet, womit seit Anfang des Monats rund 1,15 Milliarden US-Dollar in sie geflossen seien, sagt Konstantinos Chrysikos von Kudotrade.
Dax wird wieder richtig rot
Weiter herrscht große Nervosität an der Frankfurter Börse. Kurz vor Beginn des Handels in den USA rutschte der Dax kräftig ab. Am Nachmittag lag der Leitindex 0,9 Prozent tiefer bei 23.997 Punkten. Der EuroStoxx50 sackte um 0,6 Prozent auf 5835 Stellen ab.
Weiterer Preisschub bei Öl
Versorgungsängste wegen des Krieges in Nahost treiben die Ölpreise erneut deutlich nach oben. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verteuern sich in der Spitze um mehr als vier Prozent auf 84,74 beziehungsweise 78,09 Dollar je Fass, am Nachmittag kamen die Steigerungsraten aber auf je rund ein Prozent zurück. Die Sorgen konzentrierten sich auf den Lieferfluss durch die Straße von Hormus, so die Analysten der ANZ. Die Wasserstraße ist eine wichtige Transportader für rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Versorgung. Aktuell ist der Schiffsverkehr hier eingestellt. Iranische Streitkräfte haben Öltanker in oder nahe der Straße von Hormus angegriffen. Seit Wochenbeginn sind die Preise für Brent und WTI um jeweils mehr als 16 Prozent nach oben geschnellt.
Zahlungsabwickler-Aktie stürzt ab
Mit Enttäuschung aufgenommene Prognosen schicken Nexi auf Talfahrt. Die Aktien des italienischen Zahlungsabwicklers brechen um bis zu 21,9 Prozent ein und markieren mit 2,64 Euro ein Rekordtief. Aktien des Konkurrenten Worldline geben im Sog dessen um viereinhalb Prozent nach. Analysten sagten, die Reaktion scheine übertrieben, da die für 2025 prognostizierten Gewinne von Nexi nur geringfügig unter den Erwartungen lägen, ebenso wie die mittelfristigen Prognosen. Nexi rechnet damit, in den Jahren 2026 bis 2028 einen Überschuss von 2,4 Milliarden Euro zu erwirtschaften und mehr als 1,1 Milliarden Euro als Dividende an die Aktionäre auszuschütten.
Zinserwartungen driften auseinander
Die Sätze am europäischen Geldmarkt präsentieren sich kaum verändert. Momentan driften die Einschätzungen über die künftige Zinspolitik der Europäischen Zentralbank auseinander. Am Terminmarkt wird nach Aussage eine Marktteilnehmers nun eine 25-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung in diesem Jahr eingepreist, am vergangenen Freitag und damit vor Ausbruch des Iran-Krieges wurde einer Zinssenkung noch eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent eingeräumt. Der Krieg im Nahen Osten rechtfertigt nach Aussage von EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau aber keine geldpolitische Straffung.
Tagesgeld: 1,87 - 2,07 (1,87 - 2,07), Wochengeld: 1,88 - 2,10 (1,87 - 2,07), 1-Monats-Geld: 1,98 - 2,18 (1,95 - 2,20), 3-Monats-Geld: 2,05 - 2,25 (2,06 - 2,22), 6-Monats-Geld: 2,13 - 2,23 (2,15 - 2,35), 12-Monats-Geld: 2,17 - 2,28 (2,20 - 2,35), Euribors: 04.03. 03.03. 3 Monate: 2,0560 2,0350, 6 Monate: 2,1350 2,1200, 12 Monate: 2,3070 2,2320
Kurssprung bei Puma - Frasers Group sichert sich Anteile
Puma-Aktien beschleunigen ihren Anstieg und gewinnen 7,9 Prozent auf 23,35 Euro. Damit stehen die Titel an der Spitze des Nebenwerteindex MDax. Modeunternehmer Mike Ashley hat sich über seine Frasers Group laut einer Börsenmitteilung einen Anteil an Puma gesichert. Insgesamt wurde eine Position von Stimmrechtsanteilen in Höhe von 5,77 Prozent gemeldet, der Großteil davon durch Optionen für einen Zugriff auf Anteilsscheine des Sportartikelherstellers, wie aus der Mitteilung hervorgeht.
China rüstet sich für Wettlauf um Technologie-Spitze
China will seine staatlichen Banken in diesem Jahr mit 300 Milliarden Yuan (umgerechnet 38 Milliarden Euro) stützen. Damit soll unter anderem die Finanzierung von Technologieunternehmen gestärkt werden, wie aus dem jährlichen Arbeitsbericht der Regierung hervorgeht.
Angesichts der zunehmenden Rivalität mit den USA sollen die Kapitalmarkt-Reformen vertieft und mehr Investitionen in den Innovations- und Technologiesektor gelenkt werden. Dafür soll unter anderem ein "grüner Kanal" für beschleunigte Börsengänge sowie Fusionen und Übernahmen eingerichtet werden. Als Teil der Modernisierung des Finanzsystems plant China zudem, die Entwicklung des digitalen Yuan voranzutreiben. Mit der von der Zentralbank ausgegebenen Digitalwährung soll langfristig die Abhängigkeit vom US-Dollar im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr verringert werden. Darüber hinaus bekräftigte die Regierung ihre Absicht, den Yuan zu internationalisieren und China zu einem globalen Finanzzentrum auszubauen.
"Tankpreise explodieren - mit fadenscheinigen Begründungen"
Altes Öl zum neuen Krisenpreis - was Mineralölkonzerne als marktüblich bezeichnen, nennen Autofahrer Abzocke. Die immer wieder durch Krisen explodierenden Spritpreise würden viele zu neuem Nachdenken über das E-Auto bewegen, resümiert Ulrich Reitz.
Wann springt die Börsenampel wieder auf Grün?
Nach dem Angriff auf den Iran ist auch der Dax nach unten gerutscht. Ob die Eskalation zu einem nachhaltigen Problem für den deutschen Aktienmarkt wird und wie Anleger auf die Situation reagieren können, darüber spricht Nancy Lanzendörfer mit Nicolai Tietze von Morgan Stanley.
Dax mit kleinem Plus
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat seinen Wiederaufstieg in verminderter Form fortgesetzt. Der deutsche Leitindex gewann am Mittag 0,3 Prozent auf 24.280 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte 0,4 Prozent fester bei 5894 Stellen. Der Euro gab um 0,3 Prozent auf 1,1612 US-Dollar nach.
Lieferstörungen in Nahost treiben Aluminiumpreise hoch
Die Störung von Lieferketten durch den Nahost-Konflikt könnte die Preise für Aluminium Experten zufolge weiter nach oben treiben. Der meistgehandelte Aluminiumkontrakt an der Shanghaier Terminbörse stieg zeitweise um 3,5 Prozent auf 25.365 Yuan pro Tonne. Der richtungsweisende Dreimonats-Aluminiumpreis an der Londoner Metallbörse stieg in der Spitze zunächst um 1,7 Prozent auf 3400,50 US-Dollar pro Tonne, anschließend schmolz das Plus jedoch ab. Anleger machten Kasse, nachdem der Preis am Mittwoch den höchsten Stand seit fast vier Jahren markiert hatte. Im Vergleich zum Vorwochenschluss ist er um knapp sechs Prozent in die Höhe geschnellt.
Bundesbank meldet Milliardenverlust
Die Bundesbank hat auch 2025 einen Milliardenverlust gemacht. Damit fällt eine Gewinnüberweisung aus Frankfurt am Main an den Bund im sechsten Jahr in Folge aus. 2025 stand ein Minus von rund 8,6 Milliarden Euro in der Bilanz und damit der zweithöchste Fehlbetrag in der Geschichte der Notenbank. Verglichen mit dem Rekordminus von mehr als 19 Milliarden Euro 2024 hat sich der Verlust aber mehr als halbiert.
"Wir haben zwar weiter finanzielle Belastungen zu tragen, sie lassen aber nach", sagte Bundesbankpräsident Joachim Nagel in Frankfurt. Aus heutiger Sicht dürfte sich diese positive Entwicklung fortsetzen. Gleichwohl werde die Bundesbank "im laufenden Jahr erneut einen Jahresfehlbetrag ausweisen". Denn die Bundesbank schleppt die Milliardenverluste - eine Folge der Geldpolitik im Euroraum - in ihrer Bilanz mit. Der Bilanzverlust, der sich aus dem Verlustvortrag und dem aktuellen Jahresfehlbetrag ergibt, beläuft sich auf 27,8 Milliarden Euro.
Renk-Aktie geht wegen konservativer Prognose in den Keller
Trotz einer Steigerung bei Umsatz und Ebit geht es für die Aktien von Renk bergab. Die Titel fallen um bis zu 4,2 Prozent und zählen damit zu den schwächsten MDax-Werten. Das Unternehmen sei für ein weiteres Wachstum gut positioniert, heißt es in einem Kommentar der Berenberg Bank. Die Prognose sei allerdings eher konservativ ausgefallen. Im laufenden Jahr erwartet Renk einen Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ebit zwischen 255 und 285 Millionen Euro.
Tausende Stellen bei US-Großbank gestrichen
Morgan Stanley streicht rund 2500 Stellen. Dies sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person Reuters. Die Kürzungen entsprechen etwa drei Prozent der Belegschaft. Betroffen seien Mitarbeiter in den drei Hauptsparten Investmentbanking und Handel, Vermögensverwaltung sowie Investmentmanagement. Finanzberater seien von dem Schritt jedoch nicht betroffen, sagte die Person.
Die Kürzungen basierten auf der Strategie und der individuellen Leistung, sagte die Person weiter. Die Bank beabsichtige zudem, in anderen Bereichen Personal aufzustocken. Der Stellenabbau erfolgt, obwohl Morgan Stanley 2025 ein Rekordjahr verzeichnete und auch im vierten Quartal die Gewinnerwartungen übertraf. Zu Jahresbeginn haben jedoch zahlreiche US-Unternehmen massive Entlassungen angekündigt.
Warum die Ölpreise so rasant steigen
Schon kurz nach Kriegsbeginn im Nahen Osten schnellen in Deutschland die Spritpreise in die Höhe. Warum sind gerade beim Öl die Effekte so direkt zu spüren? ntv erklärt, was den Preis so schnell in die Höhe treibt.
LEG Immobilien schraubt Dividende hoch
LEG Immobilien sieht sich nach dem Ende der Branchenkrise wieder auf Wachstumskurs. Für das Geschäftsjahr 2026 erwarte die LEG ein weiteres signifikantes Ergebniswachstum, bekräftigte der Immobilienkonzern. Der wichtigste Ertragswert, der bereinigte Mittelzufluss (AFFO), solle in einer Bandbreite von 220 bis 240 Millionen Euro liegen. Der AFFO würde demnach gegenüber 2025 um weitere vier Prozent zulegen, wenn er den Mittelwert der Prognose erreicht.
Vor dem Hintergrund der anhaltend hohen Nachfrage nach Wohnraum entwickelten sich die Mieten im deutschen Wohnungsmarkt voraussichtlich auch künftig dynamisch, hieß es weiter. Das Unternehmen sehe daher das Mietwachstum 2026 bei 3,8 bis 4,0 Prozent. Auch der Mittelfrist-Ausblick sei positiv. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 2,92 Euro je Aktie erhalten und damit acht Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
VW-Rivale mit Kurssprung
Bei den Einzelwerten in Asien sind es vor allem die südkoreanischen Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix, die sich von den jüngst starken Abgaben erholen. Hier geht es um 12,4 und 13,3 Prozent aufwärts. Es stützen dabei auch die guten Vorgaben aus den USA, wo Chip-Werte gesucht waren. Bei den Aktien von Hyundai Motor, die ebenfalls stark unter die Räder gekommen waren, steht ein Plus von 11,4 Prozent zu Buche.
Es hängt am Öl
Der Dax startet mit leichten Verlusten in das heutige Geschäft. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 24.145 Punkten, nachdem er zur Wochenmitte 1,7 Prozent fester bei 24.205 Zählern geschlossen hatte. Dennoch steht nach wie vor ein Minus von mehr als vier Prozent in der bisherigen Handelswoche in den Büchern.
"Der Markt hängt am Ölpreis", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Nancy Lanzendörfer. "Öl ist das Schmiermittel der Wirtschaft: Steigen die Preise, belastet das die Konjunktur", erläutert sie. "Die Ölpreise ziehen heute wieder deutlich an."
KI-Boom beflügelt Broadcom-Ausblick
Broadcom zeigt sich unerwartet optimistisch. Der Chip-Konzern prognostizierte für das zweite Quartal einen Umsatz, der über den Schätzungen der Analysten liegt – ein Zeichen für die starke Nachfrage nach hochentwickelten Chips, die in Rechenzentren für Anwendungen der künstlichen Intelligenz eingesetzt werden.
Broadcom erwartet für das zweite Quartal einen Umsatz von rund 22,0 Milliarden Dollar. Experten hatten bislang im Schnitt 20,56 Milliarden vorhergesagt. "Unser Umsatzwachstum im Bereich KI beschleunigt sich", erklärte Firmenchef Hock Tan.
Große Tech-Firmen wie Alphabet, Microsoft, Amazon und Meta werden in diesem Jahr wohl mindestens 630 Milliarden Dollar für den Aufbau einer KI-Infrastruktur ausgeben. Das dürfte die Nachfrage nach Chips, Servern, Speicher- und Netzwerkgeräten von Unternehmen wie Broadcom ankurbeln.
DHL spart gegen Geopolitik an
DHL federt mit seinem Sparprogramm die Folgen der US-Zollpolitik ab. DHL habe 2025 bei sinkenden Umsätzen den operativen Gewinn steigern können, teilte der Logistikriese mit. Der Umsatz sank unter anderem wegen schrumpfender Sendungsvolumina der wichtigen Express-Sparte in die USA um 1,6 Prozent auf 82,9 Milliarden Euro, der operative Gewinn (Ebit) legte dagegen dank der Einsparungen um 3,7 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro zu. Analysten hatten nach einer DHL-Umfrage im Mittel einen Umsatz von 83,1 Milliarden erwartet, den operativen Gewinn sahen sie bei rund 6,01 Milliarden. Die Aktionäre sollen für 2025 je Aktie 1,90 Euro erhalten nach 1,85 Euro im Jahr zuvor.
"Die Volatilität der Weltwirtschaft wird uns auch im Jahr 2026 begleiten", sagte Konzernchef Tobias Meyer, dessen Vertrag der Aufsichtsrat bis März 2031 verlängert hatte. Die Bonner wollen nun ein operatives Ergebnis von über 6,2 Milliarden Euro erzielen.
Merck hält Dividende
Negative Währungseffekte haben de Merck KGaA im vergangenen Jahr gebremst. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stagnierte bei 6,1 Milliarden Euro, wie der Pharma- und Technologiekonzern mitteilte. Der Umsatz sank leicht um 0,3 Prozent auf 21,1 Milliarden Euro. Ohne Währungs- und Portfolioeffekte wäre das operative Ergebnis um 5,6 Prozent und der Umsatz um 3,1 Prozent gestiegen. Dabei profitierte Merck vor allem von starken Geschäften mit Produkten für die Arzneimittelherstellung. Unter dem Strich fiel der Gewinn binnen Jahresfrist um sechs Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen dennoch eine unveränderte Dividende von 2,20 Euro je Aktie erhalten.
Kospi schießt prozentual zweistellig nach oben
Nach drei Tagen mit teils heftigen Abgaben aufgrund der Angriffe auf den Iran kommt es an den ostasiatischen Börsen zu einer deutlichen Erholung. Besonders stark fällt das Plus dabei in Seoul aus, wo es für den Kospi um 11,1 Prozent nach oben geht. Der Index hatte an den vergangenen beiden Handelstagen knapp 20 Prozent eingebüßt. Der Nikkei in Tokio steigt um 2,5 Prozent. Der Shanghai Composite erhöht sich um 1,0 Prozent, der Hang-Seng-Index klettert ebenfalls um 1,0 Prozent.
Die Intensität der iranischen Raketenattacken sei stark zurückgegangen, da die US-Militärschläge die Fähigkeiten des Landes geschwächt hätten, so Analyst Chang Wei Liang von DBS Group Research. Es gebe außerdem Berichte, wonach der Iran auf Geheimdienstebene Offenheit für Gespräche über eine Beendigung des Krieges signalisiert haben soll, ergänzt der Stratege.
Daneben hat China für 2026 ein Ziel für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 4,5 bis 5 Prozent festgelegt. Es ist das niedrigste Ziel seit den 1990er-Jahren und folgt auf drei Jahre, in denen ein Wachstum von "rund 5 Prozent" festgelegt worden war. Sollte Chinas Wirtschaft in diesem Jahr um weniger als 5 Prozent wachsen, wäre dies das langsamste Wachstum seit mehr als drei Jahrzehnten, abgesehen von den Jahren der Covid-19-Pandemie.
Lufthansa fliegt am Dax vorbei
Die Lufthansa muss weiter auf ihre Rückkehr in den deutschen Aktien-Leitindex Dax warten. Wie die Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx mitteilte, gibt es im Dax zum nächsten Termin am 23. März keine Änderungen am Index der wichtigsten 40 Aktienwerte in Deutschland. Die Lufthansa, die während der Corona-Pandemie aus dem Dax in den Nebenwerteindex MDax abgestiegen war, hatte sich bis zum Schluss Hoffnungen auf den Wiederaufstieg machen dürfen. Damit bleibt die Aktie des Online-Händlers Zalando, der als möglicher Abstiegskandidat gegolten hatte, im Dax.
Dax hält die 24.000er-Marke
Die europäischen Aktienmärkte werden zum Handelsstart zunächst etwas leichter erwartet. So wird der Dax bei 24.125 Punkten gesehen nach einem Schluss am Vortag bei 24.205 Zählern. Die Schwankungen an den Aktienmärkten dürften auf Grund der Kriegswirren im Nahen Osten und je nach Nachrichtenlage hoch bleiben. Der Konflikt droht sich weit über den Iran hinaus auszudehnen und die Gefahr besteht, Amerikas NATO-Verbündete mit hineinzuziehen. Verteidigungsminister Pete Hegseth nannte in einer Pressekonferenz einen längeren Zeitrahmen für den Krieg und sagte, dieser könne bis zu acht Wochen dauern, bisher war von vier Wochen gesprochen worden.
In Washington lehnte der Senat eine Resolution ab, die darauf abzielte, US-Präsident Trumps Befugnisse für Militäroperationen gegen den Iran ohne Zustimmung des Kongresses einzuschränken. Das Weiße Haus erklärte, Trump diskutiere mit Beratern darüber, welche Rolle die USA im Iran nach Ende des militärischen Konflikts einnehmen werden.
Unterdessen erholen sich asiatische Aktien und folgen damit den Gewinnen der US-Indizes vom Vorabend. Der Appetit auf Risikoanlagen verbessert sich aufgrund starker US-Wirtschaftsdaten, die über Nacht veröffentlicht wurden. Goldman Sachs erklärte, dass das Risiko einer Korrektur angesichts der hohen Bewertung globaler Aktien hoch sei, der Nahost-Konflikt den Markt jedoch wahrscheinlich nicht in einen Bärenmarkt stürzen werde.
"Geopolitisches Risiko kann sehr schnell wieder aufflammen"
Die Hoffnung auf eine Deeskalation im Nahost-Konflikt beflügelt die asiatischen Börsen. Nach den kräftigen Verlusten zur Wochenmitte erholen sich die Märkte, nachdem Berichte über mögliche Gespräche zwischen den USA und dem Iran die Risikobereitschaft der Anleger erhöhten. Die geopolitischen Spannungen bleiben jedoch hoch, nachdem ein US-U-Boot ein iranisches Kriegsschiff versenkt und die NATO eine iranische Rakete abgefangen hatte. "Das geopolitische Risiko kann sehr schnell wieder aufflammen, daher könnten die frühen Gewinne in der asiatisch-pazifischen Region nicht von Dauer sein", warnt Paco Chow vom Vermögensverwalter Moomoo.
In Tokio legt der Nikkei-Index um 1,8 Prozent auf 55.215,80 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix notiert 1,8 Prozent höher bei 3699,42 Zählern. Der Shanghai Composite gewinnt 0,8 Prozent auf 4116,77 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt 1,3 Prozent auf 4662,81 Punkte.
China setzt niedrigstes Wachstumsziel seit Jahrzehnten
China hat zum Beginn des Nationalen Volkskongresses das niedrigste Wachstumsziel für seine Wirtschaft seit Jahrzehnten ausgegeben. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll 2026 um 4,5 bis 5 Prozent wachsen, hieß es im Arbeitsbericht der Regierung, den Ministerpräsident Li Qiang in der Großen Halle des Volkes in Peking vorstellte. Seit 2023 hatte die kommunistische Führung das Wachstumsziel stets mit rund fünf Prozent angesetzt. Ein Wert von 4,5 Prozent gab es zuletzt im Jahr 1991.
Ökonomen sehen in dem vorsichtig formulierten Ziel ein Signal, dass sich die Führung auf moderateres Wachstum einstellt. Die neue Untergrenze nimmt Druck von der Regierung, die Konjunktur mit großen Investitionsprogrammen ankurbeln zu müssen. Peking senkt damit auch die Erwartungen in global unsicheren Zeiten mit Kriegen etwa in der Ukraine und im Iran sowie angesichts des Handelsstreits mit den USA unter Präsident Donald Trump.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 156,95 Yen und gibt 0,1 Prozent auf 6,8896 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent höher bei 0,7798 Franken. Parallel dazu fällt der Euro um 0,2 Prozent auf 1,1613 Dollar und zieht leicht auf 0,9058 Franken an.
Nvidia erzielt OpenAI 100-Milliarden-Absage
Nvidia hat einer milliardenschweren Investition in den ChatGPT-Entwickler OpenAI eine Absage erteilt. Die Möglichkeit, 100 Milliarden Dollar in das KI-Unternehmen zu stecken, sei wahrscheinlich vom Tisch, sagte Konzernchef Jensen Huang. Da OpenAI noch in diesem Jahr an die Börse gehen wolle, sei das Zeitfenster für derartige Einstiege geschlossen.
Nvidia hatte Ende Februar eine Investition von 30 Milliarden Dollar zugesagt. Dies sei womöglich das letzte Mal gewesen, dass sich die Gelegenheit geboten habe, "in ein so bedeutendes Unternehmen wie dieses zu investieren", erklärte Huang. Auch die Beteiligung von zehn Milliarden Dollar am OpenAI-Konkurrenten Anthropic werde wohl die letzte ihrer Art sein.
Dax-Bodenbildung - oder Bullenfalle?
Nach einem Sechs-Prozent-Abschlag seit Freitag hat der Dax im gestrigen Geschäft vorerst einen Boden gefunden. Der deutsche Börsenleitindex schloss zur Wochenmitte 1,7 Prozent fester mit 24.205 Punkten. Zur Erinnerung: Am vergangenen Freitag hatten dem Börsenbarometer nur knapp 100 Zähler zu einem neuen Allzeithoch jenseits der 25.500er-Marke gefehlt. Marktteilnehmer warnen jedoch, sprechen lediglich von einer technischen Erholung. Der Nahost-Krieg sei nach wie vor das bestimmende Thema.
Heute richtet sich der Blick zunächst nach Asien, denn in Peking beginnt die Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses. Im Fokus steht der neue Fünfjahresplan, der unter anderem Ziele für den Klimaschutz, die Energiesicherheit und den Abbau von Industrie-Überkapazitäten definieren soll. Zudem wird erwartet, dass Ministerpräsident Li Qiang Maßnahmen zur Stärkung der Inlandsnachfrage ankündigt. Politisch wird das Treffen von Bemühungen um eine Entspannung im Verhältnis zu den USA begleitet: Vor dem für Ende März erwarteten Besuch von US-Präsident Donald Trump signalisierte Peking zuletzt Gesprächsbereitschaft und den Willen zur Zusammenarbeit, pochte aber zugleich auf die Wahrung seiner Souveränität, Sicherheit und sonstigen Interessen.
Daneben geben die Protokolle der jüngsten Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) Einblick in die internen Diskussionen der Währungshüter. Sie hatten den Leitzins Anfang Februar weiter konstant gehalten, zugleich aber ihre Flexibilität angesichts der unsicheren geopolitischen Lage betont. Nach dem Ausbruch des Nahost-Krieges und dem Anstieg der Energiepreise erscheint diese Positionierung in neuem Licht. Experten erwarten zwar, dass die EZB weiter die Pausentaste drücken wird, doch ihr nächster Schritt in der Zukunft eine Zinserhöhung sein könnte.
Unternehmensseitig dürften die Zahlen des Logistikriesen DHL Aufschluss über die Folgen der US-Zollpolitik auf den Welthandel geben. Analysten rechnen für 2025 mit einem leichten Rückgang des Umsatzes auf 83,1 Milliarden Euro. Operativ dürften die Bonner den Experten zufolge aber etwas verdient haben – Konzernchef Tobias Meyer hatte bereits Anfang 2025 ein Sparprogramm aufgelegt, mit dem der Konzern die Folgen der Verwerfungen auffangen kann. Meyer dürfte auch einen ersten Einblick in die Auswirkungen der Iran-Krise auf die weltweiten Logistikketten geben.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.